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Argumentieren 

 

 

 Bild1

 

                                                           Angelika Wohlfarth

 

 

Argumentieren ?  1

NEIN ! 
Akzeptieren (zuhören + wahrnehmen + so annehmen) - und dann ... 

Innere Einstellung:    Ich bin o.k. und du bist o.k.! 

 

Markante Textstellen:      Argumentieren       1. Beispiel      2. Beispiel      3. Beispiel     Reden - zu  was?     zu beachten
          stehen lassen       Ergänzungen/Fragen     Meinungsäußerung/andere Sichtweise      gemeinsame Lösungen 
          gutes miteinander reden     Zit: Qualität d. Beziehungen     Zit: Wenn Menschen begegnen

 

Argumentieren, also Gründe austauschen, verschiedene Sichtweisen deutlich machen, die Zusammenhänge aus verschiedenen Blickwinkeln ausleuchten, ist wertvoll und wichtig, wenn es von Mensch zu Mensch um GEMEINSAM vereinbarte Anliegen geht. 
Hat ein Paar z.B. vor, am Wochenende gemeinsam aktiv zu sein, er möchte an einen See und sie in die Berge, dann sind voneinander abweichende Bedürfnisse da, von denen jedes für sich richtig und so in Ordnung ist. Haben nun beide die Frage "Wollen wir uns einigen?" mit JA beantwortet,  dann haben sie ein gemeinsames Anliegen vereinbart. Jetzt macht der Austausch von Argumenten Sinn, denn jeder wird dem anderen aufmerksam zuhören und jeder bringt dann auch die Bereitschaft zur Einigung auf Gemeinsames, mit dem sich dann beide wohl und zufrieden fühlen, mit. So können auch neue Sichtweisen mit-einbezogen werden.

Doch darum wird es hier NICHT gehen, sondern um 'einseitige' Aktionen, wie das ungebetene Sich-einmischen in die Angelegenheiten des anderen, gut gemeinte Ratschläge oder auch das Besser-wissen. Das geht blitzschnell, meist automatisch und meist auch ohne dass ein Unrechtsbewusstsein zu spüren wäre - im Gegenteil. Mit Erstaunen wird dann beobachtet, dass schnell Missstimmungen und Streit entstehen.
Die Auswirkungen können also schlimm sein. Dann zu versichern "Es war ja soo gut gemeint! - - -" hilft wenig, macht es oft sogar noch schlimmer.

Dazu drei alltägliche Beispiele:

1. Beispiel:
Herbert und Anne wollen mit dem Auto von München nach Garmisch fahren. Herbert kennt die Vorliebe Annes, Landstraßen zu benützen.
 
  Herbert:  Du kannst von München aus viel einfacher auf der Autobahn fahren. Nicht auf Landstraßen, so wie du das immer machst. Das dauert länger und ist auch gefährlicher. - Ich würde an deiner Stelle die Autobahn nehmen!
 
  Anne:  Deine Argumente mögen gut gemeint sein, sie können mich nicht überzeugen, weil mir das Fahren auf der Autobahn zu eintönig und auch zu schnell ist. Ich fahre gerne gemächlich auf Landstraßen, durch Städtchen und durch Dörfer. Das genieße ich!
 
    Kommentar:  Herbert meint es Anne gut, glaubt ihr einen Dienst zu erweisen, wenn er sie von ihrem (in seinen Augen unlogischen Verhalten) abbringt. Dahinter steht seine Überzeugung, es 'besser zu wissen', es 'besser zu können' und Anne überzeugen zu wollen. Er versucht sie deshalb zu seiner eigenen Sichtweise zu bekehren. - Herbert argumentiert, statt erst mal zu fragen, wie im einzelnen sie fahren möchte und was sie motiviert, die Landstraße der Autobahn vorzuziehen.
Anne reagiert in diesem Fall nicht abwehrend, was sofort zum Streit führen könnte, sondern sachlich erklärend. So günstig verläuft es selten.

Was hat Herbert gemacht? Er hat die Handhabung von Anne abgewertet, respektlos zur Seite geschoben und ist von der inneren Einstellung ausgegangen: "Ich bin o.k., aber du bist so nicht o.k.!"  
Anne fühlt sich nicht wahrgenommen und auch nicht angenommen, so wie sie ist. Vielmehr bevormundet und klein gemacht. - Das tut weh.  
 
Und hier eine Möglichkeit, es besser zu machen: 
Herbert braucht die innere Einstellung: "Du bist mit Deinem für dich völlig richtig und in Ordnung. Du gehst Inhalte anders an, als ich, eben in deiner Art." Und "Ich bin für mich völlig richtig und in Ordnung, Inhalte in meiner Art anzugehen." Das bedeutet: "Ich bin o.k. und du bist o.k.!" 
Herbert kennt in diesem Beispiel die Vorliebe Annes. Wofür er sich bisher nicht interessiert hat, sind die Hintergründe Annes. Nun geht es also in erster Linie ums besser verstehen.
 
  Herbert:  Du Anne, ich weiß, dass du gerne Landstraßen fährst und Autobahnen möglichst meidest. Ich denke daran, weil wir vorhaben nach Garmisch zu fahren und da gäbe es ja auch eine Autobahnverbindung. Magst du mir bitte mehr davon erzählen, warum du Landstraßen vorziehst. Ich stelle deine Entscheidung nicht in Frage, ich möchte sie nur besser verstehen.
 
 
    Kommentar:  Herbert bringt seinen Respekt vor Annes Einstellung zum Ausdruck, auch wenn er sie, im Vergleich zu seiner eigenen, noch nicht verstehen kann. Er fragt Anne nach ihren Hintergründen und bekommt damit die Chance, Anne ein Stück weit besser kennen und verstehen zu lernen.
 
Die Fortsetzung: 
  Anne wird freudig den eigenen Standpunkt erklären. Sie wird sich verstanden und mit dem Ihren angenommen fühlen. Es wird nicht nur ein gutes Beziehungsklima herrschen, sondern die Beziehung (die Liebe) wird in solcher Weise gefestigt und vertieft. 
Hat Herbert in diesem Fall eigene, wichtige Gründe, die Autobahn zu benützen, so kann er dieses 'eigene' Bedürfnis im Gespräch benennen und begründen.
Er spricht also dann nur von sich selbst und nicht von oder über Anne.

Herbert:  Du Anne, für die Fahrt nach Garmisch haben wir nur etwa eine Stunde Zeit. Wenn wir da Landstraße fahren, wie du das ja lieber machen würdest, dann wird es vermutlich eng. Ich bin deshalb dafür, dass wir in diesem Fall die Autobahn benützen. Ich übernehme auch gerne das Steuer. Was meinst du? 
 
Ergebnis: 
  Eine gleichwertige Begegnung von Mensch zu Mensch wird getragen von "Ich bin o.k. - und du bist o.k.!" und verlangt "zuhören - wahrnehmen - und so annehmen". Sich selbst und das Gegenüber.
Also, das Eigene einbringen (ich denke, fühle, brauche ...), und das Andere respektvoll (be-) achten. 

 

2. Beispiel: 
Hans und Ingrid besuchen gemeinsam einen Kurs in der Volkshochschule. Das Semester hat eben begonnen und am ersten Abend wurden die neuen Kursgebühren kassiert.
Am nächsten Tag ruft Ingrid bei Hans an und fragt ganz empört
 
  Ingrid: Du, gestern wurden doch die neuen Kursgebühren fällig. Hast du das mitgekriegt, der Preis ist von 54 Euro auf 67 Euro gestiegen?
 
Hans: (zögernd) Ja schon, so schlimm ist das ja nicht!

Ich finde das schon schlimm und es ärgert mich auch, noch dazu weil es auch vorher nicht angekündigt worden ist. Ich überlege mir, ob ich beim nächsten Folgekurs wieder mitmache.

Das wäre dir das Aussteigen aus dem Kurs wert? Ich fände es schade, wenn du nicht mehr dabei bist. 
 
 
    Kommentar:
Hans hört zwar den Text von Ingrid (Kursgebühren), aber er hört ihr nicht zu (ich bin wütend, aufgebracht, ich muss mit dir reden, bevor ich platze). Ingrid möchte 'gehört' werden. Da sind eigene Meinungsäußerungen zunächst überhaupt nicht gefragt.
Hans geht auf ihren Ärger nicht ein, sondern antwortet sofort mit seiner Meinung.
Das Gespräch endete für beide mit einem unzufriedenen Gefühl.
Bei Hans schwingt im Hintergrund das Unverständnis mit, wieso sich Ingrid denn wegen dieser Kleinigkeit so aufregt (Ich bin o.k. - du bist so nicht o.k.). Ingrid fühlt sich nicht gehört und nicht angenommen. Das ist belastend für ihre freundschaftliche Beziehung.
 
Und hier eine Möglichkeit, es besser zu machen: 
  Ingrid: Du, gestern wurden doch die neuen Kursgebühren fällig. Hast du das mitgekriegt, der Preis ist von 54 Euro auf 67 Euro gestiegen?
 
Hans:  Ja, ich habe auch bezahlt - und du bist im Moment darüber sehr verärgert - oder?
 
Ja - ich finde das eine Unverschämtheit, das hätten sie uns ja vorher sagen können. Ich muss mein Geld ja auch einteilen - und so dicke habe ich es auch nicht.

Das verstehe ich. (Pause) - Ja, kann ich dir in diesem Zusammenhang noch was Gutes tun?

Nein, danke, jetzt ist mir schon wieder leichter. Ich musste einfach Dampf ablassen, sonst wäre ich geplatzt. Danke, dass du mir zugehört hast.

Magst du noch meine Meinung dazu hören?

Ja natürlich!

Ich meine, dass es soo schlimm auch wieder nicht ist. Alles wird ja teuerer - und wir haben die Mindestteilnehmerzahlen nicht erreicht, also müssen alle anderen mehr zahlen.

Da hast du schon recht. - Ich habe mir schon überlegt, künftig ganz weg zu bleiben, aber vielleicht bleibe ich doch dabei - macht ja eine Menge Spaß!
 
    Kommentar:
So sind beide zufrieden und haben Freude an ihrem Gespräch. Beide sind Gewinner. - Warum? - Es ist zu spüren, dass jeder den anderen wichtig nimmt. 
Ergebnis: 
  Zuhören bedeutet "Ich höre dir zu mit meinen Ohren, ich schaue dich an mit meinen Augen und ich fühle bei dir mit! - Ich nehme dich wahr + ich nehme dich so an + ich sage dir auch, was von dir bei mir ankommt." Erst dann wechsle ich mit der Aufmerksamkeit zu mir und biete das an, was ich (von mir und über mich) dazu sagen möchte. 
So entstehen ('verständnis'-volle) win + win - Situationen - und die tun beiden gut. 

 

3. Beispiel: 
Von einer Bergtour kommen Sabine und Elke hungrig wieder in der Ortschaft an, von der aus sie weggegangen sind. Übereinstimmender Beschluss: "Wir gehen jetzt zum Italiener!". Sie kommen vor dem Restaurante 'Papa Luigi' an und nehmen im Freien Platz. Nichts rührt sich. Nach einer Weile geht Sabine zur Türe und sieht, dass das Restaurant erst in einer Stunde wieder geöffnet wird. Am anderen Ende des Ortes gibt es, dass wissen die beiden, einen weiteren Italiener. Also machen sie sich zu diesem auf den Weg, finden ihn und auch dieser öffnet erst später. Da sagt Elke:
 
  Elke: Jetzt schauen wir noch nach 'Papa Luigi'. Vielleicht haben wir bei dem eine Chance.

Sabine: Bei dem waren wir als erstes. Der hatte ja zu.

Nein, das war nicht  'Papa Luigi', das war ein ganz anderes Restaurant. 'Balo' oder so ähnlich!

Du irrst dich, es war 'Papa Luigi'.

Stimmt überhaupt nicht, ich habe es doch gesehen!

Und dann geht es noch eine ganze Weile so hin und her. Jede beharrt auf der eigenen Meinung und am Schluss gehen sie ohne Restaurantbesuch zum Bahnhof und fahren schweigend und in schlechter Stimmung nach Hause.
 
    Kommentar: 
Sabine hört, dass Elke meint, ein anderes Restaurant gesehen zu haben, aber Sabine hört nicht zu. Vielmehr sagt sie sich innerlich "Ich weiß es besser - und du bist nicht o.k.!" und argumentiert fleißig dagegen.
Nach diesem Zwischenfall hat sich die Beziehung zwischen beiden bleibend verschlechtert. Sabines Überzeugung war: "Mit der fahre ich nicht mehr so oft, mit der kann man ja nicht reden, die lässt sich auch nichts sagen. Auf logische Argumente geht die auch überhaupt nicht ein!"
 
Und hier eine Möglichkeit, es besser zu machen: 
  Elke: Jetzt schauen wir noch nach 'Papa Luigi'. Vielleicht haben wir bei dem eine Chance.

Sabine: Bei dem waren wir als erstes. Der hatte ja zu.

Nein, das war nicht  'Papa Luigi', das war ein ganz anderes Restaurant. 'Balo' oder so ähnlich! 

Ah ja, du hast also 'Balo' und ich 'Papa Luigi' gesehen. Was nun? Gehen wir wieder zurück, um nachzuschauen? Wir könnten auch nochmals durch den Ort schlendern? Oder gehen wir gleich zum Bahnhof? - Ich bin ehrlich gesagt müde und würde jetzt lieber gleich nach Hause fahren. Wir könnten uns ja im Zug überlegen, ob wir in München dann noch in eine Wirtschaft gehen.

Gute Idee, gehen wir gleich zum Bahnhof! Ich habe auch noch zwei Brote, die können wir teilen, für den ersten Hunger.
 
Das haben sie dann auch gemacht und sind fröhlich und guter Dinge nach München und dort jede zu sich nach Hause gefahren. 
    Kommentar:
Sobald erkennbar wird, dass Elke eine andere Wahrnehmung hat, gilt es diese zu akzeptieren und gleich-berechtigt mit-einzubeziehen.
Alles andere wirkt zerstörend auf die Beziehung.
 
Ergebnis: 
   Eine hat es so gesehen, die andere anders. Wer hat nun Recht? Ist das überhaupt wichtig? Geht es um den Inhalt und das Recht-haben oder geht es um die Beziehung und ein gutes Miteinander?
In einer guten Begegnung von Mensch zu Mensch (auf der gleichen Ebene), hat nicht der Inhalt, sondern immer die Beziehung Vorrang. Und da muss gelten: "Ich bin genau so richtig und in Ordnung, wie du richtig und in Ordnung bist! - Deines gilt genauso, wie meines!"
Es geht also ums "zuhören - wahrnehmen - so annehmen (so lassen)" und gleichzeitig das Beste für die jeweilige Situation daraus machen. Das ist gelebter Respekt. 
 

 

Worum geht es, wenn wir miteinander reden?

Wir suchen z.B. sozialen Kontakt, Verstanden-, Angenommen- und Miteinander-in- Verbindung-sein, Geborgenheit, Zärtlichkeit, Nähe, Lob, Anerkennung und zu Zeiten auch Hilfe, Unterstützung und Trost.

Menschlich und damit gut geht das nur, wenn beide einander mit der inneren Grundeinstellung

"Ich bin o.k., so wie ich bin!" (für mich)   
und   
"Du bist o.k., so wie du bist!"
(für dich)

begegnen.

 

Hilfreich zu beachten:

Jeder, du und ich, ist eine eigene Welt, mit einer eigenen Lebensgeschichte, eigenen Vorstellungen, eigenen Wünschen und Bedürfnissen und je einer eigenen Art, Dinge zu tun oder auch nicht zu tun. 

Tipps für den ERZÄHLENDEN 
  Das Eigene verständlich machen (ich meine, denke, sehe es so, spüre, ICH über MICH), so dass der Zuhörende innerlich folgen und mitgehen, Zusammenhänge herstellen und sich ein Bild machen kann. 
Augenkontakt! - Darauf achten, richtig verstanden worden zu sein! - Gegebenenfalls richtig stellen oder ergänzen. Auch Vergleiche, Bilder, Metaphern zu Hilfe nehmen, wenn es die Inhalte lebendiger und deutlicher macht.
Sprache und Worte müssen dem Zuhörenden vertraut, dürfen nicht 'abgehoben' und damit für ihn nicht nachvollziehbar sein.
 
Tipps für den ZUHÖRENDEN 
  Wichtig ist das zugewendete, aufmerksame und interessierte Zuhören und das innerliche Mitgehen. Kein Dazwischenreden, keine Ratschläge, keine Kommentare.
Danach immer das kurze Bestätigen, dass der Erzähler mit seinem Text angekommen ist. Z.B. "Aha, so siehst du das!" oder "Aha, so ist das für dich!" oder auch kurz und mit eigenen Worten zusammengefasste Wiederholung dessen, was der Erzähler beschrieben hat.
Der Erzähler fühlt sich jetzt gehört und angenommen. Fehlt diese Empfangsbestätigung, können Unsicherheit und ungute Gefühle beim Erzähler entstehen, er fühlt sich möglicherweise nicht beachtet, zurückgewiesen, nicht verstanden, nicht wichtig genommen usw. - und reagiert entsprechend. 

 

Wie kann es  für den ZUHÖRENDEN  jetzt weitergehen?

STEHEN LASSEN und zu einem neuen, eigenen Thema überleiten
  Oft ist es für den Erzähler nur wichtig, das Eigene abladen (teilen, aussprechen) zu können und einen interessierten Zuhörer zu haben.
Bereits durch das Aussprechen verändert sich die Seelenlandschaft des Erzählenden, das Erlebte kann verarbeitet und als erledigt abgelegt werden. Das Angesammelte wird losgelassen, spürbare Erleichterung tritt ein, weil innerlich wieder Platz geschaffen wurde. Das bedeutet auch zur Ruhe kommen.
So kann es sein! - Will der Erzählende dazu von sich aus ein weiterführendes Gespräch, so wird er dies sagen.

Kommt vom Erzählenden kein Hinweis zur Weiterführung des Themas und möchte der Zuhörend im einzelnen nicht darauf eingehen, so kann nach der Empfangsbestätigung (wichtig!) und einer kurzen Atempause nun durch den bisherigen Zuhörer zu einem anderen Thema übergleitet werden.
Damit wird der bisher Zuhörende nun zum Erzähler, der bisher Erzählende nun zum Zuhörer. 
 

ERGÄNZUNGEN und FRAGEN zum Erzähltext 
  Ergänzungen und Fragen zum besseren Verstehen des Erzählers sollten nur dann gebracht werden, wenn der bisherige Erzähler gefragt wurde und damit einverstanden ist. - Sonst besteht die große Gefahr, ins Argumentieren abzugleiten.
Zur Erinnerung: Es geht im Moment nur um das Verstehen und Nachvollziehen-können der Lebens- und Gedankenwelt des Erzählenden!
 
MEINUNGSÄUSSERUNG / andere Sichtweise
  Wenn beim bisher Zuhörenden die Idee da ist, zum Erzähltext etwas sagen zu wollen (eigene Meinung, eigene Erfahrungen), ist es wertvoll, vorher zu fragen, ob der andere nun auch die eigene Meinung / Sichtweise hören möchte. 
Gleichzeitig sollte innerlich überprüft werden, ob das, was ich jetzt gerade dazu sagen möchte, wirklich nur dem Austausch und damit auch dem gegenseitigen, besseren Kennen-lernen dienen soll, vielleicht für das Gegenüber auch ein unterstützendes und förderndes Angebot sein kann - oder einfach Besserwisserei ist (Ich habe da eine bessere Lösung - du machst es nicht richtig!).
Den Erzähler also fragen: "Magst du dazu meine Meinung hören?"  "Ich würde da gerne meine Meinung dazu sagen. Ist dir das Recht?"
Das Einverständnis von beiden ist wichtig, weil es nicht selbstverständlich ist, dass der andere gerade meine Meinung dazu hören möchte und dafür ein offenes Ohr hat. Vielleicht wünscht er sich keinen Kommentar (vgl. 'stehen lassen'), oder eine spätere Fortsetzung. Was auch immer, wichtig ist die Bereitschaft beider.
Nun wird der bisherige Erzähler zum Zuhörer, zu demjenigen, der versteht und akzeptiert, die Welt des anderen ein Stück weit kennen lernt. 
Der bisherige Zuhörer stellt seine Meinung / Überlegung / Sichtweise dazu. Gleichwertig. So kann man es auch sehen, so kann man es auch machen. 
So wird sichtbar, dass es viele Möglichkeiten des Herangehens gibt. Jeder sucht sich diejenige aus, die für ihn am angenehmsten ist. Vielleicht entstehen im Austausch für die Zukunft auch ganz neue Mischformen. 
 
GEMEINSAME LÖSUNGEN suchen 
 

Wenn verschiedene Sichtweisen da sind - die eine ist richtig für den einen, die andere ist richtig für den anderen - und ein gemeinsames Handeln in einer bestimmten Richtung beschlossen werden soll (z.B. in einer Partnerschaft: Gehen wir heute Abend zu Fuß ins Kino oder nehmen wir das Auto?), dann geht es als nächstes um die Frage:
"Wollen wir uns einigen?"
Erst wenn beide übereinstimmend sich dazu bereit erklären, sind gute Voraussetzungen für ein anschließendes Verhandeln gegeben (Ergebnis vielleicht:  "O.k. heute gehen wir zu Fuß und beim nächsten Mal nehmen wir das Auto.").
Jetzt ist auch das 'Argumentieren für die eigene Sache' möglich, nicht aber das Abwerten oder Kritisieren der Überzeugungen oder Bedürfnisse des andern.
 

 

Gutes miteinander reden 
wird möglich, wenn einer erzählt und der andere zuhört und akzeptiert: "Aha, so ist das gerade für dich!", ohne sofort das Eigene dem anderen aufdrängen zu wollen. So kann der andere spüren, dass er in seiner Art gesehen und akzeptiert ist. Die Beziehung stabilisiert sich, Liebe und Verständnis wachsen.
 

Das sind Möglichkeiten, zu einem friedlichen, freundlichen und respektvollen Miteinander beizutragen. Und den eigenen Wunsch nach 'argumentieren', wenn er auftritt (und das kommt vielleicht hin und wieder vor), selbstkritisch zu hinterfragen: "Worum geht es mir jetzt in erster Linie? Um den Inhalt oder die Beziehung?"
Der Inhalt neigt gerne zum Besserwissen-wollen, die Beziehung mehr zum Verstehen, Verständnis und besseren Kennen-lernen des anderen.

Von Mensch zu Mensch sollte immer 'die Beziehung' Vorrang haben.

 

Zt1         

Die Welt in der wir leben, 
      entsteht aus der Qualität unserer Beziehungen.

                    Angela Dietz 

 

 

 

Zt2           

Argumentieren?           

       Wenn .Menschen           
Menschen           
.begegnen,          
wünsche ich mir:         

o  .Kreative und mutige .Fragen, weil niemand weiß, was andere Menschen
glücklich und
.zufrieden macht.
o  Freude am Abenteuer Sprache und Lust auf neue, lebendige
.Erfahrungen, die das Leben schreibt.
o  Respekt und Wertschätzung für Differenzen und
.Unterschiede, damit Vielfalt zur Bereicherung wird.
o   Einfühlungsvermögen und Achtsamkeit, damit jede Begegnung
zum inspirierenden und spannenden Austausch wird. 
o  Neugier und Klarheit, so dass gemachte
.Erfahrungen (Vergangenes *)
nicht auf gegenwärtige Erlebnisse übertragen werden.

*) Einfügung des Autors                                                                            Verfasserin:  Angela .Dietz ( www.angela-dietz.de ) 

     Bearbeitungsvermerk/e:   von Argumentieren,Zt2  auch an  > Achtsamkeit > Austauschen (teilen/Dialog) > Bedürfnisse > Begegnen > Empathie (Einfühlung) > Erlebnisse und Ereignisse > Fragen > Freude (nicht nur fun / Unterh.) > Glück  > Klarheit > Mensch > Neugierde  > Respekt > vereinbaren > Vielfalt(Neues) > Wertschätzung    Einfügung: Argumentieren, wenn Menschen begegnen .Wünsche / .Bedürfnisse)  
[ (>)=. erl 05.17] 

 

 

 

--------------------------------------------------X X X X X--------------------------------------------------

 Einfügung: Kennenlernen>"besseres" + Verständnis-Fragen, statt Besserwisserei, Rechthaberei usw

          
Kennenlernen           

"besseres!"                

 

und Verständnis-Fragen,            

statt                        
kritisieren, argumentieren,           
besserwissen-, rechthaben-         
bevormunden- oder               
fremdbestimmen-wollen!           

 

 “Kritisieren und argumentieren”
haben im Hintergrund immer die Überzeugung:
“Ich weiß besser, was für dich gerade gut und richtig ist
und erwarte / fordere von dir ... !”
(Gedanken des anderen lesen = unmöglich!)

Da fehlen in der Regel
das ehrliche Bemühen, den anderen JETZT "so anzunehmen", wie er gerade ist
(Frage: Wie ist er denn?
z.B. Tun, Anliegen, Wünsche, Bedürfnisse, Erleben, Sehnsüchte, Träume, Ziele usw.)
und “der Respekt vor der anderen, von mir verschiedenen Gesamt-Persönlichkeit”.

Das bräuchte immer besseres Kennenlernen und Einlassen auf die wirkliche Wirklichkeit
des anderen - auch in Form von (Verständnis-) Fragen
und keine Besserwisserei oder Rechthaberei oder Bevormunden- oder Fremdbestimmen-wollen.

Noch mal:  Interessierte Fragen und dann So-lassen und So-annehmen!. > RESPEKT!
Und nicht nur vermuten, interpretieren, behaupten etc. und beim anderen hineinregieren wollen.*)
 *) Minderjährige Kinder entscheiden und handeln! nur eigenständig in der Verantwortung der Eltern!

   Bearbeitungsvermerk/e:   von Kennenlernen,Zt2/2  auch an: > Annehmen > Argumentieren > Bedürfnisse > Besserwisser(Partnersch.2) > Eltern > Ein-lassen > Erlebnisse und Ereignisse >

   Erwartungen+ fordern) > Fragen //> Gewaltfreie Kommunikation   >   Jetzt > Kinder > Kritik  > Lassen > Partnerschaft(6)  > Recht haben wollen=Partnerschaft (7) > Respekt  > Sehnsucht > Sichtweisen >
   Träume   > Tun > Verstehen > Wahrheit > Zauber   > Ziele     (09.17) 

--------------------------------------------------X X X X X--------------------------------------------------

 Einfügung: Meinung - Jede FREMD-Meinung ist ein Geschenk-Angebot (Betriebsblindheit?)

          

Meinung          
 

     Jede          
Fremdmeinung
,         
respektvoll und          
zurückhaltend          
vorgetragen,         
ist ein          
GESCHENK-ANGEBOT!     

Regt zum Nachdenken an!    


Betriebsblindheit?
     
    

 Da wird z.B. ein neues Kleidungsstück vorgeführt, von Schwierigkeiten in der der Beziehung erzählt.
Persönliches ausgetauscht usw.
*
Wie häufig steckt man in den eigenen Vorstellungen fest - und begründet diese vielleicht auch
noch zusätzlich (und heftig?) mit scheinbar weiteren Argumenten?
Da ist es hilfreich, die "einmalige" (!!) EIGENE und EHRLICHE Meinung eines Außenstehenden
zu diesem Thema zu hören, diese aufzunehmen und zu bedenken.
Das kann Bestätigung sein - oder auch eine ganz andere Sichtweise.
*
Zumindest sind jetzt auch andere Gedanken verfügbar, die in Beziehung zu den bisherigen eigenen
Vorstellungen gebracht werden können und damit anregen,
das Bisherige zu lassen, zu verbessern oder SELBST neu nachzufragen.
*
Auch vorheriges Fragen ist gut: "Darf ich dir kurz MEINE Meinung dazu erzählen?" (ohne jeden Druck!)
*
Jeder entscheidet - buchstäblich oder durch eigenes Verhalten (Tun) -.
wie er seine Beziehungen zu Partner oder anderen gerne hätte: FRIEDLICH oder MIT GEWALT?
Mit Gewalt (fordern, erwarten, besser wissen, bevormunden usw,) ist einfacher, da mehr verbreitet.
Friedlich und gleichberechtigt (win+win) dagegen braucht lernen und möglichst
achtsam üben, auch Neues probieren und experimentieren.

*
Denn jeder hat das Recht auf seine eigenen Vorstellungen -
und JEDER entscheidet immer SELBST und nur FÜR SICH, zum eigenen Nutzen oder auch Schaden.

   Bearbeitungsvermerk/e:  von Meinung,Zt2 auch an  > Achtsam > Argument> Beziehung > Entscheiden > Fragen > Frieden/friedlich > Gedanken > Gewalt (Druck) > Geschenke > Neues > Probieren / Experimentieren > Respekt > Sichtweisen/Vorstellungen > Verhalten/Tun > eig.Wahrheit   ()      
   

--------------------------------------------------X X X X X--------------------------------------------------

 

 

NL76  Gestern stand ich mit einem ungemein dicken Mann zusammen und wir plauderten. Er verkündete, dass er viele Farben mag, ohne Einschränkung essen, ebenso trinken und rauchen. Man muss das Leben genießen - sonst macht es ja keinen Spaß! - Und ich spürte in mir, wie ich ihm schon widersprechen wollte. Da wurde mir blitzartig bewusst: "So stimmt es für ihn, so ist es für ihn in Ordnung!" und ich sagte: "Ja, das habe ich verstanden, für Sie ist es so gut und in Ordnung. - Für mich ist es ein bisschen anders. Wollen Sie nun auch meine Sicht hören?" Nachdem er "Ja, natürlich!" gesagt hatte, habe ich auch Meines erzählt (dazugestellt). - Es war ein gutes Gespräch. Obwohl es recht gefährlich begonnen hat, nämlich mit dem Impuls, dagegen zu argumentieren. Weil für mich Freude 'das' Lebensthema ist, allerdings mit der Einschränkung, soweit und so lange sie in der jeweiligen Form spürbar gut tut. 

 

 

Argumente            - siehe auch:  Jetzt(6)

- siehe auch: Kennenlernen,Zt2/2

- siehe auch:Meinung,Zt2+3

  >Bis hierher S.1 von  argument.<

 

F-ok
Zt=Zwischentext
ZL = in der Zentralen Linkliste vorgemerkt 
(>) = unter "Buchstaben" (je erste Seite / Inhalte oder HINWEISE - z.B. AA) vermerken;  erl.= .   Bearbeitungsvermerk/e: 
[(>)  =erl  ]
A&L erl. =   Links für Alltag und Labyrinth wurden auf die neuen Adressen umgestellt!

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Okt./Nov.06 (1+NL76+Zt1+Zt2), Aug.17(Zt2-Wdh), Aug.21(Bild1)
 

ALLTAG / Thema der Woche ab 21.10.06  +   ALLTAG / Newsletter >> Nr.76   
 

 

siehe auch:

Annehmen     Begegnen     Bewusster(mit Übungsmögl.)      Beziehung     Dalai Lama(Empfehlungen)     Erwartungen4     Familie (1)-SchwiegerMutter     Fragen(auch:Zt7+Zt9)    Gesch.11     Gespräch6     Ich     Kennen-lernen    Klarheit(auch Zt2)     Kommunikation     Kritik (1)     Lebens-Einstellung      Mensch      Miteinander reden      Möglichkeiten     Partnerschaft (2) - Ich o.k....     Respekt    Richtig und falsch(3)    Roter Faden1 (Der Mensch)     Roter Faden3,7(1-9)     Schuld2      Selbst..      Verschieden(jeder vom anderen)    Verstehen2    Zuhören 

 

 

 

Die Verweise auf einschlägige Texte in ALLTAG bzw. LABYRINTH sind vor allem bei den o.a. Einzeltexten! 

 

 

>ZL

ALLTAG:
Autor     Gewaltfreie Kommunikation     Haltung     Richtig     Sehnsucht     Sinn (praktizierender 'Mensch')     Stehen 
Ziel-Sätze   (Unterbewusstsein, Unehrlichkeit [authentisch?] - SELBST-gestaltende Visionen) 
Meditatives Gehen/Laufen (sich genauer spüren + wichtig nehmen + verbessern + genießen lernen)
 
LABYRINTH:
Begegnungen     Helfer (27) 

 

 

Stand:   siehe Home                [ Inhalt ]             Zurück ] Home ] Weiter ]        

   
 
   |- - - - >  Zu den  Buchstaben ( erste Seite eines Buchstaben )


Vorwort     AA     BB     CC     DD     EE     FF     GG     HH     I I     JJ     KK     LL     MM 

NN     OO     PP-QQ     RR     SS     TT     UU     VV     WW     XY- ZZ

 
 

   |- - - - >  Stichwortverzeichnisse werden künftig und nach und nach abgeschaltet
                                                                                           Ersatz:  Hinweise unter "Buchstaben"

BB    C-D    EE    FF    GG    H-I-J    KK    LL    MM    N-O-P    Q-R 

Sa-Sh    Si-Sz    T-U    VV    WW    X-Z 
  
 

  ©  Copyright: Gerhard Salger
email:
  g_salger[ät]alltagalschance.de       internet:  www.abcgs.de  
(So kann die Email-Adresse im Internett nicht mehr automatisch ausgelesen werden.)

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