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Beziehung,
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  • Beziehung (4)  -  Neuorientierung nach Rückschnitt 

  • Beziehung (5)  -  Was zerstört und trennt bzw.
                                  was verbindet und nährt ? 

 

 

 Beziehung  4

 Neuorientierung nach Rückschnitt

 

Hier das Experiment eines jungen Paares, das sich fürchterlich in alltäglichen Streitereien (Kleinigkeiten) verstrickt hatte und kurz vor dem Aus stand. Dieses Paar hat versucht, das bis dahin gewachsene Verstrickungsgestrüpp abzuschneiden und mit dem verbleibenden Wurzelstock ihrer gegenseitigen Liebe neu anzufangen.

Dazu machten die beiden eine Vereinbarung, nach der sie sich seit einiger Zeit bemühen, ihr Miteinander neu aufzubauen und zu gestalten. Es gelingt ihnen mal mehr, mal auch weniger. Doch - es entwickelt sich - berichten sie.

Sie, liebe Leserin und lieber Leser, sind herzlich eingeladen, dazu Ihre Erfahrungen, Gedanken, Überlegungen oder Anregungen zu äußern. 

 

Unsere Neuorientierung nach dem Rückschnitt:

 

  1. Wir, Herta und Hans, fangen neu an!

  2. Nähe, Zärtlichkeiten und Sexualität, nur wir zwei miteinander. Wer ausbrechen will, sagt das "vorher" dem andern.

     
  3. Jeder findet FÜR SICH heraus, was er gerade will / braucht           IMMER !

     
  4. Wir dürfen uns dann gegenseitig 
      bitten,
          fragen,
              sorgfältig das je Eigene beschreiben,
                  einladen, 
                      werben, 
                          locken, 
                              verführen,
                                  versuchen zu überzeugen, 
                                      miteinander verhandeln,
                                           verzaubern                                  IMMER !

     
  5. NICHT erwarten / fordern und
          NICHTS als selbstverständlich / unmöglich / festgelegt voraussetzen,
                 KEINE Vorannahmen (Behauptungen, Vermutungen, Interpretationen).
                               NIEMALS!

     
  6. Jeder ist und bleibt frei in seiner Entscheidung, ob er nun mit Freude mitmachen - oder verhandeln - oder Eigenes machen möchte.

     
  7. Treten trotz aller Achtsamkeit Einbrüche auf, so werden diese entweder sofort oder nach Vereinbarung später
    nach den 4 Schritten der GfK (Gewaltfreie Kommunikation) behandelt:
    a) Eigene Wahrnehmung beschreiben (ohne Wertung)
    b) eigene Gefühle dazu beschreiben
    c) welches eigene Bedürfnis steckt hinter diesen Gefühlen
    d) Bitte an mich selbst bzw. an das Gegenüber
           Wenn an mich selbst, Frage: 
         Wie will ich das anpacken und wann fange ich an.
         Brauche ich evtl. Unterstützung vom Gegenüber.
            Wenn an das Gegenüber, Frage: 
         Bist du bereit, mir meine Bitte zu erfüllen bzw.
         darauf einzugehen - oder bist du verhandlungsbereit?
    f) Gegenseitig "bedanken" für Vertrauen und Bereitschaft zum Engagement.

     
  8. Wir fangen neu an!
    Alles - ohne Ausnahme - will neu und aktuell erklärt bzw. geklärt werden.
    Zu allem - ohne Ausnahme - fragen. Auch wenn ich in der Wohnung des anderen die Schuhe anlassen, mir einen Apfel oder ein Glas nehmen möchte. Fragen: "Ist dir das recht, wenn ..?"
    Erst wenn der andere freigibt und sagt: "Da darfst du dich künftig immer selbst bedienen oder frei bewegen!" dann gilt das, sonst in jedem Einzelfall "fragen". Lieber einmal mehr als einmal zu wenig. Zu wenig kann böses Blut erzeugen.

     
  9. Wir wollen Freude, Lachen und Wohlfühlen - selbst und miteinander - mehren und genießen!

     
  10. Wer Hilfe und Unterstützung braucht, darf den anderen darum bitten.
    Wenn es diesem möglich ist und für ihn stimmt, wird er sie gewähren.

     
  11. "Bitte" und "danke" und das "Anlächeln" seien uns wichtige und wertvolle Begleiter -

    auch ständig das Bewusstsein: "Ich bin o.k., so wie ich bin!"  (ich für mich) und
                                                  "Du bist o.k., so wie du bist!"  (du für dich)
    (In unserem Begegnen und Miteinander-wollen liegt dann die Herausforderung!)

     
  12. Liebe zueinander und füreinander, die Stimme des Herzens, die Kraft des Verstandes
    und Achtsamkeit für das Jetzt   seien uns ständige Begleiter.

 

Auf dass es uns gut gelingen möge!                    Den ……...........…

 

 Unterschrift                                                                           Unterschrift

……………….Herta                                             ……………....Hans

 

 

Beziehung  5 

 Was zerstört und trennt bzw.   
was verbindet und nährt ? 

 

In der letzten gemeinsamen Gesprächsrunde, die einmal im Monat stattfindet, haben wir uns vorgenommen, Beziehungen (Partnerschaften und Ehen) zu betrachten und in Stichpunkten einzusammeln, was eher zerstörend und trennend wirkt bzw. was eher verbindet, Beziehungen Halt und Bestand gibt, das Miteinander also nährt. 
Die Sammlung ist ganz sicher nicht vollständig, aber sie bietet Anhaltspunkte, um diesen Themenkreis selbst weiter zu verfolgen. Und nur Anregungen in dieser Richtung sollen an dieser Stelle gegeben werden.
Hier also die Stichpunkt-Ergebnisse:


Was wirkt in Beziehungen eher zerstörend und trennend? 

'Nur' die sexuelle Spannung und Anziehung (dahinter stecken auch Kosmetik, Mode, Schönheitskult und -chirurgie, Äußerlichkeiten, die Sucht, etwas anderes darstellen zu wollen / müssen, als man tatsächlich ist) + 

festgefahrene Gewohnheiten + 

Erwartungen (Forderungen) + 

Druck + 

Angst, auch vor Veränderungen + 

Glaube, Verantwortung zu haben oder übernehmen zu müssen für alles andere, nur nicht für sich selbst + 

Glaube, "Ich liebe dich!" oder "Wir haben zusammen sogar ein Kind!" oder "Wir haben gemeinsame Interessen (Wohnen, Hobbys)!" - und damit muss dann alles gut sein. Es muss nicht über alles geredet werden - das was gut und richtig ist, ergibt sich schon.

…. .

Ergebnis: 
Mehr als 50% aller Ehen (Partnerschaften) werden geschieden.

Wie viele vom Rest bleiben dann wohl noch, die wirklich gut sind, in denen sich also beide Partner wohl, zufrieden und geborgen fühlen, in denen Liebe gegenwärtig und lebendig, spürbar ist?



Was ist der Nährboden für eine gute Partnerbeziehung,
was verbindet also und gibt Halt, worauf kommt es an?
  

Sexualität / Nähe / Zärtlichkeit - interessant, spannend, wohltuend, liebevoll + 

Respekt (Einstellung: Ich bin o.k. und Du bist o.k.) + 

Zuverlässigkeit + 

Eigenverantwortung (Fürsorge für die eigene Freude und die eigenen Bedürfnisse) +

volle Mit-Verantwortung für die Beziehung + 

klare Entscheidung für dieses DU und diese Beziehung (innerlich und äußerlich) + 

Achtsamkeit + 

Vertrauen + 

Kommunikationsbereitschaft + Gespräch (erzählen, erklären, Konflikte bereinigen) + 

bitten, einladen, werben, locken, verführen, auch danken + 

verhandeln, sich einigen und so Lösungen (er-) finden, die für beide gut sind  +

Fürsorge für die gemeinsame Freude + 

gemeinsame Höhepunkte (auch Neues, Anderes, Bisher-noch-Unbekanntes) + 

Zu-wendung (nicht nur Nebeneinander, z.B. auch regelmäßige Zwiegespräche) + 

Geduld und Ausdauer + 

Wohlwollen und auch Nachsicht + 

Humor + 

Zufriedenheit + 

Dankbarkeit + 

Anerkennung für das viele vorhandene Schöne + 

…. .

Vieles wird wohl auch gemeint sein, wenn das allumfassende Wort 'Liebe' gebraucht wird, doch eingeübt werden kann es nur einzeln. Und alles zusammen ist dann sicherlich auch spürbare, partnerschaftliche 'Liebe'. 


Wie geht es nun weiter?
Für unsere Runde haben wir vereinbart, dass jeder für sich selbst bzw. seine Beziehung daraus sein eigenes Forschungs- und Entwicklungsprojekt macht, also herausfindet, welche Seite er/sie leben will und welche persönlichen Ergänzungen sich ergeben. 

Z.B. Wie genau mache ich es jetzt, wenn ich Anerkennung für das viele vorhandene Schöne leben will? 

Mache ich das schon? 

Wenn ja, wie oft und wie im Einzelnen?

Kann das verbessert werden? 

Worauf will ich künftig mehr achten? 

Und wie will ich es ausdrücken, mir selbst und auch anderen, auch dem Partner gegenüber? 

Wie werde ich mich dann fühlen? 

Wie wird das auf mich selbst, mein Gegenüber und die Beziehung wirken?

Wann fange ich an - mit was (in kleinen Schritten)?

Denn nur das, was ständig geübt wird, 
                                   fügt sich auch bereichernd in den eigenen Alltag ein.
 

Und was machst du, liebe Leserin, lieber Leser - einzeln oder vielleicht sogar gemeinsam??

 

weiter >>            

 
A&L erl.

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Sept.08(4), Jan.10(5) 

sehe auch:     alle Hinweise von:   << Seite1   +   >> Seite3
 

 

siehe auch:

Gewaltfreie Kommunikation     Jetzt(auch:Zt5)    Partnerschaft       Roter Faden1-9      Trennen 

 

 

 

Die Verweise auf einschlägige Texte in ALLTAG bzw. LABYRINTH sind vor allem bei den o.a. Einzeltexten! 

 

 

>ZL

ALLTAG:
Krisen     Streit1     Streit2ff.

 

 

Stand:   siehe Home                [ Inhalt ]             Zurück ] Home ] Weiter ]        

   
 
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