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Bitte 

      >>Seite2

 

 

 Bild1

 

                                                                         Angelika Wohlfarth

 

 

 Bitte  1 

um eine Antwort 


Briefwechsel (Was tun?): 

Situation:    A. hat H. schriftlich mehrere Fragen gestellt. Daraufhin bekam er zwar viel anderes erzählt, jedoch keine Antworten auf seine Fragen. 
Es passierte wohl so ähnlich, wie es oft in Gesprächen abläuft: Einer spricht z.B. den Urlaub an und der andere nimmt diesen Gedanken auf und erzählt nun seinerseits: "Ja - unlängst war ich wochenlang in Urlaub und da habe ich dies und jenes erlebt - und übrigens erinnert mich das an ... usw. usw."  = Einer hört also dem anderen nicht wirklich zu, sondern erzählt nur das Eigene. So reden beide aneinander vorbei, auch wenn das manchmal durchaus unterhaltsam sein kann.
Für A war das jedoch unbefriedigend. Was also tun? A. wollte weder kritisieren, noch verletzen, noch den Kontakt gefährden - aber auf Antworten auch nicht verzichten.
Auf dem Hintergrund der 4 Schritte der Gewaltfreien Kommunikation hat es A dann probiert.

Lösungsversuch:    ... Viele interessante Informationen hast du mir geschrieben, von deinem Garten, der Flüchtigkeit des Erlebens, von bisherigen und künftigen Auslandsaufenthalten, bis hin zu Erlebnissen in deinem Berufsalltag.
(= 1. Schritt:   aktuelle Wahrnehmungen beschreiben, ohne zu bewerten)

Trotzdem habe ICH das Gefühl, nicht gesehen, nicht gehört und nicht verstanden, nicht wertgeschätzt worden zu sein. 
(= 2. Schritt:   eigene Gefühle beschreiben) 

Mein Bedürfnis nach Wertschätzung wird z.B. dann zufrieden gestellt, wenn ich auf gestellte Fragen, egal ob mündlich oder schriftlich, Antworten bekomme. Da kann ich dann spüren, dass auf mich eingegangen wird, dass du mein Interesse (auch an dir und Deinem) wichtig nimmst, dass ich mit meinen Gedanken also gehört, verstanden und angekommen bin. In mir entsteht so ein gutes und verbindendes Gefühl, das noch weitere Nahrung erhält, wenn ich dann auch noch deine persönliche Position bekomme. Jetzt wird es für uns beide zusätzlich spannend, weil zwei verständliche, wenn auch vielleicht verschiedene Sichtweisen da sind und so das Miteinander reicher / lebendiger machen.
(= 3.Schritt:   Bedürfnis erklären / beschreiben)

Würdest du mir deshalb bitte die Freundlichkeit erweisen, für meine letzte Mail und auch in der Zukunft, auf meine Inhalte einzugehen und auch gestellte Fragen zu beantworten?
Ich hoffe, dass du meine Not *) verstehen und mir entgegenkommen kannst. Im Voraus sage ich dir schon mal "Danke!", dass du dich mit meinem Kummer / Bedürfnis befasst.
(= 4. Schritt:   Bitte formulieren)

*) Not = ich benötige etwas, fühle mich insoweit also eher schwach / bedürftig, spüre ein ungutes Gefühl.
   Analogie:  Ein Auto mit fast leerem Tank ist und bleibt ein schönes Auto. Es ist nun aber nicht mehr 
   für eine längere Fahrt gerüstet, muss also betankt werden. Die Not-wendigkeit zeigt die Benzinuhr an. 

Anmerkung: H. ist in 'seiner Art' zu antworten 'für sich' völlig o.k. Er macht es eben so. 
Doch so kommt mit A keine gute Verbindung / Verständigung zustande. Es wäre schlimm, jetzt auf Rückzug zu gehen und nichts zu sagen oder H. vorschreiben zu wollen: "Du musst es so ... machen oder solltest das ... beachten!" Das wäre der Versuch, zu bevormunden und besser wissen zu wollen. Doch indem A SEIN Bedürfnis ergründet, erklärt und dann eine Bitte formuliert, macht er sich verständlich und legt die Entscheidung, ob H. nun auf seine Bitte eingehen will oder nicht, respektvoll in H's Hände. Da gehört sie auch hin. Denn H. entscheidet für sich - und niemand sonst!

 

 

Bitte fördert Verbindung  (Zt1)                              

 

 

Bitte  2

heißt: "Ich habe etwas auf dem Herzen!" 

 

Es gibt viele Möglichkeiten, sich die Aufmerksamkeit; Zuwendung oder auch Hilfe und Unterstützung des anderen zu holen. Eine davon ist "Bitte".

Bitte! - ICH möchte jetzt gerne etwas VON DIR - FÜR MICH!

Hinter dem  Bitte!  steht also immer ein
ICH will, ICH brauche, ICH habe ein Anliegen, ein Bedürfnis, einen Wunsch usw.

 

Bitte als Vorwand:

Bitte  - du sollst ...., - du musst ...., - so ist es falsch ….  usw.!?
Hier wird das Wort  Bitte  zwar verwendet, allerdings als Vorwand, möglichst ungestraft in den persönlichen Bereich des anderen mit 'Gewalt' oder 'Macht' einzugreifen, hinein-zu-regieren oder auch hinein-zu-dirigieren.
Die Verwendung des Wortes  Bitte  in solchem Zusammenhang ist der Versuch, eine 'gefälschte Botschaft' abzugeben.
Ich mache dem anderen mit dem Wort  Bitte  vor, er hätte selbst und für sich das Recht auf freie Entscheidung und gleichzeitig würge ich ihm im Windschatten dieser Vorspiegelung meinen 'als Befehl gemeinten Auftrag' hinein, versuche also mit Gewalt das MEINIGE durchzusetzen.  -  Respektlos!

Vor solchen  Bitten  sei gewarnt.
Es erzeugt interessante und reinigende Wirkungen, sie sich zumindest innerlich sofort zu entlarven und die wirklichen Bedeutungen bewusst zu machen:
"Ich muss das also machen?" - "Du willst mich dazu zwingen?" - "Ein eigenes Entscheidungsrecht willst du mir dazu also nicht lassen?" - "Ich soll also funktionieren und möglichst nicht selbst überprüfen und denken?" - "Du willst mir das Recht absprechen, über das, was und wie ICH etwas mache SELBST zu entscheiden, mich also zum Hampelmann bzw. zur Hampelfrau machen?"

Äußerlich kann vielfach ein Sich-Abgrenzen reichen: "MIR würde es reichen, wenn du mir dein Ziel sagst, das was du im Ergebnis haben willst, also dein 'Ich will!'. - Ob ich dem zustimme und wie ICH das dann im Einzelnen mache, das - denke ich - darf ich doch selbst festlegen - oder?"

Solches Entlarven von Bitte-Nebel-Kerzen hilft, Beziehungen zu klären.

 

Das echte  Bitte  sagt:

"Ich habe etwas auf dem Herzen! - Es wäre schön, wenn du mir da helfen oder beistehen oder entgegenkommen könntest!"

Darin steckt gleichzeitig, ohne dass es ausgesprochen werden muss, die bewusste und respektvolle Zusatz-Rede: "Ich weiß: Du entscheidest für dich!" und "Du bist in deiner Entscheidung frei!"

Um der  Bitte  mehr Schub und Erfolgsaussichten zu geben ist es deshalb immer hilfreich, das 'eigene Anliegen' so klar und überzeugend, wie möglich, zu begründen, es also verständlich zu machen, warum jetzt gerade 'das' so wichtig wäre und warum gerade 'da deine' Unterstützung, 'dein' Mittun usw. so wohltuend oder hilfreich wäre.
Das macht das  Bitte  für das Du klarer und verständlicher.

Und jedes  Bitte, das erhört wurde, das also bewirkt hat, dass der andere etwas für mich macht, verdient ein offenes und herzliches "Danke!".
Ich habe ja etwas bekommen, MIR geht es jetzt besser - und DU hast DEINE Zeit, Aufmerksamkeit, Kraft, Zärtlichkeit usw. dafür eingesetzt. 

Wenn ICH das nicht achte und beachte, tue ICH so, als wäre das selbstverständlich, als müsste das so sein. - Tatsächlich aber ist nichts selbstverständlich. Nichts muss so sein.
Jedes Miteinander lebt von der Freiwilligkeit, zu schenken und zu teilen. Das will gesehen, respektiert und anerkannt sein. -   "Danke!"

 

 

Zt2           
Vorsicht mit           
einer GfK-Bitte!          

Im üblichen Miteinander sollten "spezielle" GfK-Formulierungen vermieden werden. Das verstehen nur wenige. – Diese Art erzeugt leicht zusätzliche Aggressivität (Kannst du nicht normal reden?). - Rede also so, wie dir der Schnabel gewachsen ist und nur mit ICH-Botschaften. Erzähle also in einfachen und verständlichen Worten von dir, deiner Not, deinen Träumen und auch dem, was dir helfen würde. Keine Forderungen oder Erwartungen an das Du!!

 

 

X X X X X

Einfügung: Dein "richtig" kannst du spüren!

     
Dein "richtig"        
kannst du "spüren"!        

Nur du entscheidest         FÜR DICH!                

 Niemand kann DIR sagen, was FÜR DICH richtig ist.
Jeder erzählt ausnahmslos nur die eigene Wahrheit oder zitiert andere
(z.B. Schule, Wissenschaft, Religion, Professoren, Doktoren oder andere, scheinbar kluge Leute).
Von anderen kommen also nur deren Meinungen oder Empfehlungen, vielleicht auch Bitten.

DEIN Denken und Handeln entscheidest immer nur DU FÜR DICH.
Dafür treffen dich auch die Folgen und Wirkungen.
Du kannst es "spüren", ob DU DIR gut tust (Freude, Wohlfühlen, Leichtigkeit, Zufriedenheit) -
oder ob DEIN eigenes Verhalten DIR eher schadet (ungute Gefühle, Druck, schlechtes Gewissen usw.).

von Richtig,Zt2  auch > Bitte > Eigen-Kompetenz/-Verantwortung > Entscheiden > Erzählen > Freude (nicht:nur fun!) > Gefühle(auch 'ungute') > Gesundheit > Handeln > Heilen > Inhalte > Machen > O.k. > Selbst > Spüren > Wahrheit > Wer / Wie bin ich? > Wirkungen   (10.16)
 

X X X X X

Einfügung: Erwarten - oder mit Respekt bitten?

           
Erwarten und           
fordern - oder           
lieber 'Bitte!' sagen           
und begründen?           

 Erwarte oder fordere nichts,
auch nicht von deinem Partner, Kindern, Eltern, Freunden, Kollegen, dem Chef oder anderen.
Sonst wäre das eine versuchte Manipulation / Bevormundung / Fremdbestimmung,
vielleicht auch ein Besser-wissen- oder ein Recht-haben-wollen.
Bist du der Hilfe bedürftig, darfst du das verständlich machen und immer wieder darum bitten.
Denn nur DU kannst FÜR DICH SELBST bestimmen, niemanden sonst.
Jeder entscheidet ausnahmslos NUR für sich selbst.
Kinder allerdings bis zur Volljährigkeit in der Verantwortung der Eltern.

von Erwartungen,Zt2/1  auch an  > Bedürfnisse(bedürftig) > Bitte > Eltern > Entscheiden > Kinder > Nicht > Partnerschaft(6) > Partnerschaft(7-Besserwissen+Recht-haben-wollen) > Respekt > Selbst  (12.16)    siehe auch:  Bestmöglich(3),Schritt1         
  

X X X X X

 Einfügung: Erwartungen und Bewertungen

Erwartungen, vor allem Du-Erwartungen und Du-Bewertungen, wirken zerstörend. Sagen sie doch: "Ich weiß, wie du denken und dich verhalten sollst! - Ich will dich bevormunden und von außen fremdbestimmten! - Mein Vorteil zu deinen Lasten!" - Ein fruchtbarer Lösungsweg ist, bei mir zu bleiben und dem Nachzuspüren, was ich für mich gerade möchte und brauche - und mich dann genau dafür einzusetzen, indem ich z.B. mein Anliegen beschreibe und mein Gegenüber um Unterstützung / Hilfe bitte.
Jetzt wird es menschlich: Ich entscheide für mich, was ich brauche und was ich dafür selbst tun will (ich erzähle und bitte)
und das Gegenüber hört zu, versteht und entscheidet dann seinerseits, ob es der Bitte entsprechen kann und will. - So begegnen sich zwei selbständige und eigenverantwortliche Menschen respektvoll. 
 

    ***Du kannst die Welt nicht heilen,... Das weißt du selbst. Man kann sich immer nur um einzelne kümmern. Aber auch das zeitigt Wirkung. Nur die Größenwahnsinnigen, ...., glauben, dass sie das Leben aller Menschen lenken können. Du gehörst zu den Gesunden,..., und damit zu denen, die nur begrenzten Einfluss besitzen.    (Sara Paretsky  / aus: Blood Shot)***

von Erwartungen1 &NL107)  auch an > Bedürfnisse (auch:5/Erwartungen)   > Begegnen > Bewertungen(urteilen) > Bitte > Eigen-Kompetenz/-Verantwortung > Entscheiden > Erzählen > Heilen > Ich will > Lösungen(Eiigen) > Mensch > Respekt > Selbst > Wege > Wirkungen   (12.16)  
 

X X X X X

 Einfügung: ICH-Botschaften m. verständl. + freund. Worten!

           
Im Gespräch           
möglichst immer           
ICH-Botschaften          

 Rede so, wie dir der Schnabel gewachsen ist und
möglichst nur mit ICH-Botschaften (nicht: man, du oder andere).
Erzähle also in einfachen und verständlichen Worten von dir,
deinen Erlebnissen, deinen Sichtweisen, deinen Träumen, deiner Not und auch dem,
was dir sonst noch wichtig ist, auch von dem, was dir helfen könnte und deine Bedürfnisse.
Formuliere ggf. eine vorsichtige und freundliche Bitte - keine Forderungen oder Erwartungen!

 von Botschaften,Zt1  auch an  > Bedürfnisse > Bitte > Erlebnisse > Erwartungen > Erzählen > Gespräche > Ich > Sichtweisen > Traum > Verstehen > Worte   (02.17) 
 

X X X X X

Einfügung: Schuld oder SELBST handeln?  -  Selbstfürsorge / Eigen-Kompetenz / Eigen-Verantwortung

           

 

Schmerzen            
und andere            
Beeinträchtigungen            
            

Schuld /
beschuldigen              
  (eigene / sich selbst / von anderen)              
oder           
SELBST handeln? 
          

(Um die spürbare           
Freude zu mehren!)           

 

Mobbing,Teil1

Immer geht es nur um DICH!
Die anderen kannst DU nicht verändern, das können sie sich nur selbst.
Auch die Situation / die Verhältnisse / die Welt kannst du nicht umkrempeln,
sondern nur in DEINER ART mitwirken und sie mitgestalten, so dass sie
möglichst ein bisschen mehr so werden, wie DU DIR das wünschst.
Aber FÜR DICH SELBST bist DU Chef / Chefin.
Nur DU! - Niemand sonst!

Dafür trägst aber auch NUR DU die Verantwortung.
Also: Nimm dein Schicksal in DEINE EIGENEN Hände
und tue SELBST das Nötige und dir Mögliche - JETZT.
Lerne und übe zu deinem Vergnügen (VHS, Kurse, Seminare usw.)
und verlasse dich nicht nur auf Ärzte, Professoren und andere Fachleute!
(Verlange, erwarte und fordere von anderen nichts,
erbitte nur das Nötigste, tue SELBST und lerne viel Neues dazu! +
Liebe deinen Nächsten wie DICH SELBST, fange bei DIR an und bleibe SELBST dran!)
 

Bearbeitungsvermerk:  von Mobbing,Text,Teil1  auch an  > Bitte  > Eigen-Kompetenz/-Verantwortung  > Entscheiden > Erwartungen  > Freude (nicht:nur fun!)  >  Lernen  > Liebe  > Schuld  > Selbst  > Spüren  > Tun  > Verändern/Verbessen(Zt4/1)  > Vielfalt  > Wer / Wie bin ich?  > Wirkungen  > Ziele(2)  > Zuversicht      (10.16)
  

X X X X X

 

 

 

>>weiter          

 

F-ok
Zt=Zwischentext
ZL = in der Zentralen Linkliste vorgemerkt 
A&L erl.

______________________________________________________________________________________________________________________

Sept.10(1+2+Bitte fördert), Dez.18(Zt2), Dez.20(Bild1)
 

siehe auch:      alle Hinweise von:  >>Seite2
 

 

siehe auch:

Austauschen(teilen/Dialog)    Bedürfnisse     Bestmöglich   Erzählen3    Gewaltfreie Kommunikation(GfK)   Klarheit     Miteinander reden      Rituale(1)      RoterFaden9(1-9)   Verbindung    Was tun1 

 

 

 

Die Verweise auf einschlägige Texte in ALLTAG bzw. LABYRINTH sind vor allem bei den o.a. Einzeltexten! 

 

 

>ZL

ALLTAG:
Bitte (Erwarten)      Respekt(2)-o.k.(Transaktionsanalyse)     Miteinander reden      Wahrheit (Zit.47)

 

 

Stand:   siehe Home                [ Inhalt ]             Zurück ] Home ] Weiter ]        

   
 
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