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Empathie 1 

  >> Empathie 2 

(Mitgefühl, Verbindung 
mit dem Menschlichen im
 anderen und in sich selbst)

 

 

Empathie  1 

 Die Schnellbahn ratterte ... 

 

Die Schnellbahn ratterte und klapperte an einem schläfrig machenden Nachmittag im Frühling durch die Vorstädte Tokios. Unser Waggon war vergleichsweise leer – bis auf einige Hausfrauen mit ihren Kindern und einige ältere Leute, die zum Einkaufen in das Stadtzentrum fuhren. Ich schaute verträumt auf die grauen Häuser und die verrußten Hecken.

Als wir in einer Station anhielten, gingen die Türen auf, und plötzlich wurde die nachmittägliche Stille durch laute, aggressive, unverständliche Flüche zerschmettert. Ein Mann schwankte in unseren Waggon hinein. Er trug Arbeitskleidung. Er war groß, betrunken und schmutzig. Schreiend schlug er auf eine stehende Frau ein, die ihr Baby festhielt. Der Schlag schleuderte sie gegen ein älteres Ehepaar. Es war ein Wunder, dass das Baby unverletzt blieb.

Entsetzt sprang das Paar auf und flüchtete zum anderen Ende des Waggons. Der Arbeiter versuchte noch, der alten Frau einen Tritt von hinten zu geben, verfehlte dabei aber sein Ziel, während sie sich in Sicherheit zu bringen versuchte. Dadurch wurde der Betrunkene noch wütender, und er griff nach der senkrechten Haltestange in der Mitte des Waggons und versuchte, sie aus der Halterung zu lösen. Ich konnte erkennen, dass eine seiner Hände Schnittwunden hatte und blutete. Der Zug ratterte weiter, während die Passagiere vor Angst erstarrten. Ich stand auf.

Damals, vor etwa zwanzig Jahren, war ich noch jung und in ziemlich guter Form. Ich hatte seit drei Jahren fast jeden Tag solide acht Stunden mit Aikido-Training zugebracht. Ich genoss das Ringen und Werfen bei diesen Übungen, und ich hielt mich für stark. Das Problem lag aber darin, dass diese Kampfkunst noch nie von mir in der wirklichen Konfrontation erprobt worden war. Als Aikido–Schüler war es uns untersagt, zu kämpfen.

»Aikido«, hatte mein Lehrer immer wieder und wieder betont, »ist die Kunst des Ausgleichs und der Versöhnung. Wer immer das Bedürfnis zu kämpfen haben mag, hat seine Verbindung mit dem Universum durchtrennt. Wenn du andere Menschen zu beherrschen suchst, bist du bereits besiegt. Wir studieren einen Weg, wie man die Konfrontation auflöst und nicht auslöst.«

Ich hatte auf seine Worte gehört. Ich gab mir Mühe. Ich ging sogar so weit, dass ich auf die andere Straßenseite ging, um den chimparas, den japanischen »Halbstarken«  die an den Bahnhöfen herumlungerten, aus dem Wege zu gehen. Meine Voraussicht exaltierte mich. Ich fühlte mich sowohl stark als auch heilig. In meinem tiefsten Herzen jedoch suchte ich nach einer legitimen Möglichkeit, bei der ich die Unschuldigen erretten könnte, indem ich die Schuldigen vernichtete.

»Jetzt ist der Zeitpunkt«, dachte ich, als ich aufstand. »Menschen sind in Gefahr. Wenn ich jetzt nicht eingreife, wird jemand wahrscheinlich verletzt werden.« Als er mich aufstehen sah, erkannte der Betrunkene eine Chance, seine Wut endlich auf ein konkretes Ziel auszurichten. »Aha!« brüllte er. »Ein Ausländer! Ich werde dir eine Lektion japanischer Manieren beibringen!« Ich hielt mich am Haltegriff neben mir fest und vermittelte ihm einen gelangweilten Blick der Abscheu und der Abweisung. Ich hatte vor, dieses Huhn zu rupfen, aber er musste den ersten Schritt vollziehen. Ich wollte ihn noch wütender machen, und so zog ich meine Lippen zusammen und zeigte ihm einen imaginären, herausfordernden Kuss. »In Ordnung!« brüllte er. »Du wirst jetzt deine Lektion bekommen!« Er sammelte sich, um sich auf mich zu stürzen. In dem Bruchteil einer Sekunde, bevor er auf mich losstürmen konnte, rief jemand plötzlich: »Hey!« Es war ein tiefer, eindringlicher Klang. Ich kann mich noch an den merkwürdig freudigen, trällernden Klang erinnern – als ob man mit einem Freund zusammen sorgsam nach etwas gesucht und er diesen Gegenstand nun plötzlich gefunden hat: »Hey!« Ich drehte mich zu meiner linken Seite hin, während der Betrunkene vor mir sich zu seiner rechten wand.

Beide starren wir hinunter auf einen kleinen, alten japanischen Mann. Dieser Herr, der da im makellosen Kimono saß, muss wohl in den Siebzigern gewesen sein.

Mich beachtete er überhaupt nicht, aber er strahlte den Arbeiter an, als ob er ein lang gehütetes Geheimnis mit ihm zu teilen hätte. »Komm doch näher«, sagte der alte Mann in einem sehr umgänglichen Tonfall, während er den Betrunkenen mit leichter Hand zu sich heran winkte.

Der große Mann folgte, als ob er eine Marionette sei. Er pflanzte sich herausfordernd vor dem alten Mann hin und brüllte wieder: »Warum zur Hölle sollte ich mit dir reden?« Er hatte mir jetzt seinen Rücken zugewandt. Wenn er seine Ellbogen auch nur einen Millimeter zu bewegen wagte, würde ich ihn wie einen Baum fällen.

Der alte Mann starrte ihn unverändert weiter an. »Was hast du denn getrunken?« fragte er voller Interesse. »Ich hab' Saké getrunken«, donnerte der Arbeiter als Antwort zurück, »und es geht dich einen Dreck was an!« Er besprühte den alten Mann dabei mit Spritzern von Speichel.

»Oh, das ist wundervoll«, sagte der alte Mann, »absolut wundervoll! Weißt du, ich liebe auch Saké. Jeden Abend wärmen meine Frau (sie ist jetzt sechsundsiebzig, musst du wissen) und ich eine Flasche Saké auf und nehmen sie mit in unseren Garten und setzen uns dort auf eine alte Holzbank. Wir betrachten gemeinsam den Sonnenuntergang und schauen auf unseren Dattelpflaumenbaum.

Mein Urgroßvater hat den Baum gepflanzt, und wir machen uns Sorgen, ob er sich von jenen Frostnächten im letzten Winter erholen wird. Aber wenn man bedenkt, wie nährstoffarm unser Boden dort ist, hat er sich bis jetzt besser gehalten als ich erwartet hätte. Es ist so ein erfüllendes Gefühl, dort mit unserem Saké zu sitzen und den Abend zu genießen – manchmal sogar unter der Überdachung im Regen!«

Er schaute zum Arbeiter hinauf, und seine Augen funkelten. Während er sich bemühte, den Worten des alten Mannes zu folgen, begann sich das Gesicht des Betrunkenen zu entspannen. Seine geballten Fäuste begannen sich zu lösen. »Ja, ja« , sagte er, »ich liebe auch Dattelpflaumenbäume...«. Seine Stimme verebbte langsam. »Ja«, sagte der alte Mann lächelnd, »und ich bin mir sicher, dass du eine wundervolle Ehefrau hast.« »Nein«, sagte der Arbeiter. »Meine Frau ist gestorben.« Sehr sanft, fast synchron mit dem Rhythmus des ratternden Waggons begann der große Mann zu weinen und zu seufzen. »Ich hab' keine Frau. Ich hab' kein zu Hause. Ich hab keine Arbeit: Ich schäme mich so vor mir selbst.« Tränen rollten an seinen Wangen nieder, ein Zucken von Verzweiflung durchlief seinen ganzen Körper.

Jetzt kam ein Moment. Da stand ich mit meiner gestriegelten Gutartigkeit von unschuldiger Jugend, mit meiner »Wir-machen-die-Welt-sicher-für-die-Demokratie«–Haltung der Selbstgerechtigkeit. Plötzlich fühlte ich mich schmutziger als der Betrunkene.

Dann erreichte der Zug meine Haltestelle. Während sich die automatischen Türen öffneten, hörte ich im Gehen noch, wie der alte Mann verständnisvoll mit seufzte: »Oh weh, oh weh! Das ist wirklich sehr traurig. Setz' dich doch hier zu mir her und erzähle mir davon.«

Ich wandte den Kopf, um einen letzten Blick zu werfen. Der Arbeiter lag auf der Sitzbank, mit seinem Kopf im Schoß des alten Mannes, der mit seiner Hand sanft über das verfilzte Haar des Betrunkenen strich. Während der Zug den Bahnhof wieder verließ, setzte ich mich am Bahnsteig auf die Wartebank.

Das, was ich mit Muskelkraft hatte erreichen wollen, war durch gütige Worte vollbracht worden. Ich war gerade Zeuge dessen geworden, was Aikido im Kampf ist – und die Essenz davon ist Liebe. Ich würde, so wurde mir klar, diese Kunst noch lange mit einer anderen geistigen Haltung ausüben müssen, bevor ich auch nur über die Schlichtung eines Konfliktes sprechen könnte.

Terry Dobson, in: »Wie kann ich helfen«, Sadhanh Verlag, Berlin: S. 160–165

Fundstelle:   www.buergergesellschaft.de/praxishilfen/konfliktloesung/ > Hintergrundtexte

Dieser Link ist sehr ergiebig! 

 

 

Zt1      

Empathie-Formel:    Fühlst Du Dich, weil Bedürfnis erfüllt/ nicht erfüllt?
Sympathie-Formel:   Ich sehe wie du dich fühlst, weil du bist/hast usw...

Für die konkrete Frage:
Empathie:
Bist du ängstlich, weil du nicht weißt, was auf dich zukommt (z.B. Bedürfnis Information)?  -  Machst  du dir große Sorgen, weil du Angst vor Schmerzen hast (Bedürfnis Wohlergehen)?
Sympathie:
Ja, ich verstehe, dass Du Angst hast. Es ist für Dich bestimmt sehr ungewohnt.
                                                                      von Thomas Jennrich

 

 

Empathie  2

 Für eine empathische Kultur ... 

 

Jenseits von Richtig und Falsch liegt ein Ort –
dort treffen wir uns 
  (Rumi)

Wer dieser Tage für ein „partnerschaftliches“ Verhältnis mit Kindern eintritt, wird vom Zeitgeist nicht gerade mit Beifallsorkanen gefeiert. Im Gegenteil. Der allgemeine pädagogische Trend empfiehlt die Rückkehr zu mehr oder weniger rigorosen Varianten neuer Eltern-Autorität und warnt vor der Aufzucht ebenso halt- wie rücksichtsloser Terror-Kids. Zahllose verzweifelte Eltern suchen daraufhin ihr Heil in neuen Regel- und Disziplinsystemen – und versuchen, sich nicht mehr vom Nachwuchs auf der Nase  herumtanzen zu lassen, sondern endlich „durchzugreifen“. In der Praxis sind wir dagegen ebenso oft mit Eltern konfrontiert, die sich so lange in einem halbgaren Laissez-Faire verirren, bis ihnen der Geduldsfaden reißt und sie dann doch anfangen, mit einem steinzeitlichen Brüllanfall das Aufräumen des Zimmers binnen einer halben Stunde zu fordern (oder sie landen im Mütter-Väter-Genesungswerk.) 

Die grundsätzlich andere Möglichkeit könnte darin bestehen, sich von den traditionellen  Erziehungsmitteln von Schuld, Scham, Lob, Belohnung und Strafe abzuwenden – denn sie alle beruhen auf Angst und erzeugen Angst. Stattdessen wenden wir uns auf empathische Weise all den Gefühlen und Bedürfnissen zu, die im Zusammenleben  auftauchen. Und zwar bei den Kindern und bei den Eltern. Wir fragen also: Was fühlst du? Was brauchst du? Was fühle ich? Was brauche ich? 

Wenn wir so unsere Blickrichtung verändern, kann eine ungeheure Erleichterung eintreten. Plötzlich sind wir in der Lage, unsere Kinder als gleichrangig zu betrachten, ohne sie zu „kleinen Erwachsenen“ zu machen und dadurch heillos zu überfordern. Denn Gefühle und Wünsche haben wir alle – aber nicht alle die gleichen. Wir stellen die Kinder nicht über uns und nicht unter uns. Wir erkennen sie in ihrem Gleichsein als Mensch und in ihrem Anderssein als Kind.

Die Schwierigkeit liegt nun darin, dass wir Erwachsenen zum Großteil gar nicht gelernt haben wahrzunehmen, was unsere Gefühle und Bedürfnisse sind - geschweige denn, wie wir mit ihnen umgehen und sie erfüllen könnten. Wir haben in der Regel nicht gelernt wahrzunehmen, was wir brauchen, sondern wie wir uns verhalten sollen, damit wir geliebt werden und Erfolg haben. 

Marshall Rosenberg, der „Erfinder“ der Gewaltfreien Kommunikation,  umschreibt die Möglichkeit einer echten Co-Evolution mit unseren Kindern in der bemerkenswerten Aufforderung: „Stell Dir vor, dein Kind sei Gandhi“. Er will damit zum Ausdruck bringen, dass es darum geht, unsere Kinder rückhaltlos ernst zu nehmen als Gegenüber. Und sie zugleich als einen Spiegel unserer eigenen Schattenseiten zu betrachten, der uns zeigt, welche eigenen Gefühle und Bedürfnisse wir verleugnen oder nicht erfüllen.

Wenn ich in dieser Haltung einem Kind gegenübertrete, das mich anschreit „Du bist die gemeinste Mutter auf diesem Planeten“ werde ich  nicht einfach nur brüllen „hör auf so frech zu sein“ oder scheinbar konziliant fragen: „warum bist du denn schon wieder so aggressiv?“. Ich würde auch nicht „cool“ darüber hinweggehen und so tun, als würde mich diese Aussage nicht schmerzen. Nein, ich würde das Kind ernst nehmen, indem ich sähe, dass da ein Bedürfnis in ihm laut schreit – vielleicht das Bedürfnis wahrgenommen zu werden oder auch danach, selber zu bestimmen, wann es aufhören möchte zu spielen. Empathie in diesem Sinn bedeutet nicht, dass ich zu allem, was der andere will, ja sage – es heißt lediglich, dass ich mich in die Gefühle und Bedürfnisse meines Gegenübers hineinversetze und ihm vermittle: Ich sehe dich in deinen Gefühlen und Bedürfnissen und stelle meine Bedürfnisse nicht automatisch über deine, ebenso wenig wie ich meine unter deine stelle.

Empathie verfolgt das Ziel, sich wirklich zu verstehen und sich miteinander zu verbinden – statt sich auf feinsinnige Weise zu beherrschen. Wenn dieses Verstehen geschieht, entsteht in der Regel automatisch auf beiden Seiten eine Kooperationsbereitschaft. Doch Vorsicht! Empathie ist kein Trick – „jetzt tue ich mal so, als ob ich dich ernst nehme, damit wir auf empathische Weise zu dem kommen, was ich mir von vornherein vorgestellt habe“! Vielmehr bedeutet Empathie, dass ich von meinen Vorstellungen, was richtig oder falsch ist (und wer Schuld hat und wer nicht), ablasse und mich aufmache für eine Lösung, welche  die Bedürfnisse aller Beteiligten im Blick hat. Was geschieht, wenn wir aufhören zu wissen und beginnen zu fragen – auch und gerade im Verhältnis zu unseren Kindern? Wir würden die Behauptung wagen, dass auf diese Weise keine kleinen Tyrannen erschaffen werden, sondern Wesen heranwachsen, die mitfühlend für ihr Gegenüber sein können, weil sie es selbst erfahren haben. 

Teresa Heidegger und Marcus v. Schmude      www.experiment-empathie.de 

 

 

Empathie  3  

Ärger - Erwartungen - Missverständnisse - Forderungen -
Behauptungen - Konflikte - Spannungen usw.

    
 
Briefwechsel (Was tun?): 

Situation und Frage:  Ralf erzählt sehr aufgebracht, dass Verena ihm vor zwei Tagen einen ihr wichtigen Zusammenhang erklärt habe. Ralf hat den Inhalt nicht verstanden und deshalb nochmals ergänzende Erklärungen nachgefragt. Daraufhin reagierte Verena ausgesprochen sauer und wies darauf hin: "Das habe ich dir schon vor einigen Tagen erklärt - und im Übrigen könntest du dich da auch im Internet mit Googeln schlau machen." - Ralf fragt nun: "Wie kann ich mit der Situation umgehen? - Was passiert da eigentlich, wenn ich nichts mitbekomme und sie behauptet praktisch, ich müsse das wissen, weil sie es mir erklärt habe? - Ich bin ziemlich ratlos. - Kannst du mir da weiterhelfen?"
 

Antwort: 
-MEINE Meinung- 

Die Situation aus Sicht von Verena:

V. war es wichtig, ihren Namen zu erklären und damit gehört und verstanden zu werden. Sie hat es in ihrer Art gemacht - und zwar so gut, wie sie es gerade konnte - und mit der Überzeugung es wirklich gut und verständlich ausgedrückt zu haben.
Die Rückfrage von Ralf zu dem, was sie schon vor zwei Tagen erklärt hat, empfand sie als Bestätigung dafür, dass R. ihr nicht oder nicht richtig zugehört hat, dass sie (Verena) ihm also nicht so wichtig ist.
Dem entsprechend reagierte sie aus ihrem Schmerz und Verletztsein, indem sie R. angegriffen und mit ihren Erwartungen und Forderungen zugedeckt hat.
Üblicherweise ist das der Weg in einen belastenden Streit.
 

Bessere Möglichkeiten aus der Sicht von Verena:

V. möchte mit ihrem Erzählen von Ralf gehört und verstanden werden.
- Ist Ralf gerade bereit, ihr konzentriert zuzuhören? - Da kann sie ihn fragen.
- Erzählt Verena Ihres so, dass es Ralf auch verstehen kann? - Auch da kann sie
  nachfragen: "Wiederholst du bitte kurz mit deinen Worten, was du von mir verstanden
  hast?"
- Sagt Ralf, wie hier, dass er den angebotenen Text nicht gehört oder nicht verstanden
  hat, ist ein wohlwollendes Glauben (für Verena) wichtig. Er hat sich bemüht, aber das
  Gesagte nicht verstanden. Folglich braucht er andere Formulierungen und andere Bilder,
  um die Zusammenhänge begreifen zu können. Verena ist also gefordert neu zu erklären,
  Ralf neu und aufmerksam zuzuhören.
- Verena kann aber Ralf zunächst auch mit Empathie begegnen. Z.B. "Meine bisherigen
  Erklärungen sind bei dir nicht angekommen. Du bist aber neugierig und interessiert, 
  weil ich und unsere Beziehung dir wichtig sind. "Ist es so?"
  Gerne versuche ich es nun nochmals zu erklären: " …. "
 

Die Situation aus der Sicht von Ralf:

Ralf hat nicht verstanden, was Verena sagen wollte und tut das, was sich in solcher Situation anbietet: Er fragt nochmals nach.
Jetzt bekommt er Vorwürfe / Erwartungen / Behauptungen - fühlt sich verärgert und ratlos.
Beste Voraussetzungen für einen belastenden Streit.
 

Bessere Möglichkeiten aus der Sicht von Ralf:

- Ganz wichtig ist, dass Ralf dafür sorgt, dass er selbst wieder in seine Ruhe und damit
  Kraft findet. Also eine Nacht darüber schlafen - oder 1 Stunde alleine spazieren gehen -
  oder Bewegung, die entspannt und Freude macht.
- Nun kann Ralf zu Verena hinübergehen, innerlich, und sich in ihr Erleben einfühlen.
  "Du hast dich bemüht, mir Deines zu erklären, weil ich und unsere Beziehung dir wichtig
  sind. Du warst der Überzeugung, es so gemacht zu haben, dass ich es verstehen müsse.
  Jetzt hörst du, dass ich nichts verstanden habe und bist verärgert, weil dir 
  Aufmerksamkeit, Kontakt und Klarheit wichtig sind. Ist es so?"
  Verena wird vermutlich erleichtert die Richtigkeit bestätigen und sich mit ihrem Ärger
  verstanden und wichtig genommen fühlen.
  Jetzt kann Ralf fragen:  Darf ich dir jetzt bitte Meines erzählen?  Da Verena mit ihrem
  Ärger bereits gehört wurde, ist dieser verraucht und sie kann nun Ihre Aufmerksamkeit
  Ralf zuwenden. Der erzählt nun: "Ich habe versucht, dich zu verstehen, konnte aber
  beim besten Willen keinen Zusammenhang herstellen. Das was du sagst, kann ich ja
  nur verstehen, wenn ich es mit meinen Begriffen und Inhalten interpretiere. Da liegen
  ganz alltägliche Quellen für Missverständnisse. Es ist also von mir kein Desinteresse
  oder böser Wille, sondern einfach Nicht-können. Da brauche ich bitte dein Neu-erklären
  so oft und so lange, bis ich die Zusammenhänge einigermaßen verstanden habe, so
  wie du sie auch wirklich gemeint hast.
  Schon im Voraus danke ich dir für deine Bereitschaft."
 

Eine gute Lösung ist immer:

Keine Rechthaberei, keine Besserwisserei, keine Behauptungen oder Erwartungen, sondern Frage an mich: "Was kann ICH selbst und in eigener Zuständigkeit unternehmen, um die Situation zu verbessern?" - Und da ist Empathie - Mitgefühl für den anderen, was in diesem gerade abläuft - immer ein guter, verbindender und friedlicher Einstieg, um gemeinsam dann eine gute Lösung zu erarbeiten, mit der es dann "beiden" gut geht. 

 

 

 

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 Einfügung: Argumentieren, wenn Menschen begegnen (Wünsche / Bedürfnisse)

         

Argumentieren?           

       Wenn Menschen           
Menschen           
begegnen,          
wünsche ich mir:         

o  Kreative und mutige Fragen, weil niemand weiß, was andere Menschen glücklich und zufrieden macht.
o  Freude am Abenteuer Sprache und Lust auf neue, lebendige Erfahrungen, die das Leben schreibt.
o  Respekt und Wertschätzung für Differenzen und Unterschiede, damit Vielfalt zur Bereicherung wird.
o   Einfühlungsvermögen und Achtsamkeit, damit jede Begegnung
zum inspirierenden und spannenden Austausch wird. 
o  Neugier und Klarheit, so dass gemachte Erfahrungen
(Vergangens *)
nicht auf gegenwärtige Erlebnisse übertragen werden.

*) Einfügung des Autors                                                                            Verfasserin:  Angela Dietz

    Bearbeitungsvermerk/e:   von Argumentieren,Zt2  auch an  > Achtsamkeit > Austauschen (teilen/Dialog) > Bedürfnisse > Begegnen > Empathie (Einfühlung) > Erlebnisse und Ereignisse > Fragen > Freude (nicht nur fun / Unterh.) > Glück  > Klarheit > Mensch > Neugierde  > Respekt > vereinbaren > Vielfalt(Neues) > Wertschätzung                               
   

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Einfügung: Bedürfnisse? Fragen u. .Zweifel

         
.Eigene Bedürfnisse?           

.Fragen an sich selbst!            

 

.Zweifel           

 Fragen an sich selbst helfen, eigene Bedürfnisse .aufzuspüren.
z.B. "Was
.bräuchte ich gerade, was würde ich mir jetzt .wünschen,
um mich wieder (oder sogar noch mehr)
.wohl zu fühlen?"
Und wenn sich mehrere .
Impulse melden:
z.B. "Zu was neige ich jetzt
.eher? Was wäre mir gerade .lieber?"

Also nicht nur Empathie und gespürte Verbindungen zu / Anteilnahme und Hilfe von anderen (auch von Ärzten!),
sondern “auch” gelebte
Eigen-Kompetenz und Eigen-Verantwortung.
Denn, wenn ICH nicht SELBST und BEI MIR konkret etwas verändere/verbessere, dann wird sich auch nichts verändern!

 von Bedürfnisse,Zt3/1  auch an  > Eigen-Kompetenz/-Verantwortung > Empathie > Fragen > .Ich will(Wünsche/.wollen/.brauchen) > .Interpretationen > Verändern/verbessern > .Wohlfühlen   (04.17)
  

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Einfügung: Warum? Motiv + Inhalt + Warum-Fragen

      
Warum?          

  
Motiv und Inhalt -         
und -          
Warum-Fragen         

 Eine Unterscheidung zwischen Motiv und Inhalt ist in der Regel weder notwendig, noch besonders hilfreich.
Das Motiv (Warum?) kann nur vermutet oder, wenn (ausnahmsweise) von Bedeutung, erfragt werden.

Dagegen ist meist wohl der Inhalt entscheidend:  "Bin ich dafür offen?
Erreicht er mich also? Spricht er mich an? Regt er MICH an? Zu was? Wie? Ab wann?"

Die Frage “Warum?” ist also einem verbindenden Miteinander eher NICHT zuträglich.
Sie weist zurück in die Vergangenheit und sie verlangt vom angesprochenen Gegenüber oft scheinbar
Rechtfertigung und Verteidigung (fühlt sich dann eher angegriffen und in Frage gestellt).
Dann entsteht leicht ein angespanntes Gegeneinander, statt ein gemeinsames, fruchtbares, lachendes und verstehendes Miteinander.

Weil zwei “verschiedene” Menschen haben in der Regel
zwei gleich-berechtigte und gleich-wichtige, jedoch “verschiedene” Inhalte / Sichtweisen / Anliegen / Bedürfnisse.

  Bearbeitungsvermerk/e: von  Warum,Zt1  auch an > Bedürfnisse  > Empathie  > Fragen  > Gewaltfr. Kommunikation2  > Gleich... >  Inhalt  > Miteinander  > Sichtweisen > Streit1  > Verschieden  > Ziele  (09.16) 

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 Einfügung: Verstehen und Verständnis-Fragen

 Verstehen          

verstehen-wollen (?) u.          

Verständnis-Fragen          


- Auszug -            

 .... Das DU verstehen zu wollen setzt voraus, dass ich meine eigenen Bewertungsmaßstäbe zurücklasse
und neugierig und offen in die Erlebniswelt des anderen eintrete, um kennenzulernen,
wie, auf welchen Wegen und mit welchen Wirkungen dort Leben abläuft oder geplant ist:
“Wie bist du – und wo möchtest DU FÜR DICH immer mehr hin?”
Diese Einstellung wird genährt von Respekt, zugewendetem und aufmerksamem Zuhören
und von interessierten “Verständnis-Fragen” z.B. "Wie genau..., was...,
wie sind dann die Wirkungen, welche Schritte ..., wie fühlst du dich dabei.. usw.?"
Sie haben zur Folge, dass ich den ANDEREN so nach und nach besser verstehen kann.
Wie ER also SEIN Leben gestaltet bzw. gestalten will.....

siehe Hauptbeitrag "Verstehen(3)"

 von Verstehen(3)  auch an > Aufmerksam > Empathie (Einfühlung) > Fragen > Haltung(Einstellung) > Kennenlernen > Leben > Respekt > Vielfalt(Neues) > Wege > Wirkungen  (06.17+)    
  

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>> weiter           

F-ok
Zt=Zwischentext
ZL = in der Zentralen Linkliste vorgemerkt 
A&L erl.

______________________________________________________________________________________________________________________

Juli 10(1+Zt1), Aug.10(2), Jan.11(3) 

siehe auch:     alle Hinweise von  >> Seite2 
 

 

siehe auch:

Ärger    Autonomie    Bedürfnisse4      Eigen-Kompetenz/-Verantwortung     Erwartungen      Fragen4    Geschichten       Gewaltfreie Kommunikation      Kinder      Konflikte     Loben      Missverständnisse   Möglichkeiten2     Partnerschaft(2)      Spannungen     Richtig u. falsch     Roter Fadem5(1-8)      Visionen8      Zuhören     Was tun1  

 

 

 

Die Verweise auf einschlägige Texte in ALLTAG bzw. LABYRINTH sind vor allem bei den o.a. Einzeltexten! 

 

 

>ZL

ALLTAG:
Behaupten (B-Fugru)     Löcher (Neues Denken und neues Handeln)     Zuhören

 

 

Stand:   siehe Home                [ Inhalt ]             Zurück ] Home ] Weiter ]        

   
 
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  ©  Copyright: Gerhard Salger
email:
  g_salger[ät]alltagalschance.de       internet:  www.abcgs.de  
(So kann die Email-Adresse im Internett nicht mehr automatisch ausgelesen werden.)

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