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Empathie 2 

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                              oder auf Gegenseitigkeit?   (Was tun?) 

 

 

 Empathie  4 

  Geschenk - oder auf Gegenseitigkeit


Briefwechsel (Was tun?): 

Situation und Frage:  R. klagt: "In Gesprächen mit meiner Freundin bin ich häufig die Zuhörende und mitfühlend Anteilnehmende. Ich gehe dabei meist leer aus. Auch wenn ich ausdrücklich um ihr Ohr bzw. ihre Anteilnahme bitte. Unlängst bekam ich von ihr zu hören: 'Sei doch nicht immer so egoistisch und denke nur an dich selbst! - und - Da brauchen wir Zeit - und die habe ich gerade nicht!'  Ich bin ja auch für meine Freundin da, da wünsche ich mir, dass sie sich auch für mich interessiert und mir zuhört. - Wie siehst du das?"  

Antwort:  Ich lese deine Zeilen so, dass du deiner Freundin Zuwendung und Aufmerksamkeit schenkst, gleichzeitig aber mehr und mehr frustriert bist, selbst nicht auch ähnliche Zuwendung (aufmerksames und interessiertes Zuhören und Anteil nehmen) zu bekommen.
 
Dazu meine folgenden Gedanken:  
Wenn ich einem anderen meine Aufmerksamkeit, mein Zuhören und meine Einfühlung schenke, so mache ich das, weil ich das für mich so will. Es dient also auch meiner Freude, dem anderen eine Freude zu machen.

Würde ich es nicht auch zu meiner Freude machen, würde ich es also nur "für den anderen" machen, weil es von mir erwartet wird oder ich meine, es so machen zu müssen, dann hätte das für mich nachteilige und belastende Folgen wie z.B. Anspannung, viel Energiebedarf, schnell abgespannt und müde, Gefahr einer kräftezehrenden Quälerei.
 
Dahinter stünde dann also nicht ein Geschenk für den anderen (weil mir danach ist und ich jetzt gerne für ihn da sein mag), sondern eine gemeinte Verpflichtung (ich muss, so wird es von mir erwartet / wir haben ja schließlich eine Freundschaft), ein Angebot auf Gegenseitigkeit (ich will Gleiches bekommen, was ich auch gebe) oder eine ausgewachsene Forderung /  Erwartung (wenn ich das gebe, will ich Gleiches auch zurück).
 
Die Frage ist nun, mit welcher inneren Einstellung du deiner Freundin deine Aufmerksamkeit, dein Zuhören, Fragen und Einfühlen zuwendest:
 - als Geschenk (weil ich dich mag, weil du mir wichtig bist - ohne Hintergedanken
    oder Erwartungen),
 - als Verpflichtung, weil du meinst, es so zu müssen,
 - als Zuwendung auf Gegenseitigkeit (wenn ich dir das gebe, dann will ich Gleiches 
    auch zurück) oder
 - als stillschweigende Forderung / Erwartung (wie ich dir, so du mir)?

Gefallen hat mir, so habe ich deine Zeilen gelesen, dass du dein Bedürfnis nach Gehört- und Angenommen-werden gespürt und dann selbst dafür zu sorgen versucht hast, indem du deine Bitte geäußert hast, jetzt auch selbst gehört zu werden - aber es hat leider nicht geklappt.
 
War das eine wirkliche Bitte, die als Antwort immer "ja, nein oder auch anders" haben darf oder war es eine verdeckte Forderung / Erwartung (ich möchte jetzt auch, sonst bin ich sauer)?
 
Im  übrigen kann ich dein Gefühl, ungehört auf dem Eigenen sitzen bleiben zu müssen, gut nachvollziehen. - Aber das Gegenüber ist eben oft wo anders, wie ich.
 
Und "auf Gegenseitigkeit" kann nur funktionieren, wenn es ausdrücklich vorher so abgesprochen / vereinbart worden ist - und beide das (gleichzeitig) auch wollen (und können!).
 
Vielleicht findest du in meinen Überlegungen auch für dich ein paar weiterführende Gedanken. Wäre schön!

 

 

 

 
A&L erl.

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Aug./Sept.12(4)  
  

siehe auch:       alle Hinweise von  << Seite1 
 

 

siehe auch:

Freude     Geschenke      Was tun1 

 

 

 >ZL

Die Verweise auf einschlägige Texte in ALLTAG bzw. LABYRINTH sind vor allem bei den o.a. Einzeltexten! 

 

 

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