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Erziehen 

   >>Erziehen2

 

 

 Bild1/1

                                                                              Angelika Wohlfarth

 

 

Zt1         

Man kann einen Menschen nichts lehren
man kann ihm nur helfen, 
es in sich selbst zu entdecken.
                         Galileo Galilei

 

 

Erziehen  1 

 Die gestresste Mutter 


Briefwechsel (Was tun?): 

Situation und Frage:  R. ist Mutter eines Sohnes, der zwar willig ist, aber immer wieder alles, was mit Schule zusammenhängt vergisst (Termin, Aufgaben, lernen usw.). Dagegen entgeht ihm nichts, was ihm Freude macht oder für ihn eine Bedeutung hat (Sportverein, Freunde usw.). R. ist schier am verzweifeln, weil sie ständig hinter ihrem Sohn her ist, ihn an Termine, ans Lernen usw. usw. erinnert, ihn ermahnt - mit guten oder auch scharfen Worten. 
R. empfindet das als extrem belastend und zweifelt auch daran, ob das denn der rechte Weg sein könne. Jedoch sie fühlt sich dazu verpflichtet, dazu getrieben. Sie selbst, ihr Sohn und auch die übrige Familie leidet darunter. Deshalb fragt sie: Wie geht es besser?

Antwort 1:  Nach meiner Erfahrung helfen in solcher Situation Vertrauen und ein wenig Fatalismus (Es wird schon gut gehen!).
Ich hatte zwei Söhne am Gymnasium. Beide nicht dumm - aber bequem und faul. Und ich hatte in dieser Zeit keine Zeit, mich um sie zu kümmern (welch ein Glück / das sage ich heute!).
Beide haben es prima geschafft. - Später haben wir uns über die Schulzeit unterhalten. Beide hatten Tiefpunkte, wo sie am Aufgeben waren. Einer hat sogar zweimal wiederholt. Die Wende kam bei beiden, als sie sich "selbst und aus freien Stücken" dazu entschieden haben, nun, wenn sie schon in der Schule sind, halt doch was zu lernen.
Bei mir standen meine Eltern immer dahinter, mit Nachhilfe und ständigen (ätzenden) Aufforderungen und Erinnerungen. Schließlich habe ich die Schule ein Jahr vor dem Abitur geschmissen. Habe aber trotzdem "meinen" Weg gemacht.
Heute gibt es ja auch Möglichkeiten, das Lernen zu lernen. Das finde ich interessant, vor allem weil es Eigenständigkeit und Eigenverantwortung stärkt.
Die Frage "Wie viel Unterstützung braucht es?" - ich kann sie nicht beantworten. Aber ich bin sicher, dass ein gesunder Mittelweg zum Wohlfühlen von dir und deinem Sohn beitragen kann. Ich würde verhandeln und experimentieren (Brot und Spiele).
Ich weiß, von außen leicht gesagt, aber in solcher Situation zu stecken, wie du jetzt, kann einem manchmal schier die Luft abdrücken.
 

Antwort 2:  Du schreibst: "Irgendwie erdrückt mich die Verantwortung."
Für was "Verantwortung"? Meinst du, dass für deinen Sohn nur die Schule - und nur ohne Wiederholen - der rechte Weg ist? Woher weißt du das?
Wiederholen ist, wenn es denn angesagt ist, m.E. ein wertvoller Schuss vor den Bug, eine schmerzlich spürbare Aufforderung, nun Eigenverantwortung zu übernehmen. Aber, wie will er Eigenverantwortung üben, wenn alles die liebe (verantwortungsbewusste) Mama übernimmt, die weiß, was jetzt gerade für den Buben richtig und wichtig ist. (?) - Weiß sie das wirklich - oder darf sie (die Mama) mehr Loslassen und Vertrauen lernen und üben?
 

Antwort 3:  Mich treibt deine Situation deshalb um, weil ich viele Erklärungen, doch keinen konkreten Lösungsansatz erkennen kann.
Hier ein paar Überlegungen von mir: Ich versetze mich in deine Lage  und stelle mir vor, eine hochverantwortungsvolle Mutter zu sein, mit einem willigen, aber doch auch wenig interessierten Sohn an der Schule. Ich stehe wahnsinnig unter Druck und Spannungen.
Was kann ich tun / verändern / verbessern, damit es mir und auch meinem Sohn und uns beiden miteinander wieder besser geht?

Was ist momentan los?
Spannungen, Ärger, Druck, Erwartungen zwischen meinem Sohn und mir - also eine Konfliktsituation.

Mein Anteil?
Die Situation mit meinem Sohn spiegelt ja eine Situation in mir selbst. - Ich nehme jetzt mal meine Aufmerksamkeit zurück und richte sie nur auf mich selbst, auf die Konfliktsituation in mir.

Was ist in mir los?
Ich fühle mich nicht wohl, bin angespannt, fühle mich unter Druck, werde meines Lebens nicht mehr richtig froh, sorge nicht oder kaum für MEINE Freude, sehe alles nur noch durch die Brille "Sohn, Schule, Abschluss, spätere Berufsmöglichkeiten". Das tut mir nicht gut - und allen anderen auch nicht.

In mir sind unbewusst viele Teile aktiv, die für mich sorgen und mir helfen ein gutes und erfülltes Leben zu gestalten. - Zwei Teile spüre ich besonders.

Ein Teil kümmert sich besonders um die Erziehungspflicht, das Elternsein und die Verantwortung für den Sohn. Dieser Teil ist groß und übermäßig fett und drängt sich sehr in den Vordergrund.

Ein zweiter Teil kümmert sich um Ruhe, Entspannung, Gelassenheit, Vertrauen und Freude. Er ist durch den Eltern-und-Verantwortung-für-den-Sohn-Teil in den Hintergrund gedrängt und kann kaum in Aktion treten, kaum atmen.

Beide Teile sind für mich lebenswichtig und sie sind so gut tätig, wie sie nur können und beide meinen es mir gut. - Was ihnen im Moment fehlt, ist offensichtlich Gleichgewicht und eine gute Verbindung untereinander.

Im Moment arbeiten sie nebeneinander, eher konkurrierend. Obwohl sie beide für mich tätig sind und das gleiche Ziel haben, nämlich mitzuhelfen, mein Leben gut zu gestalten, so dass ich mich immer wohler fühle, alleine, in der Familie und mit anderen zusammen.

Was ist notwendig? 
Beide sind wichtig, aber als Verbündete und Helfer (nicht als Gegner oder Konkurrenten), die zusammenwirken und MICH unterstützen. Verbindung und Gleichgewicht sind also besonders wichtig.

Der Teil, der zuständig ist für Ruhe, Entspannung, Gelassenheit, Vertrauen und Freude will besser ernährt werden. Er braucht auch mehr Platz. Und die Verbindung zwischen beiden Teilen will trainiert und verbessert werden.

Wie könnte das gehe?

a) Mehr Ruhe, Gelassenheit, Vertrauen: z.B. durch tägliche Praxis des Meditativen Gehens (siehe: Alltag als Chance) - zunächst mal für eine Probezeit von vielleicht 2 Monaten (= konzentrative Entspannung + Beachten und Spüren des eigenen Körpers / Fluss der Bewegung der Füße + Haltung). Ausprobieren! Wenn hilfreich, dann weitermachen, sonst Neues in dieser Richtung suchen.

b) Mehr Freude, Leichtigkeit und Lachen: Dadurch, dass bereits bekannte und vorhandene Quellen eigener Freude im Alltag regelmäßig gehegt und gepflegt werden - und dass dieses Freudepotential ständig ergänzt und erweitert wird z.B. durch die Frage: "Was könnte mir noch Freude machen - und mir so auch gut tun (- und mich auch weiterbringen)?" Außerdem, indem immer wieder für freudige Höhepunkte gesorgt wird, die z.B. im Wechsel von den Familienmitgliedern betreut werden (z.B. Tierparkbesuch, Höhlenwanderung, Ausstellung, Konzert usw. usw.).
In kleinen und machbaren Schritten tun. Nicht irgendwann, sondern JETZT!

c) Mehr Verbindung beider Teile einüben:  Wenn die nächste Konfliktsituation mit den Sohn auftritt, dann stelle ich mir erst mal selbst die Frage "Wie ließe sich diese Situation - anders als bisher - zur Freude meines Sohnes und zu meiner Freude bewältigen?" Kommen Ideen, probieren. - Kommen keine Ideen, dann diese Frage an den Sohn und mich als gemeinsame Aufgabe stellen. - Die Herausforderung ist: Beiden sollte es Spass machen!

Liebe R., das sind meine momentanen Gedanken zu deiner Problemsituation. Vielleicht findest du darin auch ein paar Anregungen für dich. Ich würde mich freuen.

 

 

Zt2         

Führung ist schwieriger, 
als sich nur für eine Seite zu entscheiden.
Sie muss alle Seiten zusammenbringen.  
       Jesse Jackson 

 

 

Erziehen 2

 mit Respekt und Haltung?


Briefwechsel (Was tun?): 

Situation und Frage:       S. erzählt:   "Ich bin immer wieder unsicher, wie ich es meiner 14-jährigen Tochter recht machen kann, ohne sofort Widerstand, Dagegensein und lautstarkes Geheule zu ernten. Oft meine ich zu wissen, was für sie gut wäre – aber sie meint es garantiert ganz anders. Bei aller Einfühlung und  Rücksichtnahme, immer wieder ist mir danach, ihr einfach zu sagen, wo's  langgeht, sie also im klassischen Sinne zu erziehen. Das also durchzusetzen, wie ich es gerade meine. – Ziemlich erfolglos! – Was meinst jetzt du  dazu?"

Antwort:  ich lese in deinen Zeilen – das Thema “erziehen”.
 
Was ist “erziehen” für dich??
Fremd bestimmen? Anordnen? Bevormunden? Besser wissen wollen? Die eigene Sicht (auch wenn mit List und Tücke) durchzusetzen versuchen? - Oder?
 
ICH glaube,  dass Respekt vor der
Eigen-Kompetenz/-Verantwortung des anderen, egal ob Kind, Jugendlicher oder Erwachsener, eine Frage der eigenen Haltung ist. Aus ihr lassen sich dann Lösungen entwickeln, die für BEIDE gut sind (win + win / Jeder muss etwas davon haben!). Und einfallen tut mir dazu jetzt “brainstorming.
Ich denke, das ist auch eine Ermutigung zum Eigenen, fördert die Kreativität und stärkt Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein. Und es trägt bei zu einem friedlichen Miteinander.
 
      > Respektvoll Gespräch vereinbaren,
      > Problem benennen (nur eines, das Wichtigste) und sich darauf festlegen,
      > brainstorming (viele Lösungsmöglichkeiten finden, können z.T. auch verrückt klingen),
      > auswählen,
      > verhandeln / einigen,
      > entsprechende Vereinbarung formulieren (was gilt genau, ab wann),
      > besiegeln (schriftlich, Handschlag etc.),
      > feiern.

In wirklichen Not- oder Ausnahmesituationen (z.B. Kind will über Straße, kommt Auto) ist selbstverständlich ein sofortiges handelndes Eingreifen angezeigt.
Bis zur Volljährigkeit gilt die Eigenständigkeit der Kinder “in der Verantwortung" der Eltern.
 
Übrigens: Die eigene Haltung ist eine Frage der eigenen Entscheidung:

                      “Wie will ICH sein bzw. immer mehr werden?"

Dabei können helfen:
Für die innere Haltung:  z.B.
Ziel-Sätze   (Unterbewusstsein, selbstgestaltende Visionen usw.),
für die äußere / körperliche Haltung: z.B.
Meditatives Gehen und Laufen (verfeinertes Körperbewusstsein,
                              Spüren und Verbessern, Selbst-Liebe und Selbst-Fürsorge, auch Haltung und Stehen)
.
Günstig ist es, beide Entwicklungswege zu nutzen.

 

 

 Bild1/2

 

                                                                 Angelika Wohlfarth

 

 

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  Einfügung: Schule > Das sollten Kinder (+Erwachsene) unbedingt AUCH lernen und berücksichtigen!

         

Schule                  


Das sollte die Schule            IMMER "AUCH"             
vermitteln (lehren):          
 

verschieden,          

andere Sichtweisen,          

immer Respekt,           
 
so (für sich) o.k.,          

Eigen-Kompetenz          
und          
Eigen-Verantwortung          

(Folgen u. Wirkungen -          
Klarheit u. Überblick)          

 Das sollten Kinder (+Erwachsene)
IMMER AUCH lernen / berücksichtigen:

  • Jeder ist vom anderen "verschieden", also anders.

  • Jeder hat auch seine eigenen, FÜR IHN momentan so richtigen, Sichtweisen und Vorstellungen.

  • Jeder ist also so richtig und wichtig, wie er gerade ist (für sich!).

  • Jeder sollte so angenommen werden, wie er gerade ist und nach Möglichkeit
    angemessen gelobt  und damit auch mit SEINEM anerkannt werden.
    (kein Bevormunden-, Erwarten-, Besserwissen- oder Rechthaben-wollen).

  • Jeder sollte auch eingeführt werden in Eigen-Kompetenz und Eigen-Verantwortung.

  • Jeder hat immer EIGENE Bedürfnisse, die er SPÜREN kann (letztlich mehr Freude /
    für SEINES brennen usw.).

  • Erforderlich: Bewussteres Wahrnehmen > will gelernt und geübt werden,

  • Andere haben immer ANDERE Bedürfnisse.

  • Aufgaben: zuhören, verstehen, so lassen und wichtig nehmen.

  • Wenn gemeinsames Tun erwünscht ist:
    verstehen (ggf, Einzelheiten erfragen),
    das Eigene erklären,
    verhandeln,
    einigen, so dass jeder etwas davon hat - win+win.

  • Einführung in gesellschaftlichen Grundregeln z.B bitte+danke, guten Tag+auf wiedersehen usw.

  • Ggf. SELBST fortsetzen (aufschreiben): . . . . . . . .

   Bearbeitungsvermerk/e   von Schule,Zt2/1  auch an+Hinweise  > Anders > Bedürfnisse  > Bewusster  > Eigen-Kompetenz/-Verantwortung > EinigenEltern > Erkenntnis //
   >
Erzählen > Erziehen > Familie > Fragen > Freude > Klarheit(wichtig)  > Körper > Lassen > Lernen > Loben und anerkennen > O.k.(positiv) > Regeln > Respekt > Richtig
   >
Sichtweisen (Vorstellungen)  > Spüren > Tun > Verhandeln > Verschieden  > Verstehen > Vielfalt(Neues) > WirkungenZuversicht        
   

--------------------------------------------------X X X X X--------------------------------------------------

 

 

 

 

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F-ok
Zt=Zwischentext
ZL = in der Zentralen Linkliste vorgemerkt 
Zitate / Kurztexte-Sammlung  (Zt1-4)
A&L erl.

______________________________________________________________________________________________________________________

Nov.09(1+Zt1-3), April 15(2), Dez.15(Zt4+Bild1/1), Dez.16(Bild1/2)
  

 

siehe auch:

Brainstorming     Dagegen(Widerstand)       Eigen-Kompetenz/-Verantwortung    Eltern   Entscheiden(4)     Entwickeln     Fragen    Grenzen      Hansi (Geschichte)      Haltung(Zt3-lösungsorient.Gespr.)     Heilen(3)    Kinder     Lernen    Leistung       Loben und anerkennen       Miteinander   Probleme     Programme      Regeln     Respekt(m.Beisp.)       Roter Faden8(1-9)    Schule     Selbst...    Spüren     Wie geht's      Was tun1(2x) 

 

 

 

Die Verweise auf einschlägige Texte in ALLTAG bzw. LABYRINTH sind vor allem bei den o.a. Einzeltexten! 

 

 

>ZL

ALLTAG:
Erziehen     Haltung     Löcher (Neues Denken und neues Handeln)     Sichtweisen (Weltbild)     Sinn (praktizierender Mensch)     Ziel-Sätze   (Unterbewusstsein, Unehrlichkeit [authentisch?] - SELBST-gestaltende Visionen)     
Meditatives Gehen/Laufen (sich genauer spüren + wichtig nehmen + verbessern + genießen lernen)

LABYRINTH:
Wilde Blumen (Ver-Spannungen)

 

 

Stand:   siehe Home                [ Inhalt ]             Zurück ] Home ] Weiter ]        

   
 
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  ©  Copyright: Gerhard Salger
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