| |
klären und erklären -
mit Fragen an sich selbst und das Du
Gefühle - sie sind immer und
überall dabei, entweder eher gute Gefühle (z.B. Liebe, Freude,
Zuneigung, etwas ist gut gelungen, die warme Sonne auf der Haut, der gute
Geschmack des Essens usw.) oder eher ungute Gefühle (z.B. Schmerzen, Ärger,
Frust, beschimpft, beschuldigt, bedrängt oder abgewertet werden
usw.).
Oft werden die vorhandenen Gefühle erst richtig wahrgenommen und
beachtet, wenn sie so stark auftreten, dass sie nicht mehr übersehen und
beiseite geschoben werden können. Sind es gute Gefühle, dann ist
das ja wunderbar und ein Genuss, sind es aber ungute Gefühle, dann tragen
diese leicht zu schlechter Laune, ärgerlichen Reaktionen und letztlich
auch Streit und Auseinandersetzungen bei.
In einer Gesprächsrunde erzählten Hanno und Reike, ein Paar, das schon mehr als fünf Jahre zusammen
ist, ihre Erfahrungen mit Streit,
Konflikten, Missverständnissen und den erstaunlichen Möglichkeiten,
durch Fragen zu starken Gefühlen in einem vertrauensvollen und offenen
Gespräch immer wieder Neues über sich selbst und das Du kennen und
verstehen zu lernen.
Hanno:
Wir haben in der Vergangenheit viele Möglichkeiten probiert, kleine und
größere Verstimmungen und Streitereien, möglichst schnell zu beenden
und danach gute, gemeinsame Lösungen zu finden, sowohl für die aktuelle
Situation, als auch natürlich für die Zukunft, damit Gleiches sich möglichst
nicht wiederholt.
Reike:
Es war immer wieder schwierig - und schmerzhaft - aber wir waren auch
immer wieder erfolgreich im Herausfinden neuer Möglichkeiten, die uns
weiterhelfen könnten.
Denn wir wollten uns ja nicht
ankeifen, sondern gut und in Frieden miteinander unser Leben gestalten.
Ja,
ja, immer wieder beflügeln uns hehre Vorsätze, solange, bis die
Wirklichkeit uns dann wieder überrollt. Ein falsches Wort - und schon
….. !
Aber, das ist ja auch völlig
normal, dass es zwischen Menschen, noch dazu, wenn sie so nahe zusammen
leben, immer wieder mal kracht.
Selbstverständlich,
das ist auch in Ordnung. Meistens sind es sowieso nur Missverständnisse.
Aber entscheidend ist halt, dass wenn es weh tut, man - auch ganz natürlich
'Au!' schreit. Und das mitunter ganz schön heftig.
Das wird dann, trotz der
vielfach damit verbundenen Schmerzen, entweder zur Bewährungsprobe für
Streit- und Konfliktlösungsmöglichkeiten, die wir schon kennen und die
sich bewährt haben - oder
manchmal auch zur Geburtsstunde ganz neuer Ideen.
So,
wie unlängst. Das wollten wir euch gerne erzählen. Denn das ist für
uns wirklich
eine Beziehungsbereicherung
Genau! Reike hat mir den Inhalt
eines Buches erzählt, das sie gerade las. Ich habe die Zusammenhänge
aber anders verstanden, als sie sie gemeint hat - und habe dazu meine
Meinung entwickelt. Ganz schnell verschwand Reike aus dem Gespräch. Sie
war schon noch körperlich da, aber ich hatte das Gefühl, mit dem, was
ich gerade sagte, bei ihr nicht mehr anzukommen.
Ich
habe dir aufmerksam zugehört!
Kann ja sein, aber 'zuhören'
und 'zuhören und verständnisvoll innerlich mitgehen' sind zwei Paar
Stiefel.
Schon
klar. Ich gebe ja zu, dass ich dein Reden eigentlich ziemlich schnell als
'langatmig' empfand - und du hast das offensichtlich mitgekriegt.
So war es. Und ich habe
ziemlich verärgert reagiert.
Als
ich merkte, dass es zu einem Aufeinander-losgehen wird, habe ich unsere
alte Zauberformel bemüht "Bitte unterbrechen wir hier - und
Auszeit!"
Das ist eine Grundvereinbarung
zwischen uns beiden. Wenn es heftig wird oder zu werden droht, dann
bewirkt diese Formel "Bitte unterbrechen wir hier - und
Auszeit!", dass ab diesem Moment Schweigen einsetzt. Wir behalten
beide unsere Plätze. Jeder kann aber nun nach Innen gehen und sich den
Ablauf nochmals anschauen, den eigenen Inhalt am Gespräch und denjenigen
des Du, das eigene Verhalten und dasjenige des Du, die eigenen Gefühle
und die vermutlichen Gefühle des Du - und sich dann auch fragen:
"Was will ich jetzt für mich und für uns? Und was will ich beitragen?"
Und
wenn wir beide uns dann anschauen und beide mit dem Kopf nicken, dann
setzen wir das Gespräch fort - und zwar lösungsorientiert.
Die Frage lautet dann:
"Was ist passiert - bei mir - bei dir - dass es so heftig geworden
ist - dass es zum Streit gekommen ist?"
In
diesem Fall ist uns aufgefallen, dass auf beiden Seiten sofort ganz schön
heftige Gefühle mit im Spiel waren.
Es ist schon klar, dass mir Hanno meine Gefühle nicht macht, sondern er löst
sie nur aus. Das ist in
etwa so, wie wenn ich im 1. Stock
zum Fensterputzen an einem Seil einen
Putzkübel beim Fenster rausgehängt und das Seil an der gegenüberliegenden
Türklinke gesichert habe. Alles bestens. Da kommt plötzlich Hanno, der
von alledem nichts weiß, in den Raum. Durch das Öffnen der Türe, löst
sich das Seil und der Kübel stürzt ab. Fast wäre ich auch mit abgestürzt.
Eine fürchterliche Wut auf Hanno flammt auf. Usw.
So muss es nicht immer sein,
aber es kann so ablaufen. In diesem Fall wurde ich also unabsichtlich der Auslöser
von Reikes Wut.
Und
da haben wir uns vorgenommen, doch mal die Gefühle anzuschauen, die da besonders
stark zu spüren sind.
In unserem Beispiel hatten wir
zur Auswahl mein Gefühl "Ich komme mit meinen Worten
bei dir nicht an, ich fühle mich nicht beachtet, ignoriert und
abgewertet!" und
Reikes Gefühl "Ich finde dein Reden langatmig, langweilig und
uninteressant!".
Wir haben uns für Reikes 'langatmig' entschieden und sind dann nach
folgendem Schema vorgegangen:
|
Gefühle durch Fragen klären
und erklären |
|
1. |
Vereinbaren wer mit welchem
Gefühl auf innere und äußere Erkundungsreise geht.
Hier Reike
mit 'langatmig'. |
|
2. |
'Gemeinsam' Fragen suchen und
sammeln |
|
|
a) |
Fragen,
die Reike sich selbst stellt |
|
|
b) |
Fragen, die Reike - in diesem Zusammenhang - an Hanno stellt |
|
3. |
Fragen in eine persönlich
gute Reihenfolge bringen |
|
4. |
Fragen beantworten |
|
|
a) |
Fragen
von Reike an sich selbst
Reike sucht die eigenen Antworten und erzählt, was bei ihr dazu da
ist und was ihr dazu einfällt. Hanno darf nur zuhören,
nicht unterbrechen.
Verständnisfragen aufschreiben. |
|
|
b) |
Frage von Reike an Hanno - "Gibt es noch Verständnisfragen?"
Wenn JA, beantwortet sie Reike. |
|
|
c) |
Reike an Hanno -
eigene Innenwahrnehmung ./. Außenwahrnehmung anderer
"Ich habe meine Innenwahrnehmung zu den
einzelnen Fragen erzählt.
Hast du zu einzelnen Punkten abweichende Außenwahrnehmungen?"
Wenn JA, erzählt nun Hanno, so wie er es erlebt. Reike hört
nur zu.
Das ist eine wichtige Ergänzung für Reike, weil sie jetzt nicht
nur die Zusammenhänge im eigenen Inneren besser verstehen, sondern auch die Außenwirkungen
auf Hanno kennen lernen kann. |
|
|
d) |
Fragen von Reike an Hanno
Hanno sucht die eigenen Antworten. |
|
|
e) |
Frage von
Hanno an Reike: Verständnisfragen?
Wenn JA werden sie nun von Hanno beantwortet. |
|
|
f) |
Hanno an
Reike - eigene Innenwahrnehmung ./. Außenwahrnehmung anderer
"Gibt es eine abweichende Außenwahrnehmung?"
Wenn JA beschreibt Reike diese. |
|
5. |
Lösung suchen und
vereinbaren, wie Gespräche künftig verbessert werden können, um
das Gefühl
'langatmig', 'langweilig' oder 'uninteressant' möglichst erst gar nicht aufkommen zu
lassen. |
|
6. |
Gegenseitig
bedanken. |
|
Beispiele: |
|
Fragen
von Reike an sich selbst
(Suche gemeinsam von Reike und Hanno) |
|
- |
Was bedeutet für mich
(Reike) dieses Gefühl 'langatmig'?
Verabschieden sich da meine Neugierde, meine Offenheit, mein
Interesse?
Sage ich da
innerlich vielleicht "Das habe ich längst verstanden und
ich
weiß längst, was du jetzt noch (künftig) sagen und erklären willst!"?
Höre ich da dann
wirklich noch aufmerksam zu und gehe innerlich auch
noch mit - oder lasse ich es mehr oder minder
durchrauschen? |
|
- |
Mache ich das öfters,
etwas als langatmig / langweilig / uninteressant zu empfinden? |
|
- |
Stimmt das wirklich, dass ich das, was da noch kommen würde, auch an
Feinheiten, alles im Vorhinein längst weiß? |
|
- |
Welche Vorteile hat diese Einstellung?
Welche Nachteile muss ich in Kauf
nehmen (was entgeht mir)? |
|
- |
Wie teile ich
mein Desinteresse mit?
Was mache ich da genau, dass der andere merkt, dass ich mich langweile
(obwohl ich das ja eigentlich gar nicht mitteilen möchte)? |
|
- |
Will ich es so lassen? |
|
|
|
|
Fragen
von Reike an Hanno
(Suche gemeinsam von Hanno und Reike) |
|
- |
Ich empfand dein Reden als zu langatmig. Das war meine Wirklichkeit!
Wie war dein Reden für dich?
Was hat dich dazu veranlasst, so viel zu reden und so ausführlich zu werden?
Was wolltest du
damit bewirken? |
|
- |
Wie hast du das
gemerkt, dass
ich nicht mehr richtig dabei bin? |
|
- |
Du hast viel geredet, dir ging's aber nicht gut, weil du das Gefühl
hattest,
nicht gehört zu werden (bei mir nicht anzukommen).
Was hätte aus deiner Sicht bewirken können, dass das Gespräch
sich nur
auf den wesentlichen Inhalt (Buchempfehlung - und deine
Meinung dazu)
hätte beschränken können - und damit viel kürzer
geworden wäre -
und trotzdem wäre es dir damit rund und gut gegangen? |
Die Wirkungen dieses "Bei
sich selbst und beim anderen nachfragen!" ist ganz faszinierend.
Der Erzähler (hier Reike) findet viele neue Zusammenhänge, die vorher nicht
bewusst waren. Durch das laute Erzählen bekomme ich (Hanno) sie mit und
kann plötzlich Reike ganz anders verstehen. -
So auch Reike mich.
Es löst sich nicht nur das ungute Gefühl auf, sondern es entstehen hier
zusätzliche Gefühle von Vertraut-sein, Nähe und Liebe.
Ja,
das ist wirklich wunderschön. Die Reiberei führt so zu mehr Verständnis
und einer Stärkung
unserer Beziehung und besonders des Zusammengehörigkeits-
gefühls. Es stärkt auch ganz
nebenbei die Gefühle von Nachsicht, Wohlwollen, Geduld und Ausdauer.
Weil: Es lohnt sich! Und ich liebe ihn ja - und weiß auch, dass er mich
liebt! Wir wollen und können so besser
miteinander - mehr und inniger, als
bisher.
Natürlich kann das kein
Patentrezept sein, aber vielleicht eine Anregung, es auch mal so zu
probieren und dann in freier Variation den Weg zu finden, der dann persönlich
am besten passt und hilft.
Ja, das waren also Reike und Hanno.
Ich finde es eine schöne Möglichkeit. Ausgelöst durch Reibereien wachsen
so gegenseitig Verständnis
und Intensität. Ungute Gefühle werden transformiert zu fruchtbarem Humus der
Beziehung.
Es ist schon erstaunlich, was alles möglich wird, wenn beide durchdrungen
sind von:
"Wir wollen das miteinander!"
|
Zt1 |
Zu
Schmerzen und überhaupt unguten Gefühlen
habe ich heute deshalb eine recht positive Beziehung, weil sie für
mich Signalgeber und Botschafter sind, dass ich in meinem Leben
gerade etwas mache, was mir schadet, dass eigene, wichtige Bedürfnisse
unerfüllt und damit hungrig bleiben. Veränderung /
Weiterentwicklung ist dann angesagt.
Das ist dann zwar vielfach unbequem und eigentlich oft auch unerwünscht,
aber es hilft, solchen inneren Antreibern ausgesetzt zu sein. Sonst
würde ich in der Tatenlosigkeit erstarren. |
Mit Schleichwegen auf
ihrer Spur
In einer offenen Runde beschäftigten
wir uns unlängst wieder mal mit dem Thema "Gefühle" - gute und
beglückende Gefühle (Freude) - ungute und belastende Gefühle
(Schmerzliches) - was sie in uns
auslösen und auch wo sie ihren Ursprung haben.
Denn, die Gefühle, die ich
empfinde, werden mir weder von einem oder mehreren anderen, noch von
Situationen oder der Umwelt 'gemacht'. Ich mache mir meine Gefühle immer
selbst. Auch wenn ich momentan meine, dass die Gefühle entstanden sind,
weil mir z.B. erfreuliches Lob (das Herz hüpft) oder auch belastende Kritik (Ärger
wird spürbar)
ausgesprochen wurden.
Das, was auf mich zukommt, was
ich sehe, höre, rieche, schmecke, spüre, nehme ich zunächst wahr und
bewerte es dann 'selbst'. Ist das eher gut oder ist das eher ungut, erinnert
es mich an schöne und erfreuliche Erlebnisse oder lässt es Bilder wieder
lebendig werden, die schwer, belastend, vielleicht auch schmerzlich und
leidvoll sind?
Schwierig wird es, wenn ungute Gefühle entstehen, weil im
Unterbewusstsein Vorerfahrungen, vielfach aus der Kindheit, erinnert
werden. Das geht blitzschnell. Die inneren Bilder (Erinnerungen) entstehen
und bringen die zu ihnen gehörenden unguten Gefühle mit. Die inneren
Bilder bleiben in den meisten Fällen unbewusst, die unguten Gefühle (Ärger,
Zorn, Empörung, Wut usw.) dagegen werden körperlich spürbar.
So entsteht der
Trugschluss:
Ich erlebe außen, z.B. im Gespräch mit dem Partner, |
|
>
>
>
>
> |
eine
unbefriedigende Situation,
erinnere 'unbewusst' ähnliche
Vorerfahrungen,
spüre meinen Zorn,
denke
im Bewusstsein, dass
mein Gegenüber für meinen Ärger verantwortlich ist, mir diesen Ärger
gerade zufügt -
und gehe jetzt
auf dieses los.
Häufige Folge: Streit und Auseinandersetzungen. |
|
Tatsächlich hat mein Gegenüber durch sein Verhalten, durch ein Wort oder
eine Geste, ohne das zu wollen oder zu wissen, bei mir diese alte
Erinnerung 'ausgelöst'.
Meine Gefühlsreaktion hat also ihre Wurzeln in 'meiner' Vorgeschichte.
Und solange ich diese alten Wurzeln nicht aufgespürt und bewusst gemacht
habe, solange werden mich ähnlich ungute Gefühle in vergleichbaren
Situationen immer wieder einholen.
|
Wie gibt es das, dass
blitzschnell Erinnerungen, besonders an Situationen der Kindheit auftauchen, ohne
dass ich das bewusst mitbekomme - ich spüre nur die dazu gehörigen unguten
Gefühle, die mich schier überfluten?
Dazu ein Beispiel aus der Praxis:
In der Vergangenheit wurden versuchsweise
in Kinofilmen Werbebilder für ein Markeneis aufgenommen, das in der Pause zum
Verkauf angeboten wurde. Die Bildfolgen waren so schnell und
so kurz, dass sie 'bewusst' nicht gesehen werden konnten (ca. 16 Bilder
pro Sekunde). Mit diesen Versuchen sollte herausgefunden werden, ob die
Werbebotschaften, auch wenn sie bewusst nicht gesehen werden konnten,
'unbewusst' aufgenommen werden - und welche Wirkungen entstehen.
In Filmen ohne Werbeeinblendungen war das übliche, mäßige Kaufverhalten der
Kinobesucher zu beobachten. In Filmen mit 'verdeckten', also nicht bewusst sichtbaren Werbebotschaften,
setzte in der Pause ein 'Ansturm' auf das unsichtbar beworbene Markeneis
ein. Die verdeckte Werbung war also unbewusst aufgenommen worden, ohne dass die Eiskäufer
das bewusst bemerkt hätten.
Die Folge dieses Versuchs war,
dass 'unsichtbare' Webeeinblendungen verboten wurden. Im Gegensatz zu
sichtbarer Werbung, weil hier der Einzelne selbst frei entscheiden kann,
ob er sich diesen mächtigen, unbewussten Wirkungen aussetzen will.
Was zeigt dieses Beispiel im Zusammenhang mit der Arbeitsweise des Unbewussten?
Durch verdeckte Werbebilder wurden entsprechende Lust- bzw. Bedürfnisgefühle
ausgelöst und die beteiligten Menschen glaubten, den Eiskauf frei und aus eigener Entscheidung zu wollen.
Gewaltiger Irrtum!
Es gibt kaum Situationen, an
denen das Unterbewusstsein mit all seinen Erinnerungen und gespeicherten
Inhalten nicht beteiligt
ist.
Also:
Ich sehe oder erlebe außen gerade etwas - die entstehenden Gefühle können
damit zusammenhängen, sie können aber auch unbewusst entstanden sein und
müssen mit dem unmittelbaren Erleben nichts zu tun haben.
Wie komme ich dem besser
auf die Spur, was bei MIR gerade los ist?
Denn aus dem Unterbewusstsein heraus
entstehende ungute Gefühle lösen oft Reaktionen aus, die ungeheuer viel Schaden anrichten (Streit, Verletzungen, Angriffe,
Gewalt usw.).
Ziel sollte es sein,
die Verantwortung für die eigenen Gefühle selbst zu
übernehmen und so auch Konflikte, die immer wieder mal entstehen, besser
bearbeiten und bereinigen zu können.
Zu einer friedlichen
Konfliktbearbeitung hat die Gewaltfreie Kommunikation (GfK) *)
als Basis das Modell der VIER SCHRITTE entwickelt:
Dieses Modell geht von der Grundüberzeugung aus, dass,
wenn ich gute Gefühle spüre,
z.B. Freude, Wohlfühlen, Glück, Zärtlichkeit,
etwas ist mir gut gelungen usw., dann habe ich das, was ich JETZT GERADE brauche.
Die Folge ist, ich fühle mich im Augenblick
rund und wohl.
Wenn ich ungute Gefühle spüre, Ärger, Kummer, Leid, Schmerzen,
Sehnsucht, Eifersucht usw., dann fehlt mir etwas, was ich JETZT GERADE bräuchte.
Hinter dem unguten Gefühl verbirgt sich also ein 'eigens' unerfülltes
oder zu kurz gekommenes Bedürfnis.
In der Regel weiß ich nicht, welches 'eigene' Bedürfnis bei mir gerade
da ist. Vielmehr sehe ich mein Gegenüber bzw. die Situation und tappe
dann meist in die Fall, da die Ursache z.B.
für meinen Ärger zu glauben.
Um nun das Gegenüber wegen
eigener unguter Gefühl nicht
(irrtümlich) angreifen und verletzen zu müssen, bieten die VIER SCHRITTE
der Gewaltfreien Kommunikation einen friedlichen Weg zu mehr eigener Klarheit und bewussterem Handeln.
Da macht sich bei mir ein
ungutes Gefühl bemerkbar.
Zentrale Frage:
Was ist JETZT gerade
los, in diesem Moment? *)
1.
Schritt: Was ist genau passiert - und zwar JETZT?
Ich
beschreibe meine Beobachtung. |
|
Wichtig
ist, nur die eigene Beobachtung zu beschreiben, keine Bewertung.
Nur das, was gerade geschieht bzw. geschehen ist, was ich also sehe,
höre, rieche, schmecke oder spüre. |
|
Beispiel: |
Beobachtung
= Ich sehe, dass du deine Hand hebst und dich dabei etwas nach
vorne beugst -
ich höre dich sagen... usw. (das ist für das Gegenüber nicht verletzend,
sondern nur eine klare Information, was ICH wahrnehme)
Bewertung = Ich finde das ärgerlich, dass...
-
ich empfinde das als Angriff, wenn... -
du bist recht erregt -
du bist laut -
so, wie du das machst, ist das ... usw. (das könnte für das Gegenüber verletzend,
abwertend, fordernd - und möglicherweise sofort wieder Streit auslösend
sein - DU-Beschuldigungen)
|
| 2.
Schritt: Was fühle ich - und zwar JETZT? |
| |
Ich
beschreibe meine Gefühle, die jetzt da sind bzw. entstehen. |
| |
Beispiel: |
Ich spüre
Angst in mir aufkommen, fühle mich bedroht, angegriffen und merke
auch, dass ich wütend werde.
|
3.
Schritt: Wenn ich das fühle, was brauche ich dann wohl -
und zwar JETZT?
Was ist mein Bedürfnis? |
| |
Beispiel: |
Um mich
wieder wohl zu fühlen, bräuchte ich ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit,
dass ich so angenommen bin, wie ich gerade bin, damit ich entspannt
und aufmerksam
an dem Zusammensein teilnehmen kann.
|
4.
Schritt: Was könnte ich oder jemand anders tun, damit ich
bekomme,
was ich brauche - und zwar JETZT?
Ich könnte mich bitten, .... oder Ich könnte
dich bitten, .... |
| |
Beispiele: |
Meine
Bitte an mich: Mehr Geduld, Nachsicht und Wohlwollen einzuüben
und mir bewusst zu sein, dass, wenn wir zusammen sprechen, du mir
wohl und nichts Böses willst. (Das hilft mir aber nicht jetzt,
sondern erst in der Zukunft, wenn ich es mehr und mehr so sehen
kann.)
oder
Meine Bitte an dich: Mir ruhig und gelassen zu antworten
und dabei nicht so heftig zu gestikulieren, mir auch jetzt nur zuzuhören,
damit ich Meines mit dir teilen kann. Ohne Rückfragen, ohne
Meinungsäußerung, ohne Lösungsvorschläge.
oder - oder -
|
Das ist schon sehr hilfreich, weil es Klarheit nach Innen und Verständnis
nach Außen fördert - und zwar ohne dass einer wegen aufkommender unguter
Gefühle den anderen
angreifen und verletzen muss.
Was in diesem Modell fehlt,
ist der Versuch, dem Hintergrund der eigenen
Gefühlsreaktion im eigenen Unbewussten nachzuspüren und damit die eigene
Reaktion nicht nur selbst besser zu verstehen, sondern sie durch Erzählen
auch dem Gegenüber verständlicher zu machen.
Wir haben deshalb einen fünften Schritt (Aha!) angefügt:
| 5.
Schritt: Aha! |
| |
Ich wende mich nochmals meinem Ausgangsgefühl (Nr.2)
und meinem Ausgangs-Bedürfnis (Nr.3) zu und
frage:
"Gibt
es vergleichbare Gefühle bzw. Bedürfnisse in meiner Vergangenheit?
Kenne ich solche oder ähnliche Situationen (welche)?
Kenne
ich solche oder ähnliche eigenen Reaktion (in welchen
Zusammenhängen)?
Und dann erzähle ich das,
was mir dazu einfällt.
Jetzt
kann es sein, dass der vorher ausgedrückte Wunsch sich verändert.
In
jedem Fall ist das eigene Verständnis für die vorhandenen eigene Gefühle
und Bedürfnisse
jetzt viel größer - und
auch das Verständnis des Gegenübers.
|
| |
Beispiel: |
Ich spüre
Angst in mir aufkommen, fühle mich bedroht, angegriffen und merke
auch, dass ich wütend werde.
Kenne ich dieses Gefühl / ähnliche Situationen / ist mir ähnliches
schon irgendwann in der Vergangenheit begegnet?
Ich lasse mir Zeit und lasse mich von diesem Gefühl in die
Vergangenheit führen. Mir wird bewusst, dass mein Vater, wenn er
mich als Kind ausgeschimpft hat, solche Drohgebärden machte, und öfters
hat er mich dann auch geschlagen. Angst und ohnmächtige Wut sind da
in mir entstanden. Aber ich war ja viel zu klein und konnte mich
nicht wehren. - Sehr schmerzlich.
Mein Bedürfnis war, in meiner Autonomie (Selbstbestimmung) gesehen,
ernst genommen und auch so angenommen zu werden. Mir fehlten
Anerkennung und Bestätigung. - Eine ganze Reihe von Bedürfnissen
waren also hungrig geblieben, waren weder gesehen, noch beachtet
worden.
Verständlich, dass (unbewusste) Erinnerungen immer noch heftige
Reaktionen bei mir auslösen.
Der damalige Hunger ist auch heute noch zu spüren.
Doch heute bin ich nicht mehr
klein, ausgeliefert und wehrlos. Heute bin ich groß und erwachsen und finde für
mich viele Möglichkeiten, mit solchen Situation anders als mit
(kindlich) ohnmächtiger Wut zu reagieren. Friedlicher, menschlicher.
Und damit besser in Verbindung zu bleiben - mit mir selbst und mit
anderen. - Ich kann z.B. erklären und 'bitte' sagen. |
Ein großer Schritt zum eigenen und gegenseitigen
Sich-besser-kennen-lernen.
Erst jetzt sollte die Antwort auf die Bitte (Nr.4) kommen.
Und sie darf immer lauten: JA, NEIN oder auch
ANDERS.
So wird ein ungutes Gefühl
nicht nur wichtig genommen und das dahinter versteckte 'eigene' Bedürfnis
aufgespürt, so kommt oft auch seine Entstehungsgeschichte ans Tageslicht und einigen
Gespenstern der Vergangenheit wird so vielleicht ihre Macht genommen.
So oder ähnlich könnte die gewonnene Erkenntnis lauten:
"So war es, keine Frage! Aber das ist vorbei! Es schmerzt zwar
noch, wenn ich daran denke, aber es wird immer leichter, wie eine heilende
Wunde. Im übrigen hat es mein Vater damals so gut gemacht, wie er es eben
zu diesem Zeitpunkt konnte! - JETZT bin ICH nicht mehr in der Ohnmacht des
Kindes gefangen, sondern habe mit Klarheit und Umsicht viele gute Lösungsmöglichkeiten,
besonders diejenige, meine jetzigen Bedürfnisse aufzuspüren und zu
benennen und damit zu einem friedlichen Miteinander beizutagen, in dem
sich BEIDE wohl fühlen."
Die VIER SCHRITTE der
Gewaltfreien Kommunikation passen immer, helfen und führen weiter.
Vorgenommen haben wir uns, dass jeder für sich und bei passender
Gelegenheit (nicht immer und unbedingt) auch zusätzlich den FÜNFTEN
SCHRITT probiert.
So wollen wir herausfinden, wie das dann in der Praxis ausschaut.
*)
Ein weiteres Beispiel der 4 Schritte:
-
Als
ich dich gestern Abend am Telefon sagen hörte, du könnest heute nicht,
weil du deinem Papa beim Einpacken helfen wollest - und mehr werde dir zu
viel - und du würdest dich dann nächste Woche wieder melden,
-
fühlte
ich mich enttäuscht, beiseite geschoben, nicht wertgeschätzt und
schmerzlich sehr berührt.
-
Dahinter
steht wohl u.a. mein Bedürfnis, dass, wenn etwas gemeinsam festgelegt
wurde, auch eine Veränderung "gemeinsam" ausgehandelt werden
soll - zur Zufriedenheit beider.
-
Deshalb
meine Bitte an dich, künftig gemeinsam Vereinbartes, wenn Veränderungen
nötig sind, diese auch gemeinsam zu verhandeln, so dass wir beide
gleich-berechtigt beteiligt sind.
Der
5. Schritt:
-
Kenne
ich diese Gefühle "enttäuscht, beiseite geschoben, nicht wertgeschätzt und
schmerzlich sehr berührt"? Wo und wann sind sie mir erstmals
begegnet? Wo führen sie mich in der Vergangenheit hin? Welche
Bedeutung und Geschichte haben für mich die Bedürfnisse
"Gleichberechtigung, Achtung, Zuverlässigkeit und
Vertrauen"?
Erzählen - bzw. aufschreiben.
|
Zt2 |
Deine
un-guten Gefühle (auch anlässlich von Krisen, Krankheiten und
Schmerzen) fordern "dich" auf, dich zu bewegen. Eigenes Dazu-lernen (eigenes Weiter-entwickeln im "Tun",
nicht nur davon und darüber reden) wäre dann wohl angesagt. Und zwar in Richtung Vielfalt.
Denn für dich bist "nur" du selbst verantwortlich - nicht der Arzt,
nicht der Lehrer, nicht der Seelsorger, nicht der Vorgesetzte oder
wer sonst. Nur du selbst!
Was könnte dir z.B. "noch" spürbar Freude machen und so auch
gut tun - und dich vielleicht sogar weiterbringen? -
Brainstorming? ;-) |
Ungute Gefühle sagen
"Achtung!"
"Weißt du," erklärte
mir eine Bekannte, "da habe ich so ein ungutes Gefühl! Eigentlich
ist mir das, was ich da vorhatte, sowieso un-angenehm. Ich weiß nicht, ob
ich da jetzt überhaupt noch was unternehmen soll! - - ."
Bei einer anderen Gelegenheit erwähnte sie dann: "Ich habe mir
das gründlich überlegt, Licht und Schattenseiten abgewogen und nach
langem Hin und Her mich dann entschieden, aus meiner Partnerschaft
auszusteigen. Es ist viel einfacher so, auch wenn es momentan weht tut! -
Doch - dann hatte ich wieder < so ein Gefühl > ! Tiefdrinnen habe
ich gewusst, dass das nicht stimmt. - Eigentlich wollte ich nichts davon hören
und es wegschieben. Schließlich habe ich es doch beachtet und wichtig
genommen!
Gott sei Dank! - - Wir sind immer noch zusammen. Allerdings haben wir auch
viel dazu gelernt und uns weiter-entwickelt!"
Ungute
Gefühle
(z.B. Schrecken, Angst, Schmerz, Druck, Krankheiten, usw.) sind etwas
ungemein Wertvolles und Wichtiges. Es sind die inneren Sensoren des Gefühls,
die sich melden um "aufmerksam zu machen".
z.B. Jetzt kommt ein schwierigeres Wegstück - Schlaglöcher - anseilen,
der Weg ist schmal und rutschig, daneben ein tiefer Abgrund, Hindernisse
liegen auf dem Weg, sie wollen überstiegen oder umgangen werden - usw.
usw.
Es ist ähnlich wie mit den Eiswarnern am Auto.
Man fährt. Es ist alles scheinbar in Ordnung, scheinbar so wie immer. Im
Fahrzeuginneren ist es wohlig warm. Der Motor summt gleichmäßig. Die
Stimmung ist eher monoton, einschläfernd. - Doch draußen haben sich in
der Zwischenzeit die Verhältnisse verändert. Es ist kälter geworden und
ein dünner Eisfilm hat sich auf die Straße gelegt. Die Eissensoren lösen
"Alarm!" aus, rütteln wach. Nun ist die schläfrige Stimmung
wie weggeblasen. Hellwach ist das eigene Verhalten auf die neuen Verhältnisse
abzustimmen. - Die Geschwindigkeit wird zurückgenommen und sehr
aufmerksam und umsichtig (Abstand zu anderen Fahrzeugen / nötiger
Bremsweg / mögliche Überraschungen usw.) weitergefahren. - So erreicht
der Fahrer - zwar etwas langsamer, aber sicher und wohlbehalten sein Ziel.
Ungute Gefühle melden
also äußere und innere Gefahrenstellen, "warnen", wie eine
Blinklichtanlage an einem unbeschrankten Bahnübergang.
Sie "selbst" sind weder gut, noch schlecht. - Sie sagen auch
nichts darüber aus, ob das, was sich da ankündigt nun "gut für
mich" oder "schlecht für mich" ist.
Es sind körpereigene Sensoren, die sich eben melden und darauf hinweisen,
dass das eigene Verhalten
sehr wach und umsichtig überprüft und verbessert, also verändert,
weiter-entwickelt und auf die neuen Verhältnisse eingestellt werden muss,
um weitergehen und die eigenen
(Lebens-) Ziele sicher
erreichen zu können.
Umsicht, Fantasie, Einfallsreichtum und waches Engagement sind nun
besonders gefragt, nicht verniedlichen, den anderen (z.B. dem Arzt, dem
Partner, den besonderen Umständen usw.) die Schuld in die Schuhe schieben
und mit angeblich Nichts-ändern-können davonlaufen (und so weiter
machen).
Eine Gefahr ist, wenn
ungute Gefühle oder ihre Erscheinungsbilder "selbst" als ein Übel
interpretiert werden, dem man schnellstmöglich entkommen oder das man bekämpfen
muss.
z.B. Herzbeschwerden werden mit Tropfen wegbehandelt - fertig.(?) -
Oder, ein Magengeschwür wird operiert - und dann geht es wieder weiter
wie bisher.(?) -
Oder, eine Ehe wird geschieden - und schon bald kommt wieder mit 1000
neuen Hoffnungen und Erwartungen die nächste. (?) - usw.
Das wäre dann so, wie wenn der
Autofahrer im vorherigen Beispiel, wenn sich die Eissensoren melden, in
die Werkstätte fährt und die Sensoren ausbauen lässt. Jetzt hat er Ruhe
- und fährt ohne eigene Verhaltensänderung weiter. Allerdings
"nur" bis zur nächsten Ruhe-Störung, die dann vermutlich
"bedeutend schmerzhafter" wird.
Kommt ein Signal (ungutes
Gefühl, in welcher Form auch immer), geht es
ums Heilen (das
unmittelbare Erscheinungsbild des unguten Gefühls [Symptom] muss
behandelt werden)
und gleichzeitig auch
ums Heil-werden (da ist
der < ganze > Mensch mit
seinem momentanen
< Denken, Handeln und Fühlen >, also seiner momentanen Lebens-Führung
und seinen Lebens-Inhalten gemeint).
Ungute Gefühle fordern
mich also auf, das nun besonders zu sein, was ich eigentlich immer sein
sollte, nämlich
umsichtiger und fürsorglicher Chef
im eigenen Körper
und im eigenen Leben!
Derjenige also, der wach
und bewusst immer wieder fragt
Was mache
ich da gerade?
Wo will
ich eigentlich hin?
Was will
ich jetzt dazu tun?
Und danach aktuell
entscheidet und handelt.
Ungute Gefühle dürfen
nicht verwechselt werden mit dem Gefühl, das auch als Antwort der
Inneren Stimme auf neue Überlegungen und Entscheidungen kommt. Diesem Gefühl,
das gleichzeitig auch ein Inneres Wissen ist:
"Ja, so stimmt es für mich!"
oder
"Nein, das stimmt einfach nicht für mich! - In dieses Richtung
weiterzugehen tut mir insgesamt
nicht gut!"
Das ist ein ganzheitlicher innerer Kommentar.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang übrigens, eigene neue Überlegen und
Entscheidungen "immer" so oft und so lange zu verändern, bis
sie die "volle innere Zustimmung" finden.
Ungute Gefühle geben also
- im Rahmen bisheriger Erfahrungen - Signale.
"Aufpassen
- wach-sein
- dazu-lernen
- aktuell und neu
entscheiden!"
Je nachdem, wie viele
solcher "spürbaren" Signale schon übersehen oder beiseite
geschoben worden sind, können die unguten Gefühle immer schmerzhafter
und nachhaltiger werden (z.B. Niederlagen und Krankheiten kommen öfters
und werden länger und schwerer).
Solche Wegstücke, die mit
"unguten Gefühlen" beginnen, und in der Folge die höchste
Konzentration und alle Kräfte fordern, bergen in sich die Chance
intensivsten Erlebens und von Glücksgewinn!
z.B. Beim Bergwandern erlebte ich es einmal, dass im Frühherbst ein Wegstück
von mehreren Metern spiegelblank vereist war. Auf der einen Seite ging es
steil nach oben, auf der anderen etwa 50 m steil nach unten. Erschwerend
kam dazu, dass ich einen Bergneuling als Begleiter dabei hatte. Da spürte
ich gehörige Angst. Nun stellten sich die Fragen: "Zurück - und die
Tour an dieser Stelle abbrechen?" oder "Weitergehen - über
diese Eisstelle - aber dann wie?" Schließlich haben wir mit den Händen
Steinchen und Split aufgesammelt und "aufgestreut". Wie zuhause,
wenn ein Gehweg vereist ist - nur eben ein bisschen sorgfältiger. Das
dauerte ein Weilchen. Und dann querten wir diese kritische Stelle sehr
vorsichtig. Schließlich war es geschafft. Siegesgeheule - und weiter
ging's!
Alle sonstigen Einzelheiten habe ich vergessen. Die Überwindung dieser
gefährlichen Stelle und wie wir es im Einzelnen gemacht haben, verbunden
mit dem tollen Gefühl danach, das ist heute noch glasklar in meiner
Erinnerung. Seitdem sind auch ständig kleine und ganz leichte Steigeisen
in meinem Rucksack mit dabei.
Das gilt auch für Innen,
also für kritische Lebens-Stellen, die von unguten Gefühlen begleitet
werden.
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Zt3 |
Ärger, Angst, Schmerzen,
Krankheiten und andere unguten Gefühle:
Du
empfindest immer wieder unangenehme Gefühle,
auch dass es mit anderen immer wieder
zu Konflikten kommt?
MIR sagen solche Gefühle etwas ÜBER MICH,
nämlich dass ICH in MIR Defizite habe
und SELBST Neues dazu-lernen und
neue Erfahrungen machen sollte,
vor allem SELBST FÜR mehr Freude sorgen,
wenn ich will, dass es mir wieder besser geht.
Könnte ja sein, dass es bei dir ähnlich ist.
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