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   Geschichten 3

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 Bild4

                                                           Angelika Wohlfarth

 

 

  Die Blumenwiese

 oder:  "Wie ist das FÜR MICH - JETZT?"

 

Ich stehe mit einer Gruppe von Menschen am Rande einer Wiese. Diese Menschen argumentieren ernsthaft und leidenschaftlich miteinander und auch gegeneinander, ob die Wiese jetzt grün, grüngrau oder eine reine Mischung von rot und gelb sei. Und da kommt die Frage auch auf mich zu: "Was sagst denn du?"
 
Was sage denn ich?
Ich stelle mir also selbst die Frage: "Wie ist das FÜR MICH - JETZT?"
Und ich antworte: 
 
"Die Wiese hat für mich ein sattes Grün.
Es ist eine richtige Bauernwiese, wie ich sie von früher kenne und wie man sie heute kaum noch findet.
Viele verschiedene, bunte Blumen blühen, lange Gräser bringen Abwechslung und die verschiedensten Wiesenkräuter haben hier auch einen Platz gefunden. Ich höre Bienen summen und Vögel zwitschern. Und ich spüre die Wärme der Sonne auf meiner Haut. Es ist hell, bunt, summend und warm. Mit einem Wort einladend. - FÜR MICH!"
 
Und so verabschiede ich mich mit einem Kopfnicken aus der ernsthaften Runde, nehme meine Decke, und wandere in diese Wiese hinein. In der Nähe eines niedrigen Strauches breite ich meine Decke aus und lege mich darauf.
Ein langer Grashalm kitzelt mich an der Nase - und ein strahlend blauer Himmel wird mir zur Zudecke.
Seufzend lasse ich mich zurücksinken und denke mir:  
"Ohhha, ist das Leben schön! - 
Später dann gibt es vielleicht ein selbst gesammeltes Kräutersüppchen."
 
Ich meine, dass alles wichtig ist: Die Ernsthaftigkeit zum Einzelnen, das Jetzt mit Sehen, Hören, Riechen und Spüren, das freudige Annehmen und das Kräutersüppchen.
 
Und natürlich immer wieder die Frage "Wie ist das jetzt FÜR MICH?" 
Sie regt zum eigenen, spürenden Klarwerden, Teilnehmen (in der eigenen Art) und Genießen an.
 
Übrigens: Die Menschen stehen immer noch argumentierend am Wiesenrand. Sie nennen das Diskussion. Jeder will recht haben und es besser wissen. Und jeder dünkt sich klüger als der andere und will das unter Beweis stellen.
Dient das einem friedlichen Miteinander, in dem jeder die Sichtweisen des anderen hört, respektiert und achtet?

 

 

Das Ei

 von Andy Weir  -  Deutsch von Stefan Zisting

 

Du warst auf dem Heimweg als du gestorben bist.

Es war ein Auto-Unfall. Nichts speziell bemerkenswertes, aber dennoch tödlich.

Du hast eine Frau und zwei Kinder hinterlassen. Die Notärzte haben ihr Bestes gegeben, um Dich zu retten, aber ohne Erfolg.

Dein Körper war so zerschmettert, dass Du so ohnehin besser dran bist, vertrau mir.

Und dann hast Du mich getroffen.

“Was… ist passiert?” Hast Du gefragt. “Wo bin ich?”

“Du bist gestorben.” Sagte ich, faktisch gesprochen. Kein Grund für Schön-Rederei.

“Da war ein… ein LKW der ins Schleudern geraten ist…”

“Japp” sagte Ich.

“Ich … ich bin tot?”

“Japp. Aber mach Dir nichts daraus. Jeder stirbt.” sagte Ich.

Du hast Dich umgeschaut. Da war Nichts. Nur Du und Ich. “Wo sind wir hier?” Hast Du gefragt. “Ist das hier das Leben nach dem Tod?”

“Mehr oder weniger” sagte Ich.

“Bist Du Gott?” Fragtest Du.

“Japp.” Erwiderte Ich. “Ich bin Gott.”

“Meine Kinder… meine Frau” sagtest Du.

“Was ist mit Ihnen?”

“Geht es Ihnen gut?”

“Genau das sehe ich gerne” sagte Ich “Du bist gerade gestorben und Deine Hauptsorge gilt Deiner Familie. Das ist eine gute Sache.”

Du sahst mich mit Faszination an. Für Dich sah ich nicht aus wie Gott. Ich sah aus wie irgendein Mann. Oder wahrscheinlich eine Frau. Vielleicht wie eine undeutliche Autoritätsperson. Mehr wie ein Grundschullehrer als wie der Allmächtige.

“Mach Dir keine Sorgen,” sagte Ich “Mit Ihnen wird alles gut. Deine Kinder werden sich an Dich als umfassend perfekt erinnern. Sie hatten keine Zeit, Dich geringzuschätzen. Deine Frau wird nach außen hin weinen, aber heimlich erlöst sein. Um fair zu sein, deine Ehe war dabei auseinanderzufallen. Wenn es Dir ein Trostpflaster ist, sie wird sich sehr schuldig fühlen, dass sie sich so erlöst fühlt.”

“Oh,” sagtest Du. “Also, was passiert jetzt? Komme ich in den Himmel oder in die Hölle oder irgendwas?”

“Nichts dergleichen,” sagte Ich. “Du wirst reinkarniert.”

“Ah,” sagtest Du. “Dann hatten also die Hindus recht.”

“Alle Religionen haben auf ihre eigene Weise Recht” sagte Ich. “Geh mit mir ein Stück.”

Du folgtest mir als wir durch die Leere spazierten. “Wo gehen wir hin?”

“Nirgendwo spezielles,” sage Ich “Es ist einfach nett ein bisschen zu laufen, während wir sprechen.”

“Also, worum geht´s überhaupt?” Fragtest Du. “Wenn ich wiedergeboren werde, bin ich ein unbeschriebenes Blatt, oder? Ein Baby. Also werden alle meine Erfahrungen und alles was ich in meinem Leben getan habe, nicht von Bedeutung sein.”

“Nein!” sagte Ich. “Du trägst alles Wissen und Erfahrungen von all Deinen vergangenen Leben in Dir. Du erinnerst Dich jetzt einfach nicht an sie.”

Ich hielt an und fasste Dir an die Schulter “Deine Seele ist großartiger, schöner und gigantischer als Du Dir irgendwie vorstellen könntest. Ein menschlicher Geist kann nur einen winzigen Teil von dem erfassen, was er ist. Es ist als ob man seinen Finger in ein Glass Wasser steckt, um zu sehen ob es heiß oder kalt ist. Du steckst einen winzigen Teil von Dir selbst in das Gefäß, und wenn Du ihn wieder herausziehst hast Du alle Erfahrungen davon erhalten.”

“Du warst die letzten 48 Jahre in einem Menschen, also hast Du Dich noch nicht ausgebreitet und den Rest Deines immensen Bewusstseins gefühlt. Wenn wir lange genug hier bleiben würden, würdest Du anfangen Dich an alles zu erinnern. Aber darin liegt kein Sinn, das zwischen den Leben zu tun.”

“Wie oft wurde ich denn bereits reinkarniert?”

“Oh, viele Male. Viele, viele Male. Und in vielen verschiedenen Leben.” sagte Ich. “Dieses mal wirst Du eine chinesische Bäuerin, 540 n. Chr.”

“Warte, was?” hast Du gestammelt “Du schickst mich zurück in der Zeit?”

“Nunja, technisch gesehen, schon. Zeit, so wie Du sie kennst, existiert nur in Deinem Universum. Die Dinge laufen anders, da wo ich herkomme.”

“Wo kommst Du her?” Sagtest Du.

“Also sicherlich,” Erklärte Ich “Komme ich irgendwo her. Irgendwo anders. Und es gibt andere wie mich. Ich weiß Du möchtest wissen, wie es dort ist – aber ehrlich gesagt würdest Du es nicht verstehen.”

“Oh,” sagtest Du, etwas niedergeschlagen. “Aber warte mal. Wenn ich wiedergeboren werde, zu anderen Plätzen in der Zeit, könnte ich doch irgendwann mal mit meinem selbst interagiert haben?”

“Klar. Passiert ständig. Und dadurch, dass beide Lebensspannen nur über sich selbst bewusst sind, würdest Du gar nicht wissen dass es passiert.”

“Und was ist dann der Grund für das alles?”

“Ernsthaft?” frage Ich. “Ernsthaft? Du fragst mich nach dem Sinn des Lebens? Ist dass nicht ein bisschen stereotypisch?”

“Nun, es ist eine angemessene Frage”

Ich sah Dir in die Augen. “Der Sinn des Lebens, der Grund warum ich dieses ganze Universum erschaffen habe, ist damit Du heranreifst.”

“Du meinst die Menschheit? Du willst das wir reifen?”

“Nein, nur Du. Ich habe dieses gesamte Universum für Dich erschaffen. Mit jedem neuen Leben dass du lebst, reifst Du heran und wirst zu einem größeren und großartigeren Intellekt.”

“Nur Ich? Was ist mit allen anderen?”

“Es gibt keine anderen” sagte Ich. “In diesem Universum gibt es nur Dich und mich.”

Du starrst mich leeren Augen an. “Aber all die Menschen auf der Erde…”

“Alles nur Du. Verschiedene Inkarnationen von Dir.”

“Warte. Ich bin alle!?”

“Jetzt hast Du es.” sagte Ich mit einem gratulierenden Klaps auf den Rücken.

“Ich bin jeder Mensch der jemals gelebt hat?”

“Oder der jemals leben wird, ja.”

“Ich bin Abraham Lincoln?”

“Und du bist auch John Wilkes Booth.” fügte ich hinzu.

“Ich bin Hitler?” fragtest Du entsetzt.

“Und die Millionen die er umgebracht hat.”

“Ich bin Jesus?”

“Und jeder der ihm gefolgt ist.”

Du fielst in Stille.

“Jedesmal, wenn Du jemanden schikaniert hast,” sagte ich “hast Du Dich selber schikaniert. Jeden Akt der Freundlichkeit, hast Du dir selber getan. Jeder glückliche und traurige Moment der jemals von einem Menschen erfahren wurde, wurde von Dir erfahren.”

Du dachtest eine lange Zeit nach.

“Warum?” fragtest Du mich. “Warum das alles?”

“Weil Du eines Tages, wie ich sein wirst. Weil es das ist, was Du bist. Du bist einer von meiner Art. Du bist mein Kind.”

“Whoa,” sagtest Du, skeptisch. “Du meinst, ich bin ein Gott?”

“Nein. Noch nicht. Du bist ein Fötus. Du wächst noch. Wenn Du jedes menschliche Leben der gesamten Zeit gelebt hast, wirst Du genug gewachsen sein, um geboren zu werden.”

“Also ist das gesamte Universum… es ist nur ein…”

“Ein Ei.” antwortete Ich. “Jetzt ist für Dich an der Zeit, dein nächstes Leben zu leben.”

Und ich schickte Dich auf Deinen Weg.

 

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Okt,13(11), Aug.15(12), Apr.16(Bild4) 

siehe auch:      Geschichten-Verzeichnis 

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siehe auch:

Argumentieren    Eigen-Kompetenz/-Verantwortung    Entscheiden   Entscheiden(4)  Ich   Meinung     Miteinander      O.k.    Respekt    Roter Faden4,7(1-9)    Sichtweisen   Spüren   Warum    Wer / Wie bin ich?

 

 

 

Die Verweise auf einschlägige Texte in ALLTAG bzw. LABYRINTH sind vor allem bei den o.a. Einzeltexten! 

 

 

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Meditatives Gehen/Laufen (sich genauer spüren + wichtig nehmen + verbessern + genießen lernen)

LABYRINTH:
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