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mit Pausen (spielerisch experimentieren)
Da setzen sich zwei zu einem
Gespräch zusammen:
"Weil ich dir etwas von mir erzählen möchte!
Weil ich auch an deinem Anteil nehmen möchte!
Weil du mir
wichtig bist! - usw.!"
Und dann ergibt ein Wort das andere, das
Gespräch führt vom Baumstamm zum Ast, zum Ästchen, usw., verliert sich
in Details (mitunter sogar in Vorwürfen). Es rutscht oft einfach weg.
Gleichzeitig bleibt Wichtiges ungesagt. Beste Voraussetzungen für un-gute
Stimmung und Streit.
Wieso? - Oft ist
innerlich 'alles' gleichzeitig da und scheinbar gleich
wichtig. Da bin ich dann wie eine Zeitung, die klar und übersichtlich
informieren will, jetzt aber nur fortlaufenden Text hat, 'ohne'
Überschriften, 'ohne' Hinweise, 'ohne'
Kurz-Zusammenfassungen, 'ohne' erkennbare Prioritäten. Das
Gegenüber wird damit überschüttet - in der besten Absicht - jedoch
keineswegs mit bestmöglichen Wirkungen.
Das bisher Übliche mit neuen Möglichkeiten
anzureichern und damit weiter zu entwickeln, dazu lädt dieses Probier-, Lern- und Übungs-Spiel ein.
Ein
sich anbahnendes Gespräch (z.B. Austausch von Tageserlebnissen)
spielerisch
als 'Gespräch mit Pausen' führen:
Dazu
zunächst die Spielzeit festlegen (z.B. 1 St.) und vereinbaren, wer anfängt.
Wer
anfängt (A), kündigt das an.
Es folgt eine Pause!
A
fasst nun 'innerlich' das, was ihn bewegt zusammen. Dann bezieht
er auch sein Gegenüber und die Situation mit ein und findet
3 Sätze, die das ihm 'jetzt' Wichtigste zum
Inhalt haben.
Einer dieser Sätze soll auch ein momentan spürbares Gefühl
enthalten
(z.B. Ich spüre meine Freude, dass ich jetzt wieder mit dir zusammen
sein kann. / .. dass mir das heute gelungen ist. usw.).
Dann
spricht er seine 3 (Kern-) Sätze aus.
Der
andere (Z) hört aufmerksam zu.
Hat
A geendet kündigt Z das Weitermachen (Übernehmen) an.
Es entsteht wieder eine Pause!
Z
überlegt nun seinerseits, was ihn gerade bewegt und was er mitteilen möchte.
Dazu
hat er
1 Verbindungssatz, mit dem er das von A vorher Gehörte bestätigt
/
zusammenfasst / kommentiert und damit daran an-knüpft
und
dann ebenfalls
3 Sätze, die das ihm 'jetzt' Wichtigste zum
Inhalt haben.
Einer dieser Sätze soll auch ein momentan spürbares Gefühl
beschreiben.
Dann
spricht er das aus - seinen Verbindungssatz und seine 3 (Kern-) Sätze.
So
geht es in stetem Wechsel weiter - jeweils mit
1 Verbindungssatz und
3 Sätzen "Das Wichtigste, was ich jetzt sagen / ausdrücken
/
loswerden möchte!" (+ in einem Satz ein aktuelles Gefühl ).
Am Schluss
sich gegenseitig austauschen und bedanken!
(Was
war besonders beeindruckend?
Was
war besonders erfreulich?
Gewinne
für mich ?
Gewinne für
dich ?
Gewinne für uns
?
Danke für deine
Bereitschaft und dein Engagement !)
Es sind immer beide, die
miteinander sprechen und das Gespräch 'führen' (leiten, ihm die Richtung
geben)!
Das Spiel fördert
- das Auswählen (in sich
selbst) und Ausdrücken des jetzt gerade eigenen Wichtigsten,
- die gegenseitige
Aufmerksamkeit und den gegenseitigen Kontakt (Verbindung)
zueinander durch intensives Zuhören und danach Bestätigen des Gehörten bzw.
durch Daran-anknüpfen,
- das Gleichgewicht durch Füllen
des gemeinsamen Gesprächs mit etwa 'ähnlichen'
Inhalts- und Zeit-Anteilen und
- das gegenseitige
Sich-besser-verstehen und damit das Gefühl von Nähe.
Es führt unweigerlich zu überraschenden
Entdeckungen - innen, wie außen, bei sich selbst und beim anderen - und
zu neuen (zusätzlichen) Möglichkeiten!
Diese Möglichkeit, sich klar und damit besser verständlich an einem Gespräch zu beteiligen, kann
auch 'einseitig' und überall probiert werden. Es lohnt sich
dabei, die eigenen Gefühle und die Ergebnisse zu beachten!
Was ist das eigene Wichtigste, was häufig
übersehen oder als selbstverständlich gegeben angenommen
wird? Z.B. "Es ist schön, dass du da bist! - Ich
unterhalte mich gerne mit dir! - Ich hab dich lieb!"
Ist dies das Allerwichtigste, was als erstes gesagt werden möchte - oder
gibt es aktuell wirklich noch Wichtigeres?
Welche Gefühle sind dazu da (strahlen innerlich und zum Gegenüber hinüber)?
Welche Stimmung, welches Gesprächsklima entsteht unweigerlich?
Damit
spielen / experimentieren und gleichzeitig spüren -
und miteinander auch 'darüber' reden!
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Das
'Gespräch mit Pausen' eröffnet viele neue Möglichkeiten:
Verbindet
es doch - in diesem Augenblick des Gesprächs -
ganz bewusst
ICH (und das, was ich mitbringe oder
auf dem Herzen habe)
+ DU (jetzt
und hier anwesend, sichtbar, hörbar spürbar!)
+ die
SITUATION (Umgebung, Stimmung)
und
rückt das EIGENE, 'jetzt' WICHTIGSTE, in den Vordergrund
(ins Rampenlicht der Aufmerksamkeit!). |
Nachsatz: Geht
man davon aus (als Arbeitshypothese), dass jede Botschaft (auch ein
Telefonanruf) drei Botschaften enthält, eine Allerwichtigste, eine
Zweitwichtigste und den Standard (die momentane Sach-Information), dann ist es immer gut, genau in dieser
Reihenfolge zu erzählen. Sonst verliert sich das Gespräch leicht im
Standard und das Allerwichtigste und das Zweitwichtigste (z.B. Gefühle,
das was mich gerade bewegt) bleiben
unausgesprochen. Das wäre schade.
gemeinsames Anliegen und
Beziehung
Wir haben uns lange nicht mehr
gesehen - Rieke, Hanne und ich. - Nun sitzen wir mal wieder gemütlich
zusammen. Die Kerze brennt, der Kaffee durftet, verschiedene Sorten Kuchen
locken verzehrt zu werden - und das Gespräch plätschert.
Immer wieder spricht mich Rieke an mit:
"Da muss man eben
...!" und
"Du musst da halt ...!"
und "Du kannst da
doch ...!" usw.
Allmählich spüre ich mein Unbehagen und wende ein, dass ich
Formulierungen, wie "du musst.., du sollst .., du kannst doch ..
usw." nicht mag, weil ich
sie als Versuch empfinde, mich
in der außen gewünschten
Art und Weise zu lenken und damit fremd zu bestimmen. Meine
freie Auswahl aus der Fülle
meiner Möglichkeiten,
mit einer Situation umzugehen oder ein Problem zu sehen oder zu lösen,
soll damit auf das "du
musst - genau das" festgelegt werden.
Der Versuch also, mit Zwang und Beschränkung in meine
Zuständigkeit für
mich einzugreifen. -
"So empfinde ich das!"
Und dann reagiere ich selbstverständlich entsprechend. Ich wehre ab -
oder ziehe mich zurück. Ob das nun Rieke ist, meine Partnerin oder jemand
anders, das spielt dann keine Rolle.
Nun ist Rieke erst recht empört, wieso ich denn überhaupt dazu komme, so
zu reagieren - und mir fehle eben die rechte Toleranz.
- Rieke fühlt
"sich" erkennbar angegriffen und schlägt - mit versteinerter
Miene - mit Worten um sich, beschuldigt, greift an und verteidigt sich.
Das Gespräch beginnt sich zunehmend zu verhärten und im Kreis zu
drehen.
Rieke hört nicht mehr, was ich von
mir und nur bezogen auf
mich ergänzen möchte.
Ich kann sie mit dem, was ich ihr von
mir erzählen will, nicht
mehr erreichen.
Das bringt doch nichts, denke ich mir - und das wollen wir doch alle zusammen nicht!
An diesem Punkt steige ich mit dem Hinweis aus dem Gespräch aus, dass ich
für uns alle jetzt ein leckeres Abendessen zubereiten werde.
Während der Essensvorbereitungen frage ich mich, was da in dem Gespräch
schräg läuft, so dass ein "Gegeneinander" entstanden ist,
statt "voneinander zu erzählen und einander zuzuhören".
Nach dem Essen geht es wieder
ruhig und entspannt weiter. Wir sind uns einig, dass Fragen helfen, eine gemeinsame
Grundlage für das Gespräch zu finden:
Worüber
wollen wir uns unterhalten?
Haben wir für unser Gespräch ein gemeinsames Ziel?
Wollen wir eines haben?
Könnte es uns weiterhelfen bzw. nützen (mehr Freude und Zufriedenheit)?
Jeden Augenblick sind ja bei
jedem viele Erinnerungen, Eindrücke und Ideen da. Hat ein Gespräch eine
gemeinsame Grundrichtung, dann lässt sich innerlich leichter und besser auswählen,
was daraus jetzt an Wesentlichem zu "diesem" Gespräch gehört.
- Das ist eine positive Wirkung solcher "gemeinsamen Ziele".
Eine weitere positive Wirkung ist, dass wenn ich den Eindruck habe, im Moment nichts zu
einem Gespräch beitragen zu können, weil mir scheinbar nichts dazu einfällt,
dann merke ich, dass ich innerlich momentan offensichtlich in eine andere
Richtung schaue. Das kann ich den anderen erzählen und - wenn sie es hören
wollen - auch etwas von meinen Inhalten.
Das wirkt auflockernd und vielleicht sogar befruchtend.
Schließlich hält ein gemeinsames Ziel oder die Vereinbarung einer Gesprächszeit
(z.B. dazu wollen wir uns höchstens 1 St. lang unterhalten) die Gedanken
zusammen. Es ist eine Hilfe, nicht vom Hundertsten zum Tausendsten zu
kommen, sondern bei dem zu bleiben, was in diesem Zusammenhang "persönlich"
wichtig ist, daraus auszuwählen und zu erzählen.
In unserem bisherigen Gespräch
"glaubten" wir, uns alle in der gleichen Richtung zu
unterhalten. Tatsächlich hat aber jeder von etwas anderem gesprochen. -
Bis wir nun feststellen, dass es uns allen darum geht, wie Gespräch
und Miteinander verbessert werden kann.
Dazu einigen wir uns auf
Leit-Fragen:
Wie
mache ich
es gerade?
Bin ich mit
den Wirkungen für mich - auch im Kontakt mit andere - zufrieden?
Will
ich dazu beitragen,
dass das Miteinander für alle ein bisschen besser wird - mit meinen
Möglichkeiten und in meiner
Art?
Wenn
< ja > :
Wie will ich es
haben, was will ich
verbessern
und dazu
beitragen?
Welche
Wirkungen will ich damit
erzielen?
Wie
überprüfe ich, ob die
Wirkungen in die Richtung gehen, wie ich
mir das wünsche?
Was
mache ich, wenn ich
merke, dass die Entwicklung (Realität) nicht ganz dem entspricht, wie ich
es gerne mehr hätte?
Die Leit-Fragen sind als eine Art zusätzliche "innere Orientierung"
gedacht.
Gemeint ist nicht, dass jeder sich nun hintereinander die Fragen
stellen - und dann die eigenen Antworten dazu erzählt (obwohl auch das
natürlich möglich ist).
Vielmehr sollen die Fragen bei der "inneren Auswahl" dessen,
was jeder erzählen will - und vor allem auch, wozu er "noch
nichts" oder "noch wenig" erzählt hat, helfen.
Die Leit-Fragen können jedem immer wieder "bewusst machen"
und ihn "erinnern", von sich selbst, den eigenen
Erfahrungen, Eindrücken,
Ideen, Vorstellungen und Sehnsüchten zu sprechen und nicht leere Luft zu
bewegen oder Streit zu verursachen, indem irgendwelche Allgemeinplätze,
z.B. < wie "andere" gemeint haben oder wie "man"
soll oder muss, wie "es" richtig oder falsch ist usw. >, zum
besten zu geben und damit vom "gemeinsamen Thema" abzukommen und möglicherweise
auch noch das Gespräch zu vergiften.
Jetzt entwickelt sich - wie von
selbst - ein lebhaftes und höchst interessantes Gespräch. Jeder erzählt,
was er so tut, was er träumt und was er anstellt, um dem näher zu
kommen. Es ist reich - und persönlich.
Der Abschied: Ein herzliches
Sich-in-den-Arm-nehmen!
Es ist schon recht hilfreich,
das sehen wir auch in diesem Gespräch wieder, wenn es nicht ganz so läuft,
wie eigentlich erwünscht, sich Gedanken zu machen und darüber zu reden,
wie Gespräche besser gestaltet werden und welche Hilfsmittel die gewünschten
Veränderungen erleichtern können.
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