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Gespräche 2

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                                                                        Unbekannt

 

 

Gespräche  3 

klar - hart - weich - diplomatisch?

Briefwechsel (Was tun?): 

Situation und Frage:  C. schreibt: Unlängst habe ich mich mit meinem Freund darüber  unterhalten, was wir jetzt unternehmen wollen. Mein Freund hat erwähnt, dass er gerne mal wieder seine Tante besuchen würde. Meine Antwort war: "Deine Tante mag ich heute nicht besuchen!" Ich habe dann ganz klar gesagt: "Ich will ins Kino gehen und mir den Film … anschauen!" Daraufhin war er sauer. Es gab Streit und am Schluss ist jeder von uns schmollend in einer Ecke gesessen. Wir sind weder zu seiner Tante, noch ins Kino gegangen. Mir ist überhaupt nicht klar, wieso das geschehen konnte. Und vor allem: 
"Wie geht's besser? Was meinst du?"

 

Antwort:  Ein Gespräch beinhaltet, dass einer (A) dem anderen (B) etwas von sich mitteilt und umgekehrt. Die Frage ist, ob es 

  • um einseitige Information (Ich will / für mich alleine / einseitige Entscheidung) oder 
     
  • um die gemeinsame Gestaltung des Miteinanders geht (gute Verbindung / verhandeln / gemeinsame Lösung für beide suchen und vereinbaren / win+win-Situation gestalten).
     

Klarheit und Diplomatie - verbindliches und freundliches Gespräch

Wenn A und B sich austauschen wollen, dann ist ein verständliches Beschreiben dessen, was jeder aus sich heraus will, wichtig. Das passiert zunächst INNERLICH, also nicht laut oder ausgesprochen. Z.B. Gedanke: "Ich will mir heute den Kinofilm … anschauen."

Das lässt sich nun nach außen auf verschiedene Art in Worte fassen:

Klar und hart - eher unfreundlich:
         z.B. "Ich gehe heute ins Kino!" oder "Ich will heute ins Kino gehen!"
         Das bezieht das Gegenüber überhaupt nicht ein, stellt keine Verbindung her und 
         lässt keine Verhandlung über Gemeinsames zu. 
         Die Information ist zwar klar, das Gegenüber wird sich aber vermutlich vor den Kopf
         gestoßen fühlen. Die Wirkung für das Miteinander ist eher negativ.

Klar und weich - verbindlich und freundlich: 
         z.B. "Ich würde mir heute gerne den Kinofilm … anschauen!"
         Hier bleibt die Türe zum Du offen. Es ist klar ausgedrückt, was ich mir vorstelle 
         und gleichzeitig kann das Du jetzt in ein Verhandeln einsteigen.
 

Einseitige Information

Auch wenn das Du ausgeschlossen bleiben und jetzt nur informiert werden soll, ist weiche Klarheit für alle Beteiligten immer angenehmer, also freundlich und verbindlich, und trägt zu einem guten Klima bei. 
 

Gemeinsames Gestaltung des Miteinanders

Soll etwas "gemeinsam" gemacht oder gestaltet werden, dann gehören immer beide Beteiligte dazu.

Verkündet einer "Ich will das ..!" oder "Ich will das nicht …!", ist das zwar klar, schlägt den anderen aber eher vor den Kopf, weil einseitig ein "So - und nicht anders!" zu diktieren versucht wird. Und  das gefällt niemandem. Streit ist da vorprogrammiert.

Es ist also wichtig, das Gegenüber mitzunehmen, zu ihm eine gute Verbindung herzustellen und ganz klar Verhandlungsbereitschaft zu signalisieren. Z.B. "Du, ich würde mich sehr freuen, wenn wir heute gemeinsam den Kinofilm … anschauen würden. Deine Tante könnten wir vielleicht übermorgen besuchen. Was meinst du?"
Wichtig ist, in einem guten, vertrauensvollen und offenen Klima eine Lösung zu suchen und zu vereinbaren, die dann für BEIDE so stimmt und gut ist. Beide müssen etwas davon haben! Dann fühlt sich jeder gut und als Gewinner = win+win-Situation.
= Beide spüren Freude und beide sammeln so Pluspunkte auf ihrem Beziehungskonto.

 

 

 Gespräche  4 

Reaktionen und Missverständnisse 


Briefwechsel (Was tun?): 

Situation und Frage:  G schreibt u.a.  "Alles was ich selbst tue und in die Verbindung gebe, dafür bin ich verantwortlich. Wie es auf der anderen Seite ankommt, liegt nicht in meiner Zuständigkeit. Durch mein Gestalten/Verhalten kann ich fördernd oder behindernd sein. - Oder siehst du das anders?"

Antwort:    Für mich klingt das so, als würde dich die Reaktion des Gegenübers nichts angehen, als müsstest du dich nicht darum kümmern. - Das wäre - nach meiner Meinung - ein fataler Irrtum.

Natürlich interpretiert das Gegenüber dein Gesprochenes in seiner Weise.
Durch achtsamen und umsichtigen Gebrauch der Sprache und auch der Worte, kannst du aber - in deinem Sinne - dafür sorgen, dass das Gegenüber dich wirklich so versteht, wie du verstanden werden möchtest. Das bedeutet auch, dass du als Absender die Reaktionen des Du aufmerksam beobachtest. Wenn du merkst, dass eine Reaktion kommt, die dem von dir Gesagten nicht entspricht, liegt es an dir, sofort nachzubessern, z.B. mit "Entschuldigung, ich glaube ich bin von dir missverstanden worden, ich meine es so . . . . (andere Worte, andere Bilder, um es verständlicher zu machen / oder: Magst du mir bitte sagen, was genau du verstanden hast?).

Solange ein Gespräch läuft, hast du, als der eine beteiligte Teil, immer die Chance, das Klima der Verständigung und des Miteinanders ins Positive zu lenken.
Ginge es ins Negative, wäre das nur ein Nachteil für das Gespräch, die Beziehung, den Inhalt - und vor allem auch für dich selbst (du würdest dann also mitwirken, dass es dir letztlich schlechter geht, als vorher, dir selbst also Schaden zufügen).

Ich befinde mich übrigens auch in Übereinstimmung mit deiner Aussage: "... Durch mein Gestalten/Verhalten kann ich fördernd oder behindernd sein".
Du kannst also nicht entscheiden, wie dein Gegenüber den Text versteht und dann genau darauf reagiert, aber für die Art und Weise, ' wie' du dein Gegenüber ansprichst, dich ausdrückst, dich verständlich machst - dafür bist du als Absender sehr wohl zuständig und gefordert. Und du bist auch dafür zuständig, erkennbare Missverständnisse sofort (freundlich und verbindlich) aufzuklären.

Achtung: Das sind MEINE Gedanken dazu und die sind so richtig für MICH! - Es ist möglich, dass du es ähnlich siehst, aber auch, dass ganz anders.

 

 

Gespräche  5 

 und Aufmerksamkeit (zuhören und verstehen) 

 

Situation:  Johanna sitzt im Wohnzimmer, ganz vertieft in ein äußerst spannendes Buch, als Herbert ins Zimmer kommt und fragt, ob sie Lust habe, heute Abend gemeinsam ins Kino zu gehen. Johanna murmelt nur undeutlich. Herbert fragt noch mal. Wieder keine Antwort. Da schreit er Johanna heftig an, sie könne doch zumindest antworten, auch wenn sie dann nicht ins Kino gehen wolle.
Johanna fährt erschrocken hoch, blickt Herbert an und fragt: "Was ist denn los? - Weswegen schreist du denn? - Ich bin fürchterlich erschrocken!"
Herbert ist so verärgert, dass er überhaupt nicht wahrnimmt, was da eigentlich gerade zwischen beiden läuft.

MEINE Meinung:  Zufällig anwesend, kann ich nicht anders, als mich zu melden - und meine  Meinung anzubieten:

Johanna war in das Buch vertieft - und zwar total. Versunken. Die Außen-Wahrnehmung was praktisch abgeschaltet, die ganze und ungeteilte Aufmerksamkeit war bei dem Buch und den Fantasien, die dazu innerlich entstanden. Sie hat Herbert nicht gehört.
Ähnlich ergeht es Kindern oft beim Spielen.

In solcher Situation passiert es auch, dass der Angesprochene < ja, ja ! > sagt, tatsächlich hinterher aber nicht mehr weiß, worum es eigentlich ging - oder auch, dass der Angesprochene den Text < automatisch > wiederholen kann, ohne aber innerlich den Inhalt aufgenommen, überprüft und verstanden zu haben.

Herbert wendet empört ein: "Dann muss sie eben aufpassen! - Für was rede ich denn?"

Doch - um was geht es?
"Herbert" möchte Johanna etwas sagen!  "Sein" Wunsch ist es, nicht ihrer!

Forderungen und Erwartungen bringen nichts und zerstören nur. Wieso auch soll Johanna das Buch aus der Hand fallen, wenn Seine Eminenz [ ;-) ] Herbert geruhen zur Türe hereinzukommen und ihr etwas sagen zu wollen. Sie tut ihres - und er tut seines.

Wer den Kontakt zum anderen sucht, tut gut daran, den anderen aus dieser seinen momentanen und anderen Wirklichkeit (z.B. Buch), in der er gerade ist, kurzfristig hierher zu bitten.

So kann Herbert sich bemerkbar machen und sagen: "Hallo - Johanna - kannst du mal kurz unterbrechen, um herzuhören?"
Sagt sie < ja > und wendet sich ihm zu, dann geht sie innerlich < auf Empfang > für Herbert. Jetzt hat er ihre Aufmerksamkeit, kann ihr sein Anliegen sagen und wird sicherlich dann auch gehört. Er bekommt dann auch eine Antwort: z.B. "Du, ich bin heute so müde - ich habe eigentlich keine Lust ins Kino zu gehen!" usw.

Je mehr Aufmerksamkeit von  beiden  in diesen Augenblick, in dieses Gespräch miteinander eingesetzt wird, desto kreativer, intensiver und erfolgreicher wird der Kontakt, auch wenn es sich nur um den Austausch kurzer Informationen handelt.

Jeder Augenblick ist "gelebte Beziehung" - zu mir selbst und zu anderen.

 

 

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ZL = in der Zentralen Linkliste vorgemerkt 
A&L erl.

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Nov.10(3), März 11(4), Mai 11(5), Aug.18(Bild2)

siehe auch:    alle Hinweise von <<  Seite1     +     alle Hinweise von >> Seite3 
 

 

siehe auch:

Aufmerksamkeit     Bewusster(mit Übungsmögl.)     Beziehung     Einladen     Konflikte     Missverständnisse  Miteinander (Beziehungskonto)    Partnerschaft2     RoterFaden7(1-9)       Verstehen      Zuhören      Was tun   

 

 

 

Die Verweise auf einschlägige Texte in ALLTAG bzw. LABYRINTH sind vor allem bei den o.a. Einzeltexten! 

 

 

>ZL

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