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Gewaltfreie
  Kommunikation
       GfK2 

          <<Seite1

 

 

 Bild2

 

                                                                                     Angelika Wohlfarth

 

 

 Gewaltfreie Kommunikation 2/1  

 Elternbildung,
achtsam, gewaltfrei, wertschätzend - 3 Anfangsübungen

Zitat
von    Jochen Hiester   j.hiester@gmx.de  (Autor)
          Web-Adresse:  http://www.bmc-germany.de/german/team/hiester_jochen.html
bevorzugt für GfK-Übungsleiter: 

1) „Alles was ein Mensch jemals tut, ist ein Versuch, Bedürfnisse zu erfüllen“
2) „Ein Nein ist ein Ja zu was anderem“

3) „Wer trägt die Verantwortung dafür wie es Ihnen zu jedem Augenblick geht?“

 

Übung zu der These
Alles was ein Mensch jemals tut, ist ein Versuch, Bedürfnisse zu erfüllen“

„In der folgenden Einheit möchte ich Ihnen mit einem Minimum an Theorie ermöglichen am eigenen Leib zu erleben, was es für Menschen bedeuten kann in Systemen zu arbeiten bzw. zu leben, die Ihre Konfliktkultur bewusst weiter entwickelt haben. Den Entwicklungsstand einer Konfliktkultur in einem System mache ich u.a. daran fest, wie es um das Vertrauen der Menschen in dieser Kultur zueinander bestellt ist, sobald es zu Konflikten kommt. Wer sich in Konflikten schwer tut jemand anderem zu vertrauen, wird diesem sehr wahrscheinlich unterstellen, dass dieser mit dessen Verhalten primär die Absicht verfolge einem schaden zu wollen. Menschen, denen im Kindes- und Jugendalter von Erwachsenen immer wieder solche böse Absichten unterstellt wurden, wenn sie Verhaltensweisen gezeigt haben, die diesen Erwachsenen nicht gefallen haben, haben dieses Muster, das Verhalten anderer auf eben diese Weise zu deuten, meist bereits schon im Kindes- und Jugendalter stark verinnerlicht. Von daher wundert es nicht, wenn sie dieses folglich auch bei anderen Menschen geflissentlich anwenden, wenn diese wiederum etwas tun, was ihnen nicht gefällt. Und solange diese Menschen in der Hinsicht nicht umlernen, werden sie dieses Muster in aller Regel ihr Leben lang beibehalten.
 
Damit sich eine Konfliktkultur bewusst weiterentwickeln kann, braucht es Menschen, die bereit sind umzulernen. Der kraftvollste Weg, den ich dazu bislang gefunden habe, fußt auf einer These von Marshall B. Rosenberg: „Alles, was ein Mensch jemals tut, ist ein Versuch, Bedürfnisse zu erfüllen.“ (Rosenberg, Marshall B. (2009): Gewaltfreie Kommunikation. Eine Sprache des Lebens. Seite 2)
 
Entsprechend dieser These ist es möglich, ein jegliches Verhalten von einer anderen Person – auch wenn Sie in keiner Weise mit diesem Verhalten einverstanden sind – wie folgt zu deuten:
„Sie hat dieses Verhalten nur deswegen gezeigt, weil sie in dieser Situation noch keinen Weg gefunden hat für sich zu sorgen ohne meine Bedürfnisse zu beeinträchtigen. Hätte sie einen anderen Weg gewusst, wie sie ihr Bedürfnis genauso oder noch effektiver hätte erfüllen können und gleichzeitig dabei meine Bedürfnisse im Blick behalten können, hätte sie anders gehandelt.“
 
Bevor Sie sich im Rahmen einer Übung gleich darin üben können das Verhalten anderer in dieser Form zu deuten und zugleich danach zu forschen, welche Bedürfnisse sich jemand mit einem bestimmten Verhalten zu erfüllen sucht, möchte ich mit Ihnen eine Sammlung von Bedürfnissen durchführen und die Ergebnisse schriftlich festhalten. Ich tue dies mit Hilfe folgender Frage: Was brauchen alle Menschen dieser Welt für ein rundum gelingendes Leben?“
 
Nach meiner Erfahrung ist es darüber hinaus nicht notwendig, das Rosenberg‘sche Verständnis von Bedürfnissen ausführlich zu erläutern. Es reicht aus, wenn Sie für sich die Kriterien klar haben, die für Rosenberg Bedürfnisse kennzeichnen:
Sie sind universell im Sinne, dass alle Menschen die gleichen Bedürfnisse haben.
Sie sind positiv, d.h. sie tragen alle zur Bereicherung des Lebens bei.
Und sie sind abstrakt, also weder an bestimmte Personen noch an bestimmte Handlungen gekoppelt.
 
Denn damit können Sie getrost Nennungen der Anwesenden ohne weitere Erklärungen entgegen nehmen, solange Sie dabei wie folgt vorgehen: Nennungen der Anwesenden, die den drei Kriterien entsprechen, halten Sie direkt schriftlich fest. Bei Nennungen, die nicht allen drei Kriterien entsprechen, zeigen Sie auf, welche Kriterien dabei jeweils nicht erfüllt sind. Dann bieten Sie statt dessen ein dazu passendes Bedürfnis an, welches Sie, wenn es als Alternative zu der letzten Nennung akzeptiert wird, ebenfalls schriftlich festhalten. Eine solche Sammlung braucht keinen Anspruch auf Vollständigkeit zu erfüllen. Nach meiner Erfahrung decken ca. 30 Bedürfniswörter in der Regel die Bandbreite genügend gut ab um mit der anschließenden Übung fortfahren zu können.
 
„Bei dieser Übung überlegen Sie sich bitte, welche Schandtaten Sie in jüngeren Jahren angestellt haben. Was haben Sie mal gesagt oder getan, was anderen Menschen so gar nicht gefallen hat oder – falls Sie dabei nicht ertappt worden sind – diesen nicht gefallen hätte, wenn Sie von diesen dabei ertappt worden wären. Beispiele, in denen Ihnen etwas nur aus Versehen passiert ist, sind bei dieser Übung allerdings wenig ergiebig was den angestrebten Lerneffekt angeht. Sobald Sie sich für ein Beispiel aus Ihrem Leben entschieden haben, schreiben Sie dies in Form einer bewertungsfreien Beobachtung auf ein Blatt. Ihre Schrift sollte dabei auch bei einigem Abstand noch gut lesbar sein. Für die Übung ist es zudem wichtig, dass Sie neben der von ihnen begangenen Handlung nichts weiteres aufschreiben: Keine Erklärung oder Rechtfertigung für ihr Verhalten, keine Vorgeschichte dazu, nicht welche Folgen dieses Verhalten für sie hatte und auch keine sonstigen Hinweise darauf, die auf ihre Gefühle und Bedürfnisse schließen lassen, welche dazu beitrugen dieses Verhalten zu zeigen. Und seien Sie beim Formulieren der Beobachtung bitte genau. Schreiben Sie zum Beispiel nicht, „Ich habe Geld gestohlen“, sondern, „Ich habe eine Spardose genommen, von der ich nicht wusste, wem sie gehörte, habe deren Schließmechanismus erfolgreich geknackt ohne die Spardose dabei zu beschädigen und danach das Geld an mich genommen.“ Je bewertungsfreier Sie Ihre Beobachtung aufschreiben und je eindeutiger ein Lesender sich vor seinem geistigen Auge vorstellen kann, was damals passiert ist, umso besser. Danach schreiben Sie auf die Rückseite dieses Blattes Ihren Namen.
All denen, welchen bislang noch keine Schandtat eingefallen ist, empfehle ich darüber nachzudenken für welche Handlung Sie früher mal ordentlich ausgeschimpft oder bestraft worden sind. Gerade die Handlungen von Kindern oder Jugendlichen, welche bei Erwachsenen regelrechte Entrüstung auslösen können, sind für diese Übung besonders gut geeignet.“
 
Sobald alle ein entsprechendes Beispiel aufgeschrieben haben, lassen Sie die Gruppe ihre Blätter kreuz und quer auf einer von Ihnen vorher definierten Bodenfläche oder auf Tischen auslegen, so dass alle aufgeschriebenen Handlungen für alle gut lesbar sind. Danach beginnt die eigentliche Übung.

- „Wählen Sie aus den auf dem Boden liegenden Blättern eins aus, dessen Schandtat bei Ihnen Empörung auslösen könnte, wenn Sie diese Handlung bei jemand anderem beobachten würden. Falls dies nicht der Fall ist, wählen Sie ein beliebiges aus.
- Laden Sie die Person zu einem Gespräch ein, deren Name auf der Rückseite des Blattes steht.
- Beginnen Sie das Gespräch mit: „Ich gehe davon aus, dass Sie einen guten Grund hatten <Beobachtung> zu tun.“ Stellen Sie anschließend der Person geschlossene Fragen nach dem Muster: „Haben Sie das getan, weil Sie <Bedürfnis> brauchten?“
- Die befragte Person antwortet auf solche Fragen nur mit „Ja“, „Nein“, „Vielleicht“ oder „Ich weiß nicht“.
- Sobald die befragte Person eines Ihrer Bedürfnis-Angebote voll und ganz bejaht hat, ist das Gespräch zu Ende. Wenn Sie auch nach vielfachen Versuchen nicht dahinter kommen, welches Bedürfnis die Person veranlasst hat so zu handeln, beenden Sie bitte dennoch das Gespräch. Legen Sie anschließend das gezogene Blatt wieder zurück, so dass es wieder von anderen gezogen werden kann und ziehen Sie ein neues Blatt oder lassen Sie sich von anderen befragen.
 
Sie sehen: Bei dieser Übung sind Sie alle gleichzeitig beteiligt. Entweder werden Sie gerade befragt oder Sie befragen jemand anderes. Ich möchte diese Übungsphase so lange laufen lassen, bis Sie alle wenigstens zweimal in beiden Rollen waren.“
 
Fragen zur Auswertung:
- Stellen Sie sich vor, Sie wären zu dem Zeitpunkt, als Sie die von Ihnen aufgeschriebene Schandtat begangen haben, von jemandem in flagranti erwischt worden, der – so wie sie es bei der Übung gerade erlebt haben – aktiv Interesse an den guten Gründen für Ihre Handlung gezeigt hätte. Wie wäre das damals wohl für sie gewesen?
- War jemand von Ihnen zumindest für kurze Zeit über die Handlung, die jemand anderes aufgeschrieben hatte, entrüstet? Hat sich an Ihrer Entrüstung etwas geändert, wenn Sie an den Punkt kamen zu erkennen, welche Bedürfnisse die andere Person veranlasst haben diese Handlung zu begehen?
- Wie ist es Ihnen ansonsten während Ihrer Versuche ergangen die Bedürfnisse anderer zu erraten?
- Gab es Handlungen, bei denen niemand die Bedürfnisse hinter diesen herausgefunden hat? Wenn ja, lassen Sie uns gemeinsam überlegen, welche Bedürfnisse hinter diesen Handlungen gesteckt haben könnten.
 
Es ist gut möglich, dass die Teilnehmenden damit überfordert sind das Bedürfnis hinter Beispielen zu finden, in denen es in irgendeiner Form um Vergeltung geht und diese daher bei der letzten Auswertungsfrage ins Plenum einbringen. Marshall Rosenberg erklärt den Wunsch nach Vergeltung wie folgt: Wenn jemand einem anderen zwecks Vergeltung Schmerz zufügen möchte, erhofft er sich davon, dass dieser eine Ahnung von dem Schmerz erhält, den er selbst erlitten hat. Hinter dem Wunsch nach Vergeltung steckt demnach das Bedürfnis nach Verständnis für den selbst erlittenen Schmerz. Erhält er dieses Verständnis umfassend, versiegt der Wunsch nach Vergeltung in der Regel sofort (vgl. Rosenberg, Marshall B. (2010): Konflikte lösen durch gewaltfreie Kommunikation. Ein Gespräch mit Gabriele Seils. Seite 77). Damit diese Erklärung nicht Gefahr läuft als naiv abgetan zu werden, empfehle ich Ihnen im Rahmen Ihrer Vorbereitung zu der Präsentation Ihre Erinnerungen nach einem Beispiel aus Ihrem Leben zu durchforsten, durch welches Sie belegen können, dass Sie eine entsprechende Erfahrung selbst schon einmal gemacht haben.


Übung zu der These „Ein Nein ist ein Ja zu was anderem“
Die folgende Übung setzt wie auch die vorangegangene Übung voraus, dass Sie vorab eine Sammlung zu Bedürfnissen durchgeführt haben. Während die vorangegangene Übung auf Beispiele der Teilnehmenden setzt, welche allesamt lange zurück liegen, sticht diese Übung dadurch hervor, dass sie komplett auf aktuelle Beispiele setzt.
 
„Um zu Konfliktlösungen kommen zu können, mit der alle Konfliktbeteiligten am Ende zufrieden sind, erlebe ich eine Fähigkeit immer wieder als besonders hilfreich: Die Fähigkeit danach Ausschau zu halten zu was jemand Ja sagt, wenn er gerade zu einer Bitte von jemand anderem Nein sagt. Denn ein Nein ist immer ein Ja zu etwas anderem.
 
Diese Fähigkeit schützt mich in Konflikten mit anderen davor, anderen mangelnde Kooperationsbereitschaft zu unterstellen. Wenn Sie in Zukunft von jemandem ein Nein auf eine an ihn gestellte Bitte hören, empfehle ich Ihnen, sich dieses Nein zunächst einmal im Geiste wie folgt zu übersetzen:
„Er würde an sich gerne kooperieren. Er weiß nur gerade keinen Weg, wie er kooperieren kann ohne dabei eines seiner Bedürfnisse zu übergehen. Deswegen entscheidet er sich dazu, Nein zu dieser Bitte zu sagen.“ Indem er Nein zu der Bitte sagt, sagt er demnach Ja zu einem seiner Bedürfnisse. Solange er nicht von sich aus ausdrückt, welches seiner Bedürfnisse er dadurch zu schützen sucht, empfehle ich Ihnen, eben dieses durch das Stellen geeigneter Fragen herauszufinden.
  
In der folgenden Übung sind Sie jetzt eingeladen dies zu trainieren.
Um dies anhand aktueller Bedürfnisse der hier Anwesenden tun zu können, bitte ich Sie sich zunächst zu überlegen, was jemand der Menschen hier für Sie jetzt tun könnte, um Ihnen den Aufenthalt angenehmer zu machen als es bisher der Fall ist. Mit welcher konkreten und direkt umsetzbaren Handlung könnte jemand Ihnen in einem ihrer Bedürfnisse entgegen kommen? Dabei begrüße ich es, wenn Sie dazu Bitten wählen, die für einen Rahmen wie diesen hier ausgesprochen unüblich sind. Denn dies macht es wahrscheinlich, dass Sie daraufhin ein Nein ernten werden, was ja im Sinne der Übung ist.

- Wer eine solche direkt umsetzbare Bitte gefunden hat und bereit ist sich jetzt entsprechend der Übung im Plenum auszuprobieren, richtet diese Bitte an jemand aus dieser Gruppe in Form einer Frage, so dass die so angesprochene Person aufgefordert ist, diese Frage jetzt zu beantworten.
- Die angesprochene Person stimmt der Bitte zu oder lehnt sie ab. Wenn sie der Bitte zustimmt, haben diese zwei Menschen damit eine Vereinbarung getroffen, die auch sofort umgesetzt wird während alle anderen in der Übung fortfahren. Wenn sie die Bitte ablehnt, möge sie dies bitte lediglich mit einem schlichten Nein tun.
- Auf ein solches Nein möge die erste Person wiederum reagieren, indem sie in Form geschlossener Fragen ihre Vermutungen äußert nach dem Muster: „Möchten Sie auf meine Bitte nicht eingehen, weil Sie keinen Weg sehen wie Sie zugleich <Bedürfnis> haben können?“
- Die angesprochene Person antwortet auf solche Fragen nur mit „Ja“, „Nein“, „Vielleicht“ oder „Ich weiß nicht“.
- Sobald die angesprochene Person eines dieser Bedürfnis-Angebote voll und ganz bejaht hat, ist das Gespräch zu Ende. Eine weitere Person, die ebenso üben möchte, ist nun an der Reihe.“

Fragen zur Auswertung:
- Wie hat es auf die angesprochenen Personen gewirkt, wenn sie auf ihr Nein jeweils die geschlossenen Fragen nach einem ihrer Bedürfnisse gestellt bekamen?
- Stellen Sie sich vor, Sie würden in einer alltäglichen Berufssituation von jemandem eine an Sie gestellte Bitte ablehnen und bekämen daraufhin von dieser Person Fragen gestellt – so wie sie es bei der Übung gerade erlebt haben – die darauf abzielen herauszufinden, welches ihrer Bedürfnisse Sie mit ihrem Nein zu schützen suchen. Wie würde dies auf Sie in einem solchen Moment wirken?
- Vergleichen Sie bitte diese Form der Reaktion auf ein Nein von Ihnen mit den Reaktionen, die Sie in Ihrem Arbeitsalltag in der Hinsicht gewohnt sind: Wie wirken sich diese unterschiedlichen Reaktionen jeweils auf Ihre Bereitschaft aus, die Person, die Sie um etwas gebeten hat, darin zu unterstützen, dass sie auf andere Art und Weise dennoch bekommen kann was sie gerade braucht?


Übung zu der Frage „Wer trägt die Verantwortung dafür wie es Ihnen zu jedem Augenblick geht?“
Folgende kleine Übung setze ich bevorzugt immer dann ein, wenn in einer Gruppe eine Diskussion entbrennt, die das Konzept der Schuld betrifft.

„Um der aktuellen Diskussion einen weiteren Impuls zu geben, schlage ich Ihnen ein Gedankenexperiment vor. Ist das o.k. für Sie? Stellen Sie sich dazu bitte folgendes vor: Ich verließe jetzt diesen Raum. Nach wenigen Minuten hörten Sie von der Ferne Geschirrgeklapper und kurz darauf käme ich mit einem Servierwagen wieder herein, auf dem entsprechend der Anzahl der Anwesenden Teller und Kuchengabeln und mehrere Sahnetorten untergebracht wären. Dann lüde ich Sie alle ein sich zu bedienen.
Bitte beschreiben Sie kurz und knapp, wie es Ihnen in einem solchen Moment ginge, indem Sie jetzt nacheinander jeweils den Satz „Ich wäre ...“ vervollständigen.“
Die Anleitung macht es sehr wahrscheinlich, dass die allermeisten Anwesenden den Satz jeweils mit einem Adjektiv vervollständigen, das ein Gefühl beschreibt. Und das passiert meiner Erfahrung nach auch in den Gruppen, in denen es wenig üblich ist eigene Gefühle zu benennen. Falls zufällig keine allzu große Bandbreite an Gefühlen durch diese Sammlung zusammen kommt, fragen Sie die Gruppe zusätzlich wie wohl eine Person den Satz vervollständigen würde, wenn sie
- an Laktoseintoleranz leide, weshalb das Essen von Sahnetorte für Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht in Frage käme obwohl Sie an sich den Geschmack von Sahnetorte schätze,
- sich zur Zeit fest vorgenommen habe deutlich abzunehmen,
- die Notwendigkeit zu essen generell eher als eine lästige Angelegenheit betrachte,
- am Vortag auf einem Fest wäre, bei dem es ebenfalls Sahnetorte gab, an der sie sich ordentlich gütlich getan und sich dabei den Magen kräftig verdorben habe.

Fragen zur Auswertung:
- Wie erklären Sie sich dieses Phänomen, dass eine Handlung, die für alle Menschen einer Gruppe die gleiche ist – jemand lädt alle dazu Sahnetorte zu essen – so viele unterschiedliche Reaktionen bei diesen auslösen kann?
- Wer trägt Ihrer Ansicht nach die Verantwortung dafür, wie es allen anderen nach der ausgesprochenen Einladung jeweils geht?
- Gibt es Situationen in Ihrem Leben, in denen Sie stattdessen, die Verantwortung dafür, wie es Ihnen zu einem bestimmten Moment geht, bei jemand anderem als Ihnen selbst sehen?

In aller Regel reicht diese Auswertung aus, damit die Mitglieder einer Gruppe miteinander in einen Austausch treten, an dessen Ende sie sich einig sind, dass die gleiche Handlung bei verschiedenen Menschen deswegen unterschiedliche Gefühle auslösen kann, weil diese Menschen unterschiedliche Vorerfahrungen mitbringen. Und dass die Ursache für all diese Gefühle dieser Menschen daher nicht in der Handlung an sich begründet ist, sondern eben in den Vorerfahrungen dieser Menschen und wie diese Menschen aufgrund ihrer Vorerfahrungen diese Handlung bewerten und welche Bedeutungen sie ihr zumessen. Allgemeiner gesprochen: Handlungen anderer Menschen an sich sind lediglich Auslöser für unsere Gefühle, nicht aber deren Ursache.

                                                                                         Veröffentlichung hier -  mit freundlicher Zustimmung des Autors

 

 

Rohtext - in Vorbereitung

Gewaltfreie Kommunikation2 2

 Erweiterungsmöglichkeiten

 

Anlässlich des "GFK-Monats" wurde in Halle und Leipzig ein Video aufgenommen (http://gfk-bewegt.de/).  

Ich finde das Video sehenswert!

GfK ist wertvoll.
Doch das ist nur die EINE Seite (= Schritt2), also das Eingehen auf das “Was brauchst DU gerade?”. *)
 
Die ANDERE Seite wäre - und damit geht es überhaupt erst los (= Schritt 1): "Was brauche ICH gerade?" *)
Das wahrzunehmen, anzuerkennen und auch dafür erst mal gut zu sorgen, ist die Voraussetzung dafür, auch den anderen wahrnehmen, annehmen und so lassen (wertschätzen) zu können.
 

Ich bin für mich o.k., so wie ich gerade bin -
und ich kann und ich darf mich verändern und weiterentwickeln,
wenn/wann ich es für mich will - und wie ich es für mich will.

UND

Auch du bist für dich o.k., so wie du gerade bist -
und du kannst und du darfst dich verändern und weiterentwickeln,
wenn/wann du es für dich willst - und wie du es für dich willst.
  

Ich entscheide für mich - niemand sonst (und für niemanden sonst)!

UND

Du entscheidest für dich - niemand sonst (und [hoffentlich auch] für niemanden sonst!)!
  

Bezogen auf das Gegenüber kann es immer nur
ums wahrnehmen, kennenlernen, akzeptieren, austauschen
und mit Respekt Anteil nehmen gehen,
nicht ums bevormunden, fremdbestimmten, besser wissen wollen oder beschuldigen,
auch nicht ums erwarten oder fordern,
oder ums schweigen, wegducken oder davonlaufen.

 

GfK  darf, soll und kann also ergänzt werden mit “UND” (= sowohl - als auch)!

UND SELBST
immer bewusster werden,
Eigen-Kompetenz und Eigen-Verantwortung praktizieren und
feineres Spüren ständig üben.

Ein ergänzender Weg dazu ist sicher auch

das Meditative Gehen und Laufen.

 
Es ist für uns Europäer leichter zu praktizieren als das bewegungslose Sitzen in der Meditation. Und es bietet viele Chancen immer mehr “auch” in körperlichen Kontakt zu sich selbst zu kommen und so aus einem entspannten Zustand und damit aus der eigenen Kraft und Ruhe heraus zu agieren. Also möglichst immer nur für so wenig Anspannung wie gerade unbedingt nötig und gleichzeitig für so viel Entspannung, wie gerade irgend möglich zu sorgen (loszulassen).
Besonders das Gehen (und damit die bewusste Aufmerksamkeit) bereichert jeden Alltag, weil immer und überall einsetzbar.

Immer gilt es zu beachten:
MEINE unguten Gefühle wollen MIR etwas VON MIR und ÜBER MICH sagen, also MICH auffordern, nun endlich SELBST Neues dazuzulernen (z.B. über die Praxis des Meditativen Gehens und Laufens) und so zu wachsen und mich weiter zu entwickeln.
 
Wenn ich also den anderen sehe und MEINE unguten Gefühle spüre, könnte es sein, dass ich meine, das Gegenüber wäre der Grund für meine schlechten Gefühle und (der andere) müsse sich verändern / verbessern.
Falsch gedacht!
ICH kann nur mich selbst bestimmen, niemals den anderen.
ICH darf also dazulernen, mit mir selbst und dem anderen, besser (bewusster / bedachter) umzugehen.
 
Das Ergebnis?
Auch wenn es seine Zeit dauert und Schritt für Schritt und mit Geduld und Zuversicht erreicht werden will: Mehr Freude, Wohlfühlen, Leichtigkeit und Entspannung spüren, Höhepunkte erleben und ein fröhlicheres und intensiveres eigenes Leben gestalten bzw. mit-gestalten. -  Außerdem die GfK tiefer empfunden und erfolgreicher für alle anwenden lernen.

*)  Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst!
  Fange SELBST und bei DIR an -
und bleib dran!

Ergänzung:
Jeder ist vom anderen VERSCHIEDEN – in seinem Äußeren, in seiner inneren Einstellung und Entwicklung, in seinem Denken, Handeln und Verhalten. Ich, du und jeder ist FÜR SICH so, wie er gerade ist, richtig und wertvoll – UND kann, darf und soll sich in der eigenen Art (und Weise) + Zeit weiterentwickeln. - Jeder ist für sich also o.k. – und braucht für sich UND die anderen “Respekt” – Achtung, Anerkennung und Wertschätzung – ständig!
Jeder darf und sollte immer auch ein gutes VORBILD sein (für die eigenen Sichtweisen > Wie sind die?). z.B. extravagantes Erscheinungsbild, Löcher in den Hosen, linke / rechte / braune Ansichten, sexuelle Orientierung, Religion, Tätowierung, Grundsätze wie 'keine Gewalt, nicht auf deine Kosten oder zu deinen Lasten, also SELBST' usw. usw. Also nicht nur 'darüber' (klug) reden, sondern SELBST so gut es schon geht tun (handeln / vormachen)!
von Gfk2/2,Ergänzung  auch an > Verschieden  +  >
Entwickeln > Gespräche > O.k. > Respekt > Sichtweisen > Tun u.entspr.handeln > Vorbilder > Wertschätzung  (02.17)
  Einfügung: Verschieden!

 

 

 

Zt2/1             
Das Leben             
ist ein Echo!            

 

(Wie man in den Wald hineinruft....)            

 

siehe auch: Glauben,Bild1/1              
Probieren,Bilder3-5              

 

 
Unbekannt 

von Leben2 auch an Gewaltfreie Kommunikation, Zt2/1  (06/16)     > Probieren,Bilder3-5(Herz-Echo)

 

 

Bild3 (Nur du entscheidest für dich!)


                                                                        Unbekannt
von Leben2 auch an Gewaltfreie Kommunikation, Bild3 + Entscheiden (bestimmen) (06/16)

 

 

X X X X X

Einfügung: Ich will AUCH gut FÜR MICH sorgen!

         

    Gut sorgen,      
AUCH für mich!      

MICH SELBST      
nicht       
vernachlässigen!       

Auch "für mich gut zu sorgen" ist vielschichtig.
Z.B. Für mich
alleine, innen und außen,
für mich in der Beziehung
zu dir (dass es MIR auch in dieser Beziehung gut geht),
für dich in der Beziehung
zu mir (weil, wenn es nicht auch DIR gut geht, dann geht es ja auch mir 
nicht gut =
Ungleichgewicht und Missstimmungen machen sich breit
und nicht
Freude, Vertrauen und gelebte Liebe, die eigentlich der tragende Boden sein sollten).
Ebenfalls zu meiner
Umgebung (Arbeit, Freunde usw.) - und das alles in guter Balance.-
Dem DU, also dem anderen,
Gutes tun und dabei MICH SELBST nicht vernachlässigen. -

von Ich will(5), *Anmerkung (Zt4)  auch an >  Gewaltfreie Kommunikation2  >  Wer / Wie bin ich?  (06.16) 
auch noch an >
Bedürfnisse > Beziehung > Freude > Gleichgewicht > Liebe > Roter Faden9(Basis) > Selbst > Wohlfühlen > Zuversicht  (03.17) erl
 

X X X X X

Einfügung: Motiv + Inhalt + Warum-Fragen

        
Motiv und Inhalt -         
und -         
Warum-Fragen        

 Eine Unterscheidung zwischen Motiv und Inhalt
ist in der Regel weder notwendig, noch besonders hilfreich.
Das Motiv (Warum?) kann nur vermutet oder, wenn (ausnahmsweise) von Bedeutung, erfragt werden.
Dagegen ist meist wohl der Inhalt entscheidend:  "Bin ich dafür offen?
Erreicht er mich also? Spricht er mich an? Regt er MICH an? Zu was? Wie? Ab wann?"

Die Frage “Warum?” ist also einem verbindenden Miteinander eher nicht zuträglich.
Sie weist zurück in die Vergangenheit und sie verlangt vom angesprochenen Gegenüber oft scheinbar
Rechtfertigung und Verteidigung (fühlt sich dann eher angegriffen und in Frage gestellt).
Dann entsteht leicht ein angespanntes Gegeneinander, statt ein
gemeinsames, fruchtbares, lachendes und verstehendes Miteinander.

Weil zwei “verschiedene” Menschen haben in der Regel
zwei gleichberechtigte und gleichwichtige,
 jedoch “verschiedene” Inhalte / Sichtweisen / Anliegen / Bedürfnisse.

von  Warum,Zt1  auch an  > Bedürfnisse  > Empathie  > Fragen  > Gewaltfreie Kommunikation2  > Gleich... > Inhalt  > Miteinander  > Sichtweisen > Streit1  > Verschieden  >Ziele  (09.16)   

--------------------------------------------------X X X X X--------------------------------------------------

 Einfügung: Wie geht's? AUCH immer Freude FÜR MICH!

          

Wie geht's?           

.AUCH immer           
.Freude           
.FÜR MICH!           

 Alles, was ich mache, sollte ich immer AUCH zu meiner Freude machen,
dass es mir so auch gut tut und ich das spüren und genießen kann.
Das gilt es wahrzunehmen und zu beachten (Aufmerksamkeit!).
Denn alles, was ich tue, das mir so nicht gut tut, schadet mir und trägt früher oder später dazu bei,
dass meine Entfaltungsmöglichkeiten schrumpfen und ich Schmerzen und/oder Krankheiten erleide.

 siehe auch oben und  Partnerschaft2 NL116

 von Wie geht's,Zt1  auch an > Aufmerksamkeit > Bedürfnisse > Beziehung > Gewaltfreie Kommunikation2 > Genießen > Gleichgewicht > Liebe > Roter Faden9(Basis)
 >
Schmerzen > Spüren > Wer / Wie bin ich? > Wohlfühlen > Zuversicht   (06.17+) 
 

--------------------------------------------------X X X X X--------------------------------------------------

 

 

F-ok
Zt=Zwischentext
ZL = in der Zentralen Linkliste vorgemerkt 
Zitate / Kurztexte-Sammlung (1=Hinweis)
A&L erl.

_______________________________________________________________________________________________________________________

Dez.15(2/1), Aug.18(Bild2), Dez.18(2/2), Apr.19(Bild3), Aug.19(Zt2/1)

siehe auch:    alle Hinweise von:  <<Seite1
 

 

siehe auch:

Ärgern(auch:Zt2/1-selbst machen)     Bewusster     Chancen     Eigen-Kompetenz/-Verantwortung     Eltern     Entscheiden(bestimmen)     Entwickeln     Erwartungen     Erzählen(auch: Zt2/1-nochmalige Rückfrage)     Freude3     Gefühle(auch 'ungute')     Ich     Kinder     Körper     Leben     Liebe     Meditation     Meinung      O.k.     Probieren     Respekt     Roter Faden1-9     Schule     Selbst     Sichtweisen     Spüren     Tun     Verschieden(auch:Zt2)     Vielfalt   Wie geht's     Zeit     Zuversicht

 

 

 

Die Verweise auf einschlägige Texte in ALLTAG bzw. LABYRINTH sind vor allem bei den o.a. Einzeltexten! 

 

 

>ZL

ALLTAG:
Autor     Haltung     Löcher (Neues Denken und neues Handeln)      Sehnsucht      Sinn (praktizierender 'Mensch')  
Ziel-Sätze   (Unterbewusstsein, Unehrlichkeit [authentisch?] - SELBST-gestaltende Visionen)
Meditatives Gehen/Laufen (sich genauer spüren + wichtig nehmen + verbessern + genießen lernen)   
Sondertext:   Gewaltfreie Kommunikation I  
nach Marshall B. Rosenberg -  in ALLTAG ALS CHANCE

 

 

Stand:   siehe Home                [ Inhalt ]             Zurück ] Home ] Weiter ]        

   
 
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  ©  Copyright: Gerhard Salger
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  g_salger[ät]alltagalschance.de       internet:  www.abcgs.de  
(So kann die Email-Adresse im Internett nicht mehr automatisch ausgelesen werden.)

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