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Kinder 2 

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  •    Kinder (4)  -  Eltern trennen sich, lassen
                            sich scheiden    (Was tun?)  
                                  (Großeltern, Schwiegereltern, Verwandtschaft?) 

  •    Kinder (5)  -  wenn sie trotzen und
                            "dagegen" sind?  (Was tun?)  

  •    Kinder (6)  -  NEIN zu  einem Rachefeldzug  (Was tun?)
                             (Rollen-Spiele + Eigen-Kompetenz/-Verantwortung

  •      

 

 

 Bild2

 

                                                                              Angelika Wohlfarth

 

 

Kinder 4 

Eltern trennen sich, lassen sich scheiden

(Großeltern, Schwiegereltern, Verwandtschaft?) 


Briefwechsel (Was tun?): 

Situation:  D. ist Großmutter und hat zwei Söhne, die verheiratet sind und auch bereits wieder Kinder haben. Ihr ältester Sohn hat ihr nun eröffnet, dass sich seine Frau scheiden lassen wolle. D. ist empört und hat bereits ihre Schwiegertochter zur Rede gestellt ("..dass sie das doch nicht machen könne...."). Ihrem Sohn, der sie darum bat, sich doch nicht einzumischen, erteilte sie eine Abfuhr ("...sie tue das, was sie für richtig halte und lasse sich da nicht reinreden.....") - Was ich dazu sagen würde?

Antwort:  Ich habe deine Zeilen gelesen - und bin betroffen - und traurig.
 

Ich denke an eine Bekannte, der es ähnlich erging und die heute eine vergrämte alte Frau ist - und "alleine". Alle meiden den Kontakt zu ihr, ihr Sohn, ihre ehemalige Schwiegertochter und die Kinder. Und sie hat es so gut gemeint, sich eingemischt und Partei ergriffen.

Was soll ich sagen?

  • Wie würde es dir wohl ergehen, wenn du an der Stelle deiner 
    Schwiegertochter wärst?

  • Wie würde es dir wohl ergehen, wenn du an der Stelle deines Sohnes wärst, 
    der seine eigene Mutter erlebt, die es ja für ihn so gut meint?

  • Wie wäre es dir wohl ergangen, wenn "deine" Schwiegermutter dich in einer vergleichbaren Situation angefeindet hätte?

  • Wie wirkt sich dein Parteiergreifen auf das Familiengefüge und 
    die Enkelkinder aus? Erfreulich oder belastend? Wie möchtest du es?

Ich meine, dass man weder in andere Menschen, noch andere Beziehungen reinschauen kann. Man hört nur Bruchstücke. Und vor allem immer nur eine Seite.
 
Wenn sich zwei trennen, haben sich über lange Zeit sicherlich viele Versäumnisse eingeschlichen, für die nur und ausschließlich die beiden Betroffenen zuständig waren und sind. Beide leiden, keine Frage. Und beide verdienen wohlwollende Begleitung und, wenn sie das wollen, "unvoreingenommene" Hilfe und Unterstützung.
 
Beide verdienen auch uneingeschränkt Respekt und Anerkennung. Sie haben eine wunderbare Familie mit zwei wunderbaren Kindern erschaffen. Und du warst bisher - vor allem im Kontakt mit den Kindern - ein wunderbarer Teil davon.
 

Nun verändert es sich.
 
Ich wünsche dir, dass du auch künftig zu allen, zu deinem Sohn, deiner Schwiegertochter und den Enkelkindern einen erfreulichen und herzlichen Kontakt haben und pflegen kannst.
Dazu schicke ich dir kraftvolle und gute Gedanken.

 

 

Kinder 5 

wenn sie trotzen und "dagegen" sind? 


Briefwechsel (Was tun?): 

Situation und Frage:  K. schreibt: "Ich habe ein etwas unangenehmes Problem: Die 12-jährige Tochter meiner Partnerin praktiziert zurzeit eine ganz andere Art der Hygiene, als ihre Mutter. Sie wäscht sich kaum und benützt bevorzugt Schmuddelkleidung. Meine Partnerin und ich, wir wohnen zwar nicht zusammen, trotzdem macht auch mir die Art ihrer Tochter zu schaffen. Erst recht ihrer Mutter. - Hast du Ideen, wie ich bzw. ihre Mutter besser mit der Situation umgehen könnten?"

Antwort:    Ich lese, dass es um deine Freundin und deren 12-jährige Tochter geht.
 
Dass das Töchterlein die "äußeren" Regeln der Körperpflege und -hygiene kennt, davon gehe ich aus. Ich vermute, dass sie protestieren will und für sich momentan nur zwei Möglichkeiten sieht, nämlich "dafür" oder "dagegen" zu sein. Dass es für jede Situation viele Möglichkeiten gibt, mindestens aber drei gute, davon weiß sie vermutlich nichts.
 
Das Töchterlein hat sich also im Moment für das "Dagegen" und damit "für das Schmuddelkind" entschieden. - Sie kann sich (selbst) entscheiden, allerdings unter der Verantwortung der Mutter.

Wie würde ich die Situation an der Stelle der Mutter wohl angehen?

a) Prüfen, ob ein entspanntes Info-Gespräch mit der Tochter möglich ist, dahin, dass Körperpflege etc. in erster Linie der eigenen Freude und dem eigenen Wohlfühlen - sich selbst und im Kontakt mit anderen - dient. - Ich vermute, dass das im Moment nicht möglich ist.

b) Prüfen, ob (im Guten) ein Hinweis ankommen könnte, dass das Eingeklemmtsein im "Entweder (dafür) - Oder (dagegen)" ein Dilemma ist - es aber in der Realität immer viele verschiedene Möglichkeiten gibt. Ob also eine ( gemeinsame?) Suche (Brainstorming) nach "anderen" Möglichkeiten der Körperpflege gesucht werden könnte, die für die Tochter "auch" gut sind und auf die Umgebung nicht so abstoßend wirken. - Ich vermute, dass auch das im Moment nicht möglich ist.

c) Dann würde ICH das Verhalten der Tochter akzeptieren und zwar innerhalb und außerhalb der eigenen Wohnung. Heißt: 

  • "Du bist für dich so o.k., wie du gerade bist - und auch so wertschätze und mag ich dich.
     

  • Es kann aber sein, dass ich vereinzelt von dir abrücke, weil mir der Geruch etc. unangenehm ist. Das mache ich dann für mich - und nicht gegen dich!
     

  • Auch außerhalb der Wohnung kann es sein, dass andere (Nachbarn, Freunde, Schule etc.) von dir abrücken oder dich sogar für deine Schmuddelerscheinung angreifen. Von mir bekommst du Rückendeckung, soweit mir das möglich ist."

Botschaft: "Ich stehe zu dir und achte deine Entscheidung!" 
Bedeutet:  "Den anderen so lassen und so annehmen, wie er gerade ist - nur die eigenen Grenzen spüren und gut für sich selbst sorgen (wenn z.B. der Geruch unangenehm ist, für körperlich ausreichenden Abstand sorgen)."

Ich vermute, dass das für die Mama eine Änderung der eigenen Einstellung bedeuten würde. 

Du (Kind) bist für dich o.k., so wie du gerade bist!  und
Ich (Mama) bin für mich o.k., so wie ich gerade bin.

Die Frage ist, ob sie sich diese Einstellung, also JA zu mir und JA zu dir, aneignen will.

Die Wirkung wäre wohl:  
Die Tochter darf, wenn es ihr so Freude macht (und gut tut?). Sie darf! Es gibt kein Gekeife und keinen Widerstand mehr. Und über kurz oder lang wird jetzt das Dagegen-sein langweilig, ja sogar lästig werden. - Sie wird also nach einiger Zeit zu einer für sie (Tochter) angemessenen Körperpflege zurückkehren, in der "eigenen Zeit" und dann in der "eigenen Art".
Ich würde das dann auch lobend anerkennen und feiern. Lachend und scherzend (nicht lästern, keine abfälligen Bemerkungen zu Bisherigem).

Sollte die Mama eine neue Einstellung nicht verinnerlichen wollen, dann stellt sich die Frage: "Welche guten (respektvollen und friedlichen) Möglichkeiten findet sie - ohne den ständigen Krieg mit der Tochter (angespannte Situation) fortzusetzen??" 

 

 

Kinder 6

 NEIN zu einem Rachefeldzug!

(Rollen-Spiele + Eigen-Kompetenz und Eigen-Verantwortung)


Briefwechsel (Was tun?): 

Situation und Frage:  K. schreibt: "Gestern kam meine 6-jährige Tochter schreiend, weinend und total wütend vom Spielplatz, weil ein Bub durch ihre Sandburg gelaufen sei und sie zerstört habe. Trotzdem sie 'Stopp!' gerufen habe.  Sie wollte, dass ich sofort mitgehe und den Jungen zurechtweise. Eigentlich wollte ich nicht, hatte ein ungutes Gefühl, aber schließlich bin ich, unsicher was ich sonst machen könnte, doch mitgegangen. In der Zwischenzeit war aber der Spielplatz leer und der Junge längst verschwunden. – Was hätte ich sonst noch tun können? Was meinst du?"

Antwort:  ich lese deine Zeilen wie folgt:
- deine Tochter ist enttäuscht, ärgerlich, wütend – sie weint – sie sinnt auf Rache, weil ihre Sandburg von einem
  Jungen platt gemacht wurde (absichtlich oder unabsichtlich ist nicht ersichtlich). Auch wenn sie Stopp gerufen
  hat:  Wann?  Mit welchem Ton und welcher Gestik?
 
- du (K.) bist unsicher, wie du stimmig reagieren könntest,
   hörst (spürst) allerdings deutlich deinen Inneren Einsager empfehlen: “NEIN zu einer Racheaktion!” 

 
Wie wäre wohl ich mit einer solchen Situation umgegangen?
 
- Zunächst deine Tochter, so wie sie ist (weinend und wütend) annehmen und trösten “Ja, das ist ärgerlich
   und schmerzlich, wenn ein anderer die eigene Sandburg kaputt macht. – Das verstehe ich! – Ich mag dich –
   und  bin für dich da, auch wenn du weinst (in den Arm nehmen, Tränen abwischen).”

- zu ihrer Forderung / Erwartung, ein klares “Nein, bei einem Rachefeldzug mache ich nicht mit!
   aber: Ich wünsche mir, dass wir morgen, wenn du auch magst, uns die Situation in einem Spiel nochmals
   anschauen (Rollen-Spiel).” (vorher eine Nacht darüber schlafen!)


Rollen-Spiel:

- deine Tochter spielt sich selbst, wie sie die Situation in Erinnerung hat (wie sie sich verhalten hat),
  du (K.) spielst den Jungen, der vermutlich das kleine Mädchen erschrecken und ärgern möchte.
 
Wechsel
- du (K.) spielst deine Tochter (als Spiegel ihrer wütenden Reaktion).
   deine Tochter spielt den Jungen (wie sie ihn erlebt hat),

Wieder Wechsel -
mehrmals, jeweils verbunden mit der Frage: "Wie ginge es besser?"
(z.B. Ton, andere Möglichkeiten, friedlicher Weg – nur in der jeweiligen Rolle spielend – weniger erklärend)

Jetzt darf sich deine Tochter neue Verhaltensmöglichkeiten einfallen lassen und du kannst die Wirkungen auf dich darstellen, wenn du den Part des Jungen spielst.
Der Junge handelte vermutlich aus Überheblichkeit / Übermut und der Absicht, zur eigenen Unterhaltung dem kleinen Mädchen weh zu tun (seine Sandburg kaputt zu machen). Der Junge folgte also - vermutlich unbewusst - der Linie: "Mein Gewinn (Vergnügen) zu deinen Lasten bzw. auf deine Kosten (Sandburg des kleinen Mädchens)."
 
Denke du bitte daran:
- mehrmalige Wechsel mit verschiedenen Variationen,
- wenn du den Part des Jungen spielst, bitte spiele "ihn", wie er vermutlich auf das aktuelle Verhalten
   deiner Tochter reagiert, lieber eher ins Negative übertrieben, damit deine Tochter erlebt / erkennt,
   welche Reaktion ihr momentanes Verhalten wohl beim Jungen auslösen wird,
- wenn du den Part deiner Tochter spielst, darfst auch du neue (bessere) Verhaltensideen einbringen,
- möglichst im Rollenspiel bleiben und möglichst wenig dazu reden oder erklären,
- aus dem Tun und Erfahren (die Wirkungen spüren) lernt deine Tochter am nachhaltigsten,

- dass auch in dieser Situation bereits eingespielt werden darf: "Der Klügere gibt nach!"
   Es kann ja sein, dass der Junge größer, stärker, schneller weg ist etc. - oder die Situation
   ohne Aussicht auf eine gute Lösung für alle scheint.
   Da sollte sich bei deiner Tochter dann kein Ärger stauen, sondern die Einsicht kommen: "Was soll's -
   dann baue ich meine Burg eben noch schöner wieder auf."
   Sie lernt also, für ihre eigene Freude gut zu sorgen und sich nicht von solchen Zwischenfällen, wie
   sie nun mal vorkommen können, Mut und Schwung nehmen zu lassen.

- dass am Ende des Rollen-Spiels zu der Situation im Sandkasten bei deiner Tochter wieder ein gutes
   Gefühl da sein sollte - und keine Wut, kein Ärger und kein Groll auf den Jungen.
 
 

Lohnen tut es sich immer,
dieses Spiel zu spielen - für alle Beteiligten.
Denn so entsteht mehr Zeit, die einzelnen Möglichkeiten bewusster zu durchdenken und die Folgen und Wirkungen auch bewusster zu erleben - so die Ärger-Situation spielerisch durchzuarbeiten und damit zu verarbeiten - und jeweils neue "eigene" Möglichkeiten zu finden, um künftig mit ähnlichen Situationen "besser" umgehen zu können.
 

Anmerkung:
Eigen-Kompetenz und Eigen-Verantwortung haben auch bereits Kinder. Bis zur Volljährigkeit natürlich in der Verantwortung der Eltern. Die Verantwortung der Eltern liegt, meine ich, mit dem Heranwachsen mehr und mehr beim Abklären der Frage, ob die Kinder die zu erwartenden Folgen und Wirkungen richtig einschätzen. So werden Kinder nach und nach in Eigen-Kompetenz und Eigen-Verantwortung hineingeführt. Klarheit und Umsicht werden eingeübt und trainiert. - Solange keine tragischen Folgen zu erwarten sind, sind auch Minus-Erfahrungen für Kinder notwendig und hilfreich. Und für die Eltern ist es interessant, wenn es ganz anders ausgeht, als befürchtet.  ;-)

 

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F-ok
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Sept.13(4), Nov.13(5), Sept.14(6), Dez.17/Bild2)  
 

siehe auch:    alle Hinweise von   << Seite1  +  >>Seite3  +  >>Seite4
  

 

siehe auch:

Annehmen(staunen)    Dagegen    Einigen   Eigem-Kompetenz/-Verantwortung   Eltern      Familie     Haltung(Zt3-lösungsorient.Gespr.)       Kleidung    Möglichkeiten     O.k.   Partnerschaft     Rollen(1)     Roter Faden4(1-9)     Spiele   Spiegel   Trennen     Verhandeln    Wirkungen   Was tun1 

 

 

 

Die Verweise auf einschlägige Texte in ALLTAG bzw. LABYRINTH sind vor allem bei den o.a. Einzeltexten! 

 

 

>ZL

ALLTAG:
Anfang     Aufmerksamkeit     Bewusster3-und mehr im Gleichgewicht/Sammlung/Im Einzelnen     Beziehung1 (gelingt-stagniert-misslingt)      Haltung     Löcher (Neues Denken und neues Handeln)     Rollen und Rollen-Spiele        Verhalten     Zauberbogen (Grund-Entspannung?)
Ziel-Sätze   (Unterbewusstsein, Unehrlichkeit [authentisch?] - SELBST-gestaltende Visionen)
Meditatives Gehen/Laufen (sich genauer spüren + wichtig nehmen + verbessern + genießen lernen)
 
LABYRINTH:
Helfer (28)     "Shake hands" - mit den Augen (das Schöne beachten, wertschätzen und loben!)     Wilde Blumen (Ver-Spannungen)

 

 

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  ©  Copyright: Gerhard Salger
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