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Konsens 

 

 

 Bild1

 

                                                          Angelika Wohlfarth

 

 

 

Zt1          
.Konsens?  und .Fragen,           
die es
.leichter machen!            

 Willst du eine für ALLE Beteiligten gute,
gemeinsame Lösung haben (
.WIN + WIN)?
Willst auch du, ebenso wie natürlich ich,
alles nur Mögliche dazu beitragen?

 von Konsens,Zt1  auch an > Fragen > Leichtigkeit   (06.17+ erl)  Einfügung:  Konsens und Fragen!    [Ü+Beteiligte, gemeinsam, Lösung, win+win+beitragen (>)=. erl 06-17]

 

 

 Konsens 1

 Systemisches Konsensieren

 

Vorwort   (von Gerhard Salger)   
Durch den Hinweis eines Bekannten und ein Video (
https://www.youtube.com/watch?v=nu1pfFfXWKs) bin ich auf das Systemische Konsensieren aufmerksam geworden.
 
Schon das Finden einer klaren Entscheidung, wenn nur eine Person vorhanden ist, diese aber geplagt ist von einem inneren Hin und Her, ist oft schwierig. Persönliche Klarheit ist jedoch in allen Lebenssituationen ungemein wichtig. Erst dann wird bestmögliches eigenes Handeln (Richtung Ziel) möglich.
 
Sind eine oder auch mehrere andere Personen beteiligt und soll Gemeinsames in Angriff genommen werden, so wird es zumindest nicht leichter. Der Prozess einer friedlichen und gleichberechtigten Entscheidungsfindung (auf Augenhöhe) verlangt das Bewusstsein:
 
     - Wir alle sind verschieden (nicht gleich!) und haben jeweils verschiedene Bedürfnisse,
     - meine Interessen / Vorstellungen / Wünsche / Bedürfnisse sind genauso wichtig und wertvoll wie
     - deine / eure Interessen / Vorstellungen / Wünsche / Bedürfnisse.
     - Alle Anliegen sollen im möglichen Umfang Berücksichtigung finden, sodass sich jeder in der zu findenden
       gemeinsamen Entscheidung wiederfindet und damit wohl fühlt, sie also mit Überzeugung mitträgt.

Solche Entscheidungen sind täglich / ständig notwendig.
Um schnell und situationsgemäß reagieren zu können, ist es hilfreich viele verschiedene Möglichkeiten zu haben.
Da gibt es z.B. das ausführliche Gespräch, mit Verhandeln und Einigen,
                       die Familienkonferenz,
                       das Systemische Konsensieren - und noch viele  weitere Möglichkeiten.

Der Herausgeber des Systemischen Konsensierens,
Herr Erich Visotschnig,
ISYKONSENS International Institut für Systemisches Konsensieren, 
erich.visotschnig@sk-prinzip.at    www.sk-prinzip.eu     www.konsensieren.eu    SK auf Facebook     SK bei Twitter:SKPrinzip   
hat freundlicherweise die unten wiedergegebene Kurzübersicht zusammengestellt und dem Abdruck zugestimmt.
Hierfür sei ihm nochmals "Herzlichen Dank!" gesagt.

 

Systemisches Konsensieren
Einführung   (ein Weg, den "geringsten" Gruppenwiderstand und damit die
momentan größtmögliche Akzeptanz / Zustimmung bei allen Beteiligten zu ermitteln)
  von Erich Visotschnig

Ø  Zitat Beginn

Das SK-Prinzip

Stellen Sie sich folgende Situation vor: eine Gruppe hat ein komplexes Problem zu lösen. Es liegen folgende Lösungsvorschläge vor (Abb.  1):
 

 
Sollte ich Sie nun um Ihren Rat fragen, für welchen Vorschlag sich die Gruppe wohl entscheiden sollte, würden Sie wahrscheinlich an meinem Geisteszustand zweifeln. Wer kann bei derart nebuloser und nichtssagender Information schon einen Rat geben? Um einen seriösen Rat geben zu können, bräuchten Sie genauere Informationen über das anstehende Problem. Sie müssten einiges über den Inhalt der Vorschläge wissen, müssten vor allem wissen, worin sich die Vorschläge unterscheiden. Sie müssen sich wohl einige Zeit mit den Vorschlägen beschäftigen usw. –
Liege ich richtig?
 

Nun, ich werde Ihnen keine derartige Information geben, ich werde Ihnen eine einzige Information zu jedem Vorschlag geben und bin dennoch überzeugt, dass Sie, sollten Sie zügig weiter lesen, innerhalb der nächsten etwa 30 Sekunden genau wissen, zu welchen Vorschlag Sie der Gruppe raten sollten.

Was ich Ihnen mitzuteilen habe, sehen Sie, wenn Sie umblättern. In jeder Wolke steht die Information, die ich Ihnen geben wollte (Abb.  2).

Ich gebe zu, das Beispiel ist plakativ konstruiert. Aber nehmen wir einmal an, es sei wirklich so. Falls Sie dann der Gruppe nicht zu Vorschlag zwei raten wollen, würden mich Ihre Argumente interessieren. Denn ich glaube, Vorschlag zwei löst das Problem der Gruppe – sonst würde Unzufriedenheit unter den Betroffenen zurückbleiben. Und er löst nicht nur das Problem der Gruppe, sondern er löst es sogar so, dass unter den Betroffenen keine Unzufriedenheit zurückbleibt. Was kann es Besseres geben?

Wie Sie sehen, ist für einen guten Gruppenentscheid nicht die Zustimmung ausschlaggebend, die der Entscheid in der Gruppe findet, sondern das Ausmaß der Unzufriedenheit, welches Folge des Entscheides ist.
 


Ich habe im letzten Satz absichtlich das »Ausmaß der Unzufriedenheit« geschrieben. Denn offensichtlich wird es nicht in allen Fällen möglich sein, die Unzufriedenheit durch einen Vorschlag wie beim (plakativen) Beispiel oben völlig auszuschalten. Doch wenn man das nicht kann, sollte man eben versuchen, sich diesem Zustand so weit als möglich zu nähern. In anderen Worten, wir werden die Unzufriedenheit messen, die jeder Vorschlag in der Gruppe erzeugen würde, und dann jenen herauszufiltern, für den diese Unzufriedenheit am geringsten ist.

Dazu werden wir, wie gesagt, die Unzufriedenheit in der Gruppe für jeden Vorschlag messen. So unmöglich das im ersten Moment auch scheinen mag, es ist einfach. Jedes Gruppenmitglied bewertet jeden Vorschlag mit Widerstandsstimmen (W-Stimmen) und drückt damit seine Unzufriedenheit mit dem Vorschlag aus. Dabei bedeuten:

·       10 W-Stimmen     totaler Widerstand/totale Unzufriedenheit

·       0 W-Stimmen       der Vorschlag ist o.k., kein Widerstand, keine Unzufriedenheit

·       Zwischenwerte werden nach Gefühl vergeben.

Wenn wir dann die W-Stimmen, die jeder Vorschlag von den einzelnen Gruppenmitgliedern erhalten hat, zusammen zählen, erhalten wir seinen Gruppenwiderstand. Wir sehen:

  • Der Vorschlag mit dem geringsten Gruppenwiderstand erzeugt offenbar die geringste Unzufriedenheit in der Gruppe.
  • Er erweckt den geringsten Widerstand in der Gruppe.
  • Er erzeugt dadurch auch das geringste Konfliktpotenzial.
  • Er wird von allen gemeinsam am leichtesten angenommen.
  • Er wird bei der Umsetzung nicht bekämpft und ist daher eine nachhaltige Lösung.
  • Und er kommt dem Konsens am nächsten.

Wir nennen ihn »konsensiert«. Und der Prozess, der zum konsensierten Vorschlag führt, heißt »Konsensieren«.

Konsensieren ist nicht neu. Es ist ein uraltes Verfahren. Es ist uns so selbstverständlich, dass wir bis vor kurzem nicht einmal ein eigenes Wort dafür hatten. Sie selbst haben es wahrscheinlich schon viele Male angewandt. Wenn Sie zum Beispiel mit Freunden in ein gutes Lokal essen gehen wollen und einer der Freunde hat einen Einwand gegen ein vorgeschlagenes Lokal, er mag aus irgendwelchen Gründen dort nicht essen, dann werden Sie sicher nicht Druck auf ihn ausüben – und schon gar nicht werden Sie ihn zwingen – dort mit Ihnen zu essen. Menschen, die einander achten und die auf gute Beziehung zueinander Wert legen, achten auf den Widerstand der Beteiligten und „konsensieren“ ihre Entscheidungen.

Indem wir beim formalisierten Konsensieren den Widerstand der Beteiligten in Zahlen fassen, sind wir in der Lage, eine beliebige Anzahl von Menschen in den Entscheidungsprozess mit einzubinden. Und auch die Zahl der Vorschläge, die es zu bewerten gilt, kann theoretisch beliebig groß sein. Sie ist nur durch die Bereitschaft der Beteiligten begrenzt, sich durch einen Wald von Vorschlägen mühsam hindurch zu arbeiten. Wir haben schon Konsensierungen mit über 200 Vorschlägen unter großer Begeisterung der Beteiligten über die Bühne gebracht.

Kennen Sie das Gruppenspiel »Reise nach Jerusalem«? Es geht wie folgt: Sie stellen eine Anzahl von Stühlen – und zwar einen Stuhl weniger als Spieler vorhanden sind – in einer Doppelreihe mit den Lehnen aneinander auf, sodass die Sitzflächen in den Raum zeigen und man sich bequem auf die Stühle setzen könnte. Nun stellen sich die Spieler rund um die Stuhlreihe auf und Musik beginnt zu spielen. Irgendwann stoppt die Musik und dann ist es Aufgabe der Spieler, sich jeweils auf einen Stuhl zu setzen. Natürlich bleibt ein Spieler übrig (es sind ja weniger Stühle vorhanden als Spieler) und er scheidet aus. Dann nehmen Sie einen Stuhl weg und mit den übrig bleibenden Spielern und Stühlen beginnt das Spiel von neuem – solange, bis nur mehr ein Spieler übrig ist. Er ist der Sieger.

Soweit, so gut. Nun machen wir ein anderes Spiel daraus, mit identischem Ablauf nur leicht geänderter Zielsetzung. Die anfängliche Anordnung der Stühle und SpielerInnen ist also dieselbe wie bisher. Auch die Musik spielt und stoppt wie bisher. Nur die Aufgabe ist eine andere: wenn die Musik stoppt, ist es das Ziel, dass sämtliche SpielerInnen auf den vorhandenen Stühlen Platz finden, ohne dass ein Fuß den Boden berührt. Wenn die SpielerInnen dieses Ziel erreicht haben, nehmen Sie einen Stuhl weg (kein/e SpielerIn scheidet aus) und beginnen das Spiel von neuem. Das Ende des Spieles ist erreicht, wenn entweder alle SpielerInnen auf einem einzigen Stuhl Platz finden oder sie das Spiel abbrechen, weil sonst Gefahr besteht, dass ein Stuhl zusammenkracht (derzeitiger Rekord in unseren Seminaren sind 13 Jugendliche auf zwei Stühlen).

Wenn Sie danach die Teilnehmer fragen, ob jemand was zu den Spielen sagen möchte, gibt es zumeist begeisterte Kommentare zur zweiten Version, wie angenehm das Spiel gewesen wäre, wie entgegenkommend man die anderen empfunden hätte, wie geborgen man sich gefühlt hätte, wie viel Kreativität die Gruppe entfaltet hätte, um alle auf so wenig Stühlen unterzubringen usw. Die erste Version wird zumeist nur vom Sieger, möglicherweise noch vom Zweitplatzierten gelobt.

Ich habe Ihnen mit diesem Beispiel demonstrieren wollen, dass es überwiegend die Systembedingungen sind, die das Verhalten der Menschen formen. Dass sich dieselben Menschen unter unterschiedlichen Systembedingungen auch völlig unterschiedlich verhalten.

So ist es auch beim Konsensieren. Gruppen, in denen Entscheidungen durch Konsensieren getroffen werden, gehen „anders“ miteinander um. Betrachten wir dazu die dabei gültigen Systembedingungen: Ein Vorschlag wird konsensiert, wenn er möglichst wenig Widerstand in der Gruppe erweckt. Um mit einem Vorschlag Erfolg zu haben, muss man also zu erkennen versuchen, was in der Gruppe Widerstand erwecken würde und was nicht. Dazu muss man versuchen, die anderen zu verstehen, ihre Bedürfnisse zu erkunden um ihnen so weit wie möglich entgegenzukommen. Größtmögliches Entgegenkommen ist das Erfolgsrezept beim Konsensieren. Entgegenkommen erfolgt nicht mehr aufgrund moralischer Forderungen, sondern wird zum Eigeninteresse. Es gilt das, was wir das »Machtparadoxon« nennen: wer egoistische oder machtorientierte Vorschläge „durchdrücken“ will, wird Widerstand ernten und ist daher beim systemischen Konsensieren zu Erfolglosigkeit verurteilt.

Systemisches Konsensieren ist ein Entscheidungsinstrument, ohne ein Machtinstrument zu sein.
Die neuen Systembedingungen bewirken eine totale Verhaltensumkehr, wenn Gruppen ihre Entscheidungen mit Systemischem Konsensieren treffen
: Wer wie gewohnt, seine Wünsche wie bisher mehr oder minder hemdsärmelig und so gut es geht durchzudrücken versuchte, muss umdenken. Wer dazu nicht fähig ist, bringt sich selbst um seinen Einfluss in der Gruppe. Nur diejenigen in der Gruppe haben Einfluss, die bereit sind, nicht nur an sich selbst zu denken. Diejenigen werden etwas bewirken, denen das Gesamtwohl der Gruppe ein Anliegen ist, die bereit sind, gemeinschaftlich zu denken. Machtstrebenden Typen ist der Einfluss versagt.

Außerdem kann jede/r der Betroffenen sowohl Vorschläge einbringen als auch diese mitbewerten. Entscheidend sind die Betroffenen.

Und tatsächlich, wir konnten es immer wieder beobachten: Gruppen, in denen konsensiert wird, gehen rücksichtsvoll miteinander um, die Mitglieder fühlen sich geachtet, sie spüren, dass man ihnen zuhört, sie fühlen sich verstanden, fühlen sich wohl. Entscheidungen, die durch Konsensieren getroffen werden, erfahren auch bei der Umsetzung nur geringen Widerstand und werden von vielen mitgetragen. Die Gruppen sind zur Selbstorganisation fähig. Ihre Entscheidungen werden nicht mehr durch Zufälligkeiten geprägt, die die Geisteshaltung einzelner Entscheidungsträger bestimmt haben. Nicht mehr Machtspielchen und geschicktes Intrigrieren oder Taktieren im Netzwerk der Mächtigen bringen Erfolg, sondern Kreativität und gemeinschaftliches Denken.

Einer meiner Gesprächspartner, dem ich das neue Prinzip erklärt habe, hat enttäuscht eingewendet: „Dann habe ich ja keine Möglichkeit mehr, mich durchzusetzen.“

„Stimmt nicht“, war meine Antwort, „mit einem guten Vorschlag können Sie sich jederzeit durchsetzen.“

Ich habe eben vom „neuen Prinzip“ gesprochen. Dabei habe ich es hier noch gar nicht formuliert. Es ist das SK-Prinzip, das »Systemische Konsensprinzip«. Es lautet:

»Die Gruppe nützt die in der Gruppe vorhandene Vielfalt und Meinungsverschiedenheit,
um möglichst viele Vorschläge zu entwickeln, mit dem Ziel,
das gestellte Problem/die gestellte Aufgabe in möglichst allen Aspekten abzudecken,
und wählt dann jenen aus, der dem Konsens am nächsten kommt.«

In der ursprünglichen Fassung des SK-Prinzips war die einführende Passage »die Gruppe nützt die in der Gruppe vorhandene Vielfalt und Meinungsverschiedenheit« nicht vorhanden. Wir haben aber inzwischen festgestellt, dass anfänglich vorhandene Meinungsverschiedenheiten tatsächlich die Qualität der Gruppenentscheidung verbessern. So erstaunlich es klingt, beim Konsensieren sind Interessenkonflikte nicht schädlich, sie sind zu einem gewissen Maß sogar erwünscht.

Es hat Menschen gegeben, die haben beim Konsensieren eine Wunschlösung gehabt. An diese haben sie 0 W-Stimmen vergeben und alle anderen haben sie mit 10 W-Stimmen abgelehnt. Sie haben nicht verstanden, dass sie damit entweder Glück haben und ihre Wunschlösung konsensiert erhalten – aber wenn dies nicht der Fall ist, überlassen sie den Entscheid völlig den anderen. Sie haben sich dann ihres Mitentscheidungsrechts selbst beraubt. Und wenn sie Pech haben, geht es Ihnen sogar so, wie meinen beiden Kindern bei unserer ersten Konsensierung. Es ging um das banale Problem: Was gibt es heute zu Mittag (zu Ihrem Verständnis: es war kein Alltag, sondern wir waren auf Campingurlaub). Die vorgeschlagenen Gemüse-Laibchen sind von beiden Kindern „gehasst“ worden. Dennoch haben sie zuerst „strategisch“ bewertet (Sie wissen schon: die eigene Wunschlösung mit null W-Stimmen, sonst alles »10«). Ja, und das Resultat sehen Sie in der unteren Abbildung.  Das  Resultat des strategischen Bewertens – die von beiden Kindern ungeliebten Gemüse-Laibchen wurden konsensiert.


Das  Resultat des strategischen Bewertens –
die von beiden Kindern ungeliebten Gemüse-Laibchen wurden konsensiert.

 
Übrigens kann man eine Entscheidung durch Konsensieren auch nicht blockieren: es gibt immer einen – und manchmal sogar mehrere – Vorschläge mit minimalem Widerstand.  Wer also seine Interessen gewahrt sehen will, tut gut daran, seine gesamte Kreativität zu mobilisieren, um einen Lösungsvorschlag einzubringen, der auch die Interessen der anderen wahrt.

Systemisches Konsensieren ist online möglich: www.konsensieren.eu. Probieren Sie es ruhig aus, es ist für Privatpersonen und gemeinnützige Vereine/Organisationen kostenlos (auch Firmen könnten davon profitieren, für sie ist es allerdings kostenpflichtig).  In diesem Programm werden die Vorschläge durch W-Stimmen bewertet, aber ausgewiesen wird ihre Akzeptanz. Dies nicht zuletzt deswegen, weil »Widerstand« für viele einen negativen Beigeschmack hat. Ein Vorschlag, der von 40 % der Beteiligten abgelehnt wird, ist offensichtlich für die restlichen 60 % davon durchaus tragbar. Anstatt zu sagen »Der Vorschlag erregt einen Gruppenwiderstand von 40 %«, können wir daher sagen: »Der Vorschlag hat eine Akzeptanz von 60 % in der Gruppe erhalten«.

Schon Kinder können konsensieren. Ich zitiere die fünfjährige Tochter eines Seminarteilnehmers, der mit seiner Familie einen Entschluss durch Konsensieren gefasst hatte: „Papa, wann konsensieren wir wieder?“

In einer ersten Klasse Volksschule haben wir mit den Schülern konsensiert, bevor sie rechnen konnten. Wenn Jugendliche von frühester Kindheit an gewohnt sind, Entscheidungen durch Konsensieren zu treffen und damit lernen, dass nicht rücksichtsloses Vorgehen Erfolg bringt, sondern Entgegenkommen, werden sie diesen Erfahrungsschatz beim Aufwachsen mitnehmen und sie werden als Erwachsene die Welt dementsprechend formen. Es wird eine andere Welt sein, als wir sie derzeit kennen. Was moralische Appelle, Schuldzuweisungen, religiöse Gebote und Drohungen in Jahrtausenden nicht zu erreichen vermochten, könnte sich aufgrund der neuen Erfolgskriterien unter den Bedingungen des SK-Prinzips von selbst einstellen: gelebtes Miteinander.

Ø  Zitat Ende         

   

Nachwort  (von Gerhard Salger):
Noch folgende Hinweise:

 

Es tut dem Systemischen Konsensieren gut, wenn

 

 

vor Beginn alle Varianten ausführlich dargestellt und Vor- und Nachteilen
     für jeden der Beteiligten herausgearbeitet werden.

 

 

jedem Beteiligten freigestellt wird, NICHT am Konsensieren teilzunehmen, wenn die
     zur Abstimmung stehenden Vorschläge insgesamt als “abzulehnend” empfunden werden.
     Das wird dann zur Formulierung weiterer Vorschläge führen, sodass dann letztlich
     doch wieder alle mit Überzeugung am Konsensieren teilnehmen können.

 

 

jedem der Beteiligten freigestellt wird, eigene Vorschläge zu machen und für alle verständlich
     und nachvollziehbar zu begründen. Diese können dann in das  Konsensierungsverfahren
     mit aufgenommen werden.

 

 

vor Beginn von allen Beteiligten als gültig und verbindlich vereinbart wird:
     - wer am Konsensieren teilnimmt, trägt mit und unterstützt das Endergebnis.
     - was mit einem knappen Ergebnis (bis 3 Punkte Unterschied) geschieht,
              . bleibt es bei dem gewonnenen Gesamtergebnis oder
              . soll dieses nochmals betrachtet und ggf. nochmals konsensiert werden?

 

 

jeder bereits beim Start ein gutes und offenes Gefühl hat, ebenso am Ende!

 

·    

 

 

Zt           

 

 

 

 

Zt2          
Konsens ./.
.Kompromiss          

 Konsens:   Gemeinsam gestalten und verantworten.
Kompromiss: Zwar gemeinsam beschließen, jedoch oft
nur halbherzig dabei (z.B. 'wenn es eben nicht anders geht',
'dann eben so...', wie der Esel, der sich
mit Einwänden und Widerstand schließlich mitziehen lässt.

 

 

 Bild2 (Sicherung)

 

                                                                               Angelika Wohlfarth

 

 

 

--------------------------------------------------X X X X X--------------------------------------------------

 Einfügung: Miteinander braucht BEIDE und WIN+WIN!

          

Miteinander           

braucht BEIDE          
und möglichst          
WIN + WIN!          

  

Miteinander braucht, wenn es denn entstehen soll, immer BEIDE,
je bereit, neugierig, interessiert und aufmerksam aufeinander einzugehen und mit zu gestalten.
= erzählen + zuhören + verstehen + ggf. ergänzende Fragen zum Inhalt (Verständnis-Fragen) +
annehmen / so lassen / so wertschätzen.
Danach Frage: Wollen wir gemeinsam oder jeder für sich und alleine?
Wenn ein gemeinsamer Weg gefunden werden soll: + verhandeln + einigen + Ziel: WIN+WIN.
Jeder Beteiligte sollte bei gemeinsamen Lösungen einen Zugewinn haben,
sonst bleibt einer auf der Strecke (wird also vielleicht benachteiligt).

 von Miteinander,Zt2  auch an > Annehmen > Aufmerksam > Einigen > Erzählen > Familie > Fragen > Gespräch > Konsens > Lassen > Lösungen(einigen)

 > Partnerschaft  > Verhandeln > Verstehen > Weg > Wertschätzen > Ziel  (06.17+) 
  

--------------------------------------------------X X X X X--------------------------------------------------

 

F-ok
Zt=Zwischentext
ZL = in der Zentralen Linkliste vorgemerkt 
Zitate / Kurztexte-Sammlung

(>) = unter "Buchstaben" (je erste Seite / Inhalte oder HINWEISE - z.B. AA) vermerkt;  erl.= [ (>)=. erl ]
A&L erl. =   Links für Alltag und Labyrinth wurden auf die neuen Adressen umgestellt!

_______________________________________________________________________________________________________________________

Aug.15(1), Aug.16(Bild1), Dez.16(Bild2), Aug.17(Zt1), Dez.17(Zt2)
 

 

siehe auch:

Austausch     Beziehung      Eigen-Kompetenz/-Verantwortung    Entscheiden(4)     Erzählen(auch: Zt2/1-nochmalige Rückfrage)   Familie    Familie(4)      Familienkonferenz     Fragen2   Gewalt(2)   Gewaltfr.Kommunikation    Haltung     Ich will2  Kinder   Kinder(7)     Leben     Liebe2     Miteinander   Probleme     Programme      RoterFaden8(1-9)    Schule   Spüren   Verändern3     Verstehen2     Wer / Wie bin ich? (auch NL136:Ich bin schon recht - UND...)     Wirkungen

 

 

 

Die Verweise auf einschlägige Texte in ALLTAG bzw. LABYRINTH sind vor allem bei den o.a. Einzeltexten! 

 

 

>ZL

ALLTAG:
Haltung      Löcher (Neues Denken und neues Handeln)     Sichtweisen (Weltbild)     Sinn (praktizierender Mensch)    
Ziel-Sätze   (Unterbewusstsein, Unehrlichkeit [authentisch?] - SELBST-gestaltende Visionen)
Meditatives Gehen/Laufen (sich genauer spüren + wichtig nehmen + verbessern + genießen lernen)

LABYRINTH:
Wilde Blumen (Ver-Spannungen) 

 

 

Stand:   siehe Home                [ Inhalt ]             Zurück ] Home ] Weiter ]        

   
 
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  ©  Copyright: Gerhard Salger
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