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Ratschläge 

 

 

Ratschläge  1 

Gute ? 


Briefwechsel (Was tun?): 

Situation und Frage:  G. erzählt: "Im Moment fühle ich mich zutiefst traurig. Der Hintergrund: Unlängst habe ich eine Freundin getroffen die klagte, dass ihre Partnerschaft gar nicht mehr gut geht. Ich habe mir das angehört und ihr dann empfohlen, sich doch mal mit Kommunikation zu befassen. Ich hätte da sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Abends brachte ich ihr extra eine CD vorbei. Nach einigen Tagen traf ich sie wieder und fragte interessiert, ob sie die CD schon gehört bzw. etwas unternommen habe. Sie druckste herum, verneinte meine Frage und musste sich dann schnell verabschieden. Es gehe schon wieder besser in ihrer Beziehung, erwähnte sie beim Weggehen. Seitdem ist zwischen uns Funkstille.
Ich habe es ihr so gut gemeint und mich so bemüht. Na ja, wenn ich mir schon keinen Dank erwarte, so wäre eine positive Reaktion schon schön gewesen. Was habe ich falsch gemacht? Was hätte ich besser machen können? - Was meinst du dazu?"

Antwort: ... ich lese deine Zeilen und finde es prima: Du hast dich getraut und dein Bestes gegeben, es so gut gemacht, wie du es gerade konntest. Ich meine, dass du stolz auf dich sein darfst. 
 
Eine kriselnde Partnersituation ist schon ein ganz besonderes Ding. Beide Beteiligten haben sie ja erschaffen, konnten es nicht besser, haben je in der eigenen Art (bestmöglich, wenn auch in negativer Richtung) mitgewirkt.

Ich meine, dass aufmerksames Zuhören und ergänzende Verständnisfragen (für deine Freundin) schon sehr entlastend wirken können.

Danach vielleicht die Fragen: 

          "Was bräuchtest du jetzt am meisten? 
 
           Kann ich etwas für dich tun? 
 
           Was würde dir jetzt Freude machen und dich wieder auf andere Gedanken 
             und damit wieder in einen guten, kraftvollen inneren Zustand bringen (z.B.
             gemeinsam etwas unternehmen und dabei das Thema Partnerschaft und 
             was da alles getan werden könnte, aussparen)?" 
             (In einem angespannten inneren Zustand ist deine Freundin weder 
             aufnahme-, noch handlungsfähig. Findet sie dagegen wieder in ihre Ruhe 
             und Kraft, eine aufgerichtete Haltung, innen, wie außen, dann ist sie für 
             sich wieder aktionsfähig und bleibt nicht im eigenen Sich-gelähmt-fühlen 
             stecken. Sie kann wieder vernünftige Gedanken fassen und bei Bedarf 
             gute, eigene Entscheidungen treffen.)" 

Wenn du merkst, dass es deiner Freundin wieder gut geht und du das Bedürfnis verspürst, von deinen "eigenen" Erfahrungen zu erzählen, weil sie, wenn sie das möchte, für sich vielleicht das eine oder andere abschauen und selbst ausprobieren könnte, kannst du für gute Rahmenbedingungen (z.B. entspanntes Sitzen und Plaudern in einem Café) sorgen und dann fragen:
 
           "Du hast unlängst von Problemen in deiner Partnerbeziehung gesprochen. 
            Darf ich darauf zurückkommen und dir dazu ein paar eigene Erfahrungen
            erzählen? - Vielleicht ist etwas dabei, was dich anregt, deine bisherigen
            Möglichkeiten mit Neuem zu ergänzen.(?)"

Sagt deine Freundin JA, dann wird sie dir jetzt aufmerksam zuhören. Deine Worte (nur ICH-Text, kein DU-könntest, DU-solltest usw.) werden einen fruchtbaren Boden finden.
 
Sagt deine Freundin NEIN, dann muss das auch o.k. sein. Sie möchte dazu dann also, zumindest im Moment, nichts hören.  - Es gibt viele andere, verbindende Themen! 
Und deine Freundin entscheidet für sich selbst, ob sie sich mit anderen Möglichkeiten befassen will - oder nicht.

Übrigens: Beim Schmökern bin ich gerade "ganz zufällig (!)" über den Text   Wilde Blumen   gestolpert. Interessant! - - -
 

 

 

Ratschläge  2 

 sind das wirklich Schläge?


Briefwechsel (Was tun?): 

Situation und Frage:  T schreibt:  "... Eine tägliche Warnung ist mir der Ausspruch: 'Auch Ratschläge sind Schläge!' - Ich meide deshalb Ratschläge. - Andererseits habe ich aber auch schon von Menschen gehört, die Ratschläge für gut und richtig finden. - Was ist dazu jetzt deine Meinung? Würdest du die erzählen?"

Antwort:  ... Ich lese, dass dich im Moment das Thema 'Ratschläge' sehr beschäftigt.
Für mich ist bei 'Ratschlägen' die Unterscheidung in Ich- und Du-Botschaften wichtig.
 
"Du sollst ...!" "Du könntest doch...!" usw. Das sind für mich Du-Botschaften und damit Ratschläge, die ich ablehne, weil sie allzu häufig streitauslösend sind. Meist sind es Versuche, den anderen zu bevormunden. Das ist respektlos.
 
Ich an andere - gebe keine Ratschläge, weil ich nicht weiß, was der andere jetzt wirklich braucht. Außerdem achte ich seine Eigenkompetenz und seine eigene Entscheidungshoheit.
 
Andere an mich - geben sicherlich immer wieder Ratschläge. Früher habe ich darauf verärgert reagiert. Heute nehme ich das gelassen, wohl wissend, dass es der andere sicherlich gut meint und dass ich für mich selbst zuständig und verantwortlich bin. 

Kommt also z.B. ein Hinweis: "Da solltest du aber wirklich .....!", kommt von mir die schmunzelnde Reaktion "Sollte ich das?" 
oder nach dem Hinweis: "Du könntest da doch ...!", meine schmunzelnde Antwort: "Ja, das könnte ich schon!" 
So lösen sich heute bevormundende Ratschläge, die ich bekomme, meist schnell in einem gemeinsamen Lachen wieder auf, ohne die Stimmung zu belasten.
 
In Fällen, in denen Ratschläge etwas für mich Brauchbares enthalten könnten (das spüre ich), nehme ich das auf und verfolge gleich oder meist später diese Spur. Die Chance ist, etwas Neues zu probieren, für mich Brauchbares zu entdecken und dazuzulernen und so mein Leben zu bereichern. Ich wäre ungeschickt, wenn ich solche positiven neuen Möglichkeiten nicht aufnehmen und probierend überprüfen würde.
 
Von Ratschlägen unterscheide ich
- Meinungs-Austausch
- Meinungsäußerung und
- Ich-Botschaften.
 
Ich-Botschaften sagen etwas ÜBER MICH. Ich teile also Eigenes mit dem Gegenüber - ohne sagen zu können oder sagen zu wollen, dass das beispielhaft für das Gegenüber sei. Es ist MEINE Erfahrung, eine Information über eine (von vielen!) Möglichkeiten. -  Dazu frage ich meist auch vorher, ob ich Meines dazu erzählen darf. Denn mit der Zustimmung bekomme ich auch die Aufmerksamkeit und das interessierte Zuhören.
 
Für mich sind Ich-Botschaften des Gegenübers wertvolle Quellen von neuen Möglichkeiten, Anregungen, Denk- und Handlungsanstößen, die ich nicht missen möchte. Neues Dazulernen und Probieren bieten sich an.

Gleichzeitig muss ich in solchen Gesprächen, wenn ich von mir erzähle, eigene, bisher zwar innerlich scheinbar klare Inhalte, neu und für das Gegenüber verständlich formulieren (Worte + Bilder + Metaphern). Das zwingt mich zur Klarheit - und dabei lerne ich oft alleine durch das Aussprechen oder Schreiben selbst schon dazu. Unabhängig davon, ob das nun von mir Erzählte für das Gegenüber brauchbare Anregungen enthält oder nicht.
 
Jeder bleibt so unmissverständlich im eigenen Hoheitsbereich. 
Und wenn ich etwas verändere oder verbessere, dann  weil ICH es für mich so will. Ich mache es immer für mich (und nicht für den anderen oder die Regeln oder weil 'man' das so machen 'muss').
Das ist natürlich auch bei Ratschlägen so, aber die Du-Formulierung kann leicht Missverständnisse auslösen, die mit Ich-Botschaften vermeidbar sind. Denn ich will ja den anderen nicht bevormunden, sondern Ideen / Denkanstöße bewegen, Möglichkeiten aufzeigen und damit zum 'eigenen' Tun anregen und ermutigen.

 

 

Zt1     

Ratschläge  -  willkommen???
In der Regel stoßen Ratschläge auf Ablehnung. 
Doch mitunter stecken auch brauchbare Anregungen darin.
Weise ist derjenige, der diese dann für sich prüft 
und sich Brauchbares zueigen macht.

 

 

 

 

F-ok
Zt=Zwischentext

ZL = in der Zentralen Linkliste vorgemerkt 

______________________________________________________________________________________________________________________

Febr.11(1), Dez.11(2), Nov.12(Zt1) 

siehe auch:      Brainstorming    Kinder3(auch:Bild4)   Konflikte    Partnerschaft     Richtig     Was tun2 

                   Die Verweise auf einschlägige Texte in ALLTAG bzw. LABYRINTH sind vor allem bei den o.a. Einzeltexten!

>ZL                 ALLTAG / Ratschläge 

 

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