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Richtig und falsch 

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Bild1

                                                                     Angelika Wohlfarth

 

 

Richtig und falsch   1  

bewerten und Wahrheit        

 

Da hat mich doch vor kurzem eine Bekannte mit dem Auto nach Hause gefahren. - Auf Wegen, die mir teilweise unbekannt waren - und insgesamt schien mir die gefahrene Strecke auch weiter, als unbedingt notwendig. Als ich nachfragte, sagte sie mir: "Weißt Du - diese Strecke kenne ich - mit der habe ich mich vertraut gemacht - und da fühle ich mich sicher. - Mir ist wichtig, dass ich meine innere Ruhe beim Fahren habe - und dafür nehme ich dann im Zweifelsfall gerne ein paar Mehr-Kilometer Fahrstrecke - oder auch ein paar Mehr-Minuten Fahrzeit in kauf." Richtig oder falsch? 

'Ich' kann 'diese' Frage weder zur einen - noch zur anderen Seite hin beantworten. - Ich habe den Eindruck, dass sich deine Bekannte so am wohlsten gefühlt hat. - Und vielleicht mag sie irgendwann auch die dir vertraute Streckenführung kennen-lernen. Dann kann sie schauen, wo und wie es ihr dann angenehmer ist.
 
Mir ist vor kurzem auch was Interessantes passiert:
Ich fuhr mit einem Bekannten auf einer Hauptstraße - und wir wollten zu einer Adresse, die auf 'normalen' Wegen - aufgrund vieler Umleitungen und Einbahnstraßen-Regelungen - nur umständlich und zeitaufwändig zu erreichen war.
Da sagte mein Bekannter: "Wenn ich da vorne die nächste Straße rechts abbiege, dann wären wir in einer Minute dort, wo wir hinwollen. - Allerdings ist das eine, wenn auch ganz wenig befahrene, Einbahnstraße - und das Einfahren ist von dieser Seite aus gesperrt. Wenn ich nun trotzdem entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung einfahre und diese Straße benütze - ist das richtig oder falsch?" - Was würdest du sagen?

Ja - es ist offensichtlich eine ganz tolle, kurze und schnelle Verbindung - und es ist eine Straße, für Autos also geeignet. - Das Einfahren von euerer Hauptstraße aus wäre ein Verstoß gegen die Regeln gewesen. - Und diese Regeln wurden ja vorher auf der gesellschaftlichen Ebene vereinbart, um für 'alle' möglichst gute Bedingungen zu schaffen.
Das Einfahren entgegen der angezeigten Richtung wäre also eindeutig
'falsch' - sage ich.

Ja, ich sehe das auch als Verstoß gegen diese Regeln - und vor allen Dingen, als eine große Gefährdung von Leib und Leben anderer Menschen.
Ich kann es aber nicht einfach zuordnen   'richtig'  oder  'falsch'.

Wieso denn dieses?

Bezogen auf die tollen Möglichkeiten - ist es wohl eher richtig.
Bezogen auf den Regelverstoß           - ist es wohl eher falsch.
Bezogen auf die Verletzungsgefahr
        für andere                                       - ist es wohl auch eher falsch.
Bezogen auf das Straf-Risiko              - ist es wohl auch eher falsch.
Bezogen auf deinen Bekannten           - was ist es für ihn?
Denn nur er kann für sich selbst entscheiden. - Und nur er trägt die Verantwortung als Fahrzeuglenker.

Das ist jetzt aber schon eher spitzfindig argumentiert. - Oder?

Für mich ist es nur der Versuch, mit Worten und deren Inhalten 'bewusst' umzugehen.
Richtig und falsch. - Das macht mich im Absolutheits-Anspruch, der in diesen Worten steckt, frösteln.
Für mich ist das wie 'Nordpol und Südpol'.
Da bewege ich mich ein bisschen in Richtung Norden - und ein anderer stellt fest: Jetzt bist du auf dem Nordpol. - Und dann bewege ich mich ein bisschen in Richtung Süden - und ein anderer stellt nun fest: Jetzt bist du auf dem Südpol. - So stimmt es einfach nicht.
Dazu kommt dann noch die Bewertung: Nordpol ist gut (So bist DU richtig!) und Südpol ist schlecht (So bist DU falsch!).

Das ist schlimm! - Und so wird für mich auch verständlich, was du meinst.
Ich verstehe dich so: Ich bewege mich mal hier-hin - und mal dort-hin - und finde in jedem Einzelfall
'bezogen auf mich, die anderen, die Situation und das Ganze' heraus, was JETZT 'für MICH DAS BESTE ist, womit ich MICH also AM WOHLSTEN FÜHLE'! 

Genau!
Und 'richtig und falsch' sind für mich im Regelfall Prügel-Werkzeuge, mit denen ich versuchen kann, die freie Meinungs- und Entscheidungsfindung des anderen abzuwürgen. - Ich verletze und schwäche ihn bewertend, beurteilend und erwartend in seiner Menschenwürde. - Versuche ihn zu unterdrücken! - Zu seinem Nachteil - und zu meinem Vorteil (ich habe ja Recht - und ich weiß es besser! usw.). - Statt ihn zu ermutigen, SEINEM SPÜREN ZU VERTRAUEN - und das jetzt zu probieren, zu überprüfen und damit dazu-zu-lernen - in SEINER ART. 

Richtig und falsch - in diesem Sinne - mit dieser Absolutheit - gibt es also überhaupt nicht!? 

So sehe ich das auch.
Und darum versuche ich auch, sie in meinem Wortschatz - wenn überhaupt - nur in ganz besonderen Ausnahmefällen zu gebrauchen. Im Zweifelsfalle stelle ich mir sicherheitshalber innerlich die Frage:
"Weiß ich wirklich was jetzt 'richtig' oder 'falsch' ist - für mich - für dich - für alle?" Und dann erhellt meist ein erkennendes Schmunzeln mein Gemüt.

Mir kommt da oft die Frage: Erklärt du mir bitte dein Motiv? 

Also nicht bewerten, sondern neugierig und offen wahrnehmen, kennen-lernen und entdecken.

Meine persönlichen Maßstäbe passen zwar gut für mich, aber nicht für den anderen.

Und dann fragst du?

Klar: z.B. Wie machst du es? Wie ist das für dich?
Und jetzt kann ich nicht nur besser verstehen, sondern, wenn ich mag, auch mitmachen, nachmachen, probieren, experimentieren - und spüren, wie das dann für mich ist.

Es erschließen sich viele neue Möglichkeiten für ein Miteinander.

Deine Musik / meine Musik -

Deine Ordnung in Wohnung und Küche (wo ist was zu finden, wo gehört was hin usw.) - meine Ordnung in Wohnung und Küche -

Deine Art Essen zu bereiten - meine Art -

Deine Vorlieben - meine Vorlieben. -

Alles - buchstäbliches alles, was zum Leben gehört, was Leben ausmacht (Arbeit, Freizeit, Vorlieben, Schlafen, Essen, und - und - und) hat also Dein - und Mein.

Und will erforscht - wahrgenommen - SO wichtig genommen - und SO angenommen sein.
Wie machst du es? - Wie ist es für dich?
Damit lerne ich dich nicht nur besser kennen und zeige dir, dass es mir wichtig ist, dein SO-SEIN JETZT wahrzunehmen - NEIN - ich werde damit auch reicher.
Ich lerne DEINES kennen - und du MEINES -
und das Ergebnis ist für jeden von uns mehr als 1 + 1.

Unzählige Anregungen und Ideen werden ja durch die Begegnung mit dem Neuen ausgelöst und locken zur Verwirklichung.

Letztendlich - nur wenn jeder das So-SEIN des anderen kennt und respektiert - dann entsteht oder es lässt sich finden - aus den zwei Verschiedenheiten eine NEUE GEMEINSAMKEIT, die dann von den Anteilen beider getragen wird - und in der sich dann auch BEIDE wohl und zuhause fühlen können.

Aufregend und spannend!

 

 

 Richtig und falsch  2 

 Zitat von Rumi und Gedanken dazu

 

Rumi:       "Es gibt einen Ort, jenseits von Richtig und Falsch, 

                              dort können wir uns treffen." 


Worauf will der Mystiker Rumi wohl hinweisen? 

Ich meine: Auf der Welt gibt es eine Vielzahl von Religionen, Glaubenswegen und Regeln, deren Befolgung das Heil versprechen. Jede behauptet, das richtige Wissen zu haben und dass alle anderen den falschen Weg gehen. Über diesem Richtig und Falsch entflammt Streit. Es gibt Zwietracht zwischen den Menschen.

Und alle haben sie Recht. Denn alle Wege führen, jeder eben in der ganz persönlichen und eigenen Art, zur Vereinigung mit Gott, Allah, Großer Quelle des Lichts oder wie man diese Dimension auch immer nennen mag. Zu Licht und Liebe. 

Und das ist die strahlende Kraft die jeden Mensch ausfüllt und in die wir alle auch eingebettet sind.
Sie gilt es immer mehr zu entdecken und zu leben.
Nicht irgendwann, nach dem Tod - vielleicht dann auch. - Doch das Paradies ist jetzt.
Es heißt: "Ich bin Licht und Liebe - ich spüre es - und ich strahle es hinaus, verschenke es - und ich fördere es und entwickle mich ständig weiter!"

Das ist die eine Seite, auf die uns, so sehe es ich, der Mystiker hinweisen will. Damit stimme ich voll überein. So sehe ich es auch und so versuche ich es auch zu leben.

Die andere Seite ist "richtig und falsch". Dieses allumfassende "richtig und falsch" gibt es gar nicht, obwohl wir ihm immer wieder auf den Leim gehen, weil die erinnernde Ergänzung "richtig für dich" oder "richtig für mich" weggelassen wird.
Das ins Bewusstsein gerückt, verändert vieles ins Positive.
"So ist es richtig für dich!"  
"So ist es richtig für die Wissenschaft / Schule / Gesellschaft usw.!" und 
"So ist es richtig für mich!"

Plötzlich haben wir auch jetzt schon den Ort des Treffens gefunden, nämlich im Respekt vor der Einmaligkeit und Einzigartigkeit von sich selbst und genau so auch des anderen. 
Gelebte Liebe!

 

 Richtig und falsch 3

 für wen?

 

So ist es richtig und stimmig – FÜR MICH ! 
Und wie ist es richtig und stimmig – FÜR DICH ?

          Richtig und falsch? Das treibt mich immer wieder um.

Das ist nicht verwunderlich, denn an allen Ecken und Enden begegnen uns
Absolutismen (da wird etwas so für mich UND für alle anderen - die ganze Welt - als gültig behauptet):
   Bewerten/Urteilen/Bevormunden ("Das ist so richtig!"),
   Kritisieren (So ist es weniger gut!"),
   Besserwissen-wollen/Rechthaben-wollen (Das musst du so.. machen!")
   usw. - usw.

Wir werden also geradezu angehalten und trainiert, nach außen
zu schauen und "über" andere oder eine Situation zu "urteilen",
statt die EIGENE Sichtweise/Meinung innerlich zu klären,
mit den äußeren Gegebenheiten zu verbinden und dann die
EIGENE, neue und aktuelle Entscheidung ("Ich will jetzt FÜR MICH?)
zu finden, zu erklären und zu vertreten, also "VON MIR" zu sprechen
(und nicht "über" andere oder "von" anderen. Andere entscheiden
eigenständig FÜR SICH, genauso, wie ICH FÜR MICH eigenständig entscheide.).

Ich suche also dann die eigene Position, z.B. mit der Frage:
"Wie will ich mich aktuell verhalten, gehe ich vor, zurück oder bleibe ich stehen?
Will ich also für Bestimmtes werben und mich einsetzen, oder mich eher zurückhalten? – usw."

          Statt zu sagen oder auch nur innerlich zu denken: "Der ist dumm!  -  Jener ist ungeschickt!"

Richtig!
Was fehlt?
         
                                    "So ist es richtig  -  FÜR MICH!" und
                                    "So passt es  -       FÜR DICH!"  und
z.B. bei einem
Vortrag/Redner/
Gegenüber/Buch etc.     "So stimmt es  -      FÜR den AUTOR oder FÜR SIE/IHN!"  usw.

Jeder kann also nur das EIGENE verkünden,
das also, was er selbst tut, wovon er überzeugt ist (eigene Erfahrungen /
   erfolgreich Probiertes und Integriertes, also persönliches Wissen) und auch
das was er selbst glaubt (Zitate, Nachgesagtes, Gelerntes und Übernommenes /
   nicht oder noch nicht persönlich überprüft, nicht integriert [zum persönlichen
   Inhalt/Tun gemacht]).

 

 

 Bild2

 

                                                        Angelika Wohlfarth

 

 

Assoziationen:    

richtig und falsch

 ungerecht

einseitig

beängstigend

bedrohlich

Zwang

Druck

bevormunden

besserwissen wollen

erziehen

fanatisch

trennen

Fundamentalist

Rechthaber

kleinlich

eng

 

F-ok
ZL = in der Zentralen Linkliste vorgemerkt 

______________________________________________________________________________________________________________________

Dez.11(1+2+Ass), Aug.15(3, Bild1). Aug.16(Bild2)

siehe auch:    alle Hinweise unter  <<Richtig 

                        Argumentieren   Besserwissen(Partnersch.7)     Eigen-Kompetenz/-Verantwortung
                        Empathie     Glauben   Ich will    Kritik   Liebe   Meinung   Probieren 
                        Rechthaben(Partnersch.7)   Sichtweisen  Wahrheit 

                    Die Verweise auf einschlägige Texte in ALLTAG bzw. LABYRINTH sind vor allem bei den o.a. Einzeltexten!

 >ZL                   ALLTAG / Bewerten        ALLTAG / Paradies      ALLTAG / Sichtweisen (Weltbild)  

 

Stand:   siehe Home                [ Inhalt ]             Zurück ] Home ] Weiter ]        

   
 
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