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Schmerzen 1 

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Schmerzen  1 

körperlich und seelisch 


Briefwechsel (Was tun?): 

Situation und Frage:  C. schreibt: "Ich habe eine Freundin, die unter Dauerschmerzen leidet und trotz jahrelanger Suche bisher keine Hilfe finden konnte. Hast du da Ideen, was sie noch unternehmen könnte?"

Antwort: MEINE Meinung ist, dass der Schmerz mir bewusst machen will: "ICH tue MIR weh! - Ich gestalte im Moment mein Leben so, dass ich mir selbst schade." 

Üblicherweise schauen wir, wenn wir Schmerzen empfinden, nach Außen - und zwar Richtung Allgemeinarzt, Facharzt, Krankenhaus oder andere helfende Fachleute (z.B. Therapeuten). - Das ist auch richtig und notwendig. Denn so kann das, was aus ärztlicher Sicht getan werden muss, veranlasst werden. Doch keine Arzt oder Helfer hat die persönliche Verantwortung für meine Gesundheit und mein Mich-wohlfühlen.

Die persönliche Verantwortung für mein Leben mit all seinen Inhalten (Freude, Partnerschaft, Arbeit, Freizeit, Ruhe und Ausgleich usw.) habe NUR ICH SELBST.
Es gibt niemanden, der mich zwingen könnte, etwas zu tun oder auch zu lassen, was mir zum Nachteil gereicht oder mir sogar schadet. Nur ich selbst kann mich zwingen - oder auch achtlos und nachlässig mit meinen eigenen Bedürfnissen sein.
Genau das ist häufig die Ursache von Schmerzen.

Neben dem Aufsuchen der äußeren Helfer (Arzt, Therapeut). liegt nun die Aufgabe bei mir: "Wenn ich möchte, dass es mir dauerhaft wieder besser, ja sogar gut geht, muss ich in meinem Leben etwas verändern / verbessern / erweitern. Denn wenn ich das nicht tue, ist nur das Symptom behandelt, nicht aber die Ursache. Und die liegt in mir bzw. in meiner Lebensgestaltung. Die Schmerzen und Krankheitserscheinungen werden, wenn ich mich nicht um mich kümmere, früher oder später, vielleicht in anderer, meist schlimmerer Form wiederkommen, so lange, bis ich bereit bin, SELBST mein Leben zu verändern. 

Vielfach haben wir längst das Innere Wissen (ein ungutes Gefühl im Hintergrund), wenn wir daran denken, dass jetzt Veränderungen notwendig wären. Doch dann wird das häufig mit den Argumenten "Das geht jetzt nicht! - Dazu habe ich jetzt keine Zeit! - So dringend ist das nicht! - Es geht schon! usw." vom Tisch gewischt und beiseite geschoben. Das unruhige Gewissen ist damit vordergründig beruhigt - und was passiert dann meistens? "So weitermachen, wie bisher!"  

Das ist zwar ein fataler Irrtum, aber wo Menschen sind, darf auch geirrt werden.

Wenn jetzt also der aktuelle Schmerz nachhaltig an die gebotene Änderung des eigenen Lebens erinnert, dann ginge es darum, herauszufinden, um welches Bedürfnis es gerade vorrangig geht (z.B. mehr freie Zeit, mehr Ruhe, mehr Ausgleich, mehr entspanntes Lachen,  mehr spürbare Freude und Leichtigkeit, weniger Druck, weniger Zähne zusammenbeißen, mehr Klarheit und Vertrauen, Verbesserung der eigenen Kommunikationsfähigkeit usw.).

Um dem eigenen Bedürfnis näher zu kommen, kann es hilfreich sein, immer wieder die Frage zu stellen (und die Ergebnisse möglichst aufzuschreiben): "Was würde sich in meinem Leben positiv / negativ verändern, wenn ich ...... wäre / hätte?"

Kann das geklärt werden, dann bieten sich auch Wege der Verwirklichung an. Dann lautet die Frage: "Was kann ICH in eigener Zuständigkeit jetzt selbst tun oder lassen, um eine Entwicklung zu fördern, dass es immer mehr so wird, wie ich mir das gerade wünsche?"

Ich kann mir also ein realistisches Ziel setzen und für mich festlegen, wie und wann ich den ersten, kleinen Schritt in diese Richtung machen will. Ich kann aber auch andere (z.B. Partner, Therapeuten) um konkrete Hilfe bitten.

Entscheidend ist, dass sich was in der gewünschten Richtung verändert. 
Denn wenn ICH nichts verändere, dann verändert sich nichts.

Ob nun das im Moment zu wenig berücksichtigte eigene Bedürfnis sofort und eindeutig gefunden werden kann oder auch nur teilweise oder vielleicht auch noch nicht, hilfreich und unterstützend wirken immer "zusätzlich" folgende Maßnahmen:

Für mehr "spürbare" Freude sorgen.
- Bereits bekannte Freudequellen (z.B. Kino, Tanz, Bewegung, Meditation usw.)
  verstärkt und bewusst nutzen  und
- neue Freudequellen ("Was könnte mir auch noch Freude machen, mir gut tun
  und mich vielleicht sogar zusätzlich in meiner Entwicklung weiter bringen?")
  suchen und ausprobieren. Wenn gut und positiv, das ist spürbar (!), ins 
  eigene Leben herein- und mit dazu holen. - Und weiter so!

Zusätzlich, das Meditative Gehen und besonders das Meditative Laufen zu lernen und zu praktizieren (zunächst ruhig probeweise ca. 2 Monate - dann Ergebnisse bewerten und > neu entscheiden). 
Es bewährt sich immer wieder. - Ich kenne keinen Anwender, bei dem sich nicht innerhalb von 3 Monaten die eigene Lebensqualität "spürbar" verbessert hätte. Ich selbst praktiziere es täglich und erfolgreich seit mehr als 20 Jahren.

Veränderungen / Verbesserungen / Erweiterungen des eigenen Lebens bedeuten Neuorientierung und damit meist das In-Frage-stellen alter (lieb gewordener?) Gewohnheiten. Entsprechende Ziel-Sätze helfen und unterstützen hier sehr. 

 

 

Zt1  

Jeder Blick - jeder zärtliche Blick - jede intensive Umarmung -
jede liebevolle Begegnung - zwischen zwei Menschen - 
ist ein Sieg über Angst, Enttäuschung und Misstrauen.

   
(Hans Kruppa)

 

 

Schmerzen  2 

 meine Wegweiser!

Briefwechsel 

Situation:  L. schildert, dass ihn vieles, was er erlebt, sehr berührt, ja ihn schmerzt und lähmt. - Meine Frage, ob ihn interessiere, wie ich mit eigenen Schmerzen umgegangen bin, beantwortet er mit einem erfreuten 'Ja!'.

Antwort:   Der in deiner Mail zum Ausdruck gekommene Schmerz hat mich berührt. Deshalb habe ich das Angebot gemacht, zum Schmerz meine Sichtweisen / Erfahrungen beizutragen. - Erst im Nachhinein ist mir dann bewusst geworden, auf welches riesige Thema ich mich da eingelassen habe. Ich werde eine komprimierte Fassung versuchen.

Schmerz - mein Freund und Helfer! - Wieso dieses? 
Rd. 30 Jahre lang haben mich - ständig zunehmend - Schmerzen begleitet. Die Ärzte haben zwar hervorragend diagnostiziert (angeblich Zusammenhang mit einer Körperbehinderung), doch abgesehen von vorübergehenden Erleichterungen konnten sie mir nicht helfen.

Und ich habe die Zähne zusammengebissen, habe gelernt, einigermaßen gut mit den Schmerzen zu leben und sie in meinen Alltag einzugliedern. - Bis sie so stark wurden, dass ich sie nicht mehr hinnehmen, sondern mich selbst darum kümmern musste.

Ich lernte, für mich Verantwortung zu übernehmen, sowohl meinen Kopf, als auch mein Spüren / Körper wichtig zu nehmen und selbst für mehr Freude und Wohlfühlen zu sorgen.

Ich habe ungemein viele Inhalte ausprobiert und auch gelernt. Alles war wichtig. Doch die entscheidende Wende ist eingetreten, als ich mich auf meine Innere Führung / Intuition verlassen habe und mich drei Inhalten zugewendet habe, von denen ich bis dahin keine Ahnung hatte: Ich machte eine sehr erfahrungs- und naturverbundene NLP-Ausbildung, wandte mich der Zen-Meditation zu und entwickelte für mich das Meditative Gehen und Laufen (bewusst, weich, aufgerichtet/Haltung, kraftvoll, nach vorne gerichtet und im Gleichgewicht).

Bis dahin war ich für alles offen, nur nicht für Gehen und Laufen. Genau damit habe ich in der Hoch-Zeit meiner Schmerzen begonnen. Viele vorher gemachte Erfahrungen haben da einen persönlichen Ausdruck gefunden. Und nach 2 Jahren war ich schmerzfrei.
Für mich sensationell!

Seitdem bin ich schmerzfrei und mir geht es ausgezeichnet.

Was habe ich gelernt?  Der Schmerz war und ist für mich Antreiber zur eigenen Weiterentwicklung. Er will mir wohl und mich anstoßen, nun nicht zu argumentieren, sondern selbst zu tun! Mich auch vertrauensvoll von meiner Inneren Stimme, meiner Intuition, meinem Göttlichen Kern führen zu lassen.

Wann immer sich ungute Gefühle oder auch (vorübergehend) Schmerzen melden, stößt dies in mir die Frage an: "Was kann ich selbst und in eigener Verantwortung bei mir verändern / verbessern / erweitern / neu und zusätzlich in mein Leben herein und mit dazu holen, damit ich mich immer wohler fühle, alleine, mit meinem Partner und mit anderen zusammen?"
Nach der Devise: "Wenn ich Freude in mir (spürbar!) verwirkliche und lebe, kann ich die auch an andere hinausstrahlen und verschenken." (Ein Mensch mit Freude, macht Freude!)

Schmerz und auch ungute Gefühle sind mir so zu Hütern meines Wohlfühlens geworden. Sie treiben mich an, wenn ich sie spüre, nun selbst und für mich etwas zu tun / zu ändern / dazuzulernen.- Das hilft nicht nur, das ist auch lebendig, aufregend und spannend.

PS: Hier noch ein kleines Erlebnis am Rand: Ich war zu einer Wurzelbehandlung bei meiner Zahnärztin. Und ich wollte es - einfach so - mal ausprobieren. Also bin ich in die Entspannung gegangen und habe mich ohne Spritzen behandeln lassen. Meine Ärztin war immer wieder voller Ängstlichkeit und Sorgen - und ich hatte keine Schmerzen. Ha, hab ich mich gefreut! - Es geht so viel, wenn man sich nur traut!

 

Zt2     

Schmerzen stellen Forderungen:
- Vordergründig den Ursachen beim Arzt nachzugehen
  und das für die Heilung der Symptome notwendige zu tun.
- Danach die eigentliche Aufgabe, nämlich die Fragen zu
  klären "Was will mir der Schmerz von mir und über mich
  mitteilen? Welche eigenen Bedürfnis vernachlässige ich? 
  Worum sollte ich mich nun also mehr kümmern?" 
  und dann entsprechend zu handeln. Sich trauen zu neuem Tun!

 

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Jan.11(1), Mai 11(2,Zt1), Dez.11(Zt2)

siehe auch:     alle Hinweise auf  >> Seite2 
                      Bedürfnisse     Erkenntnis     Fesseln     Freude4      Gefühle (ungute)     Ich    Krankheit    Krisen 
                      Selbst..     Verändern     Was tun2 

                    Die Verweise auf einschlägige Texte in ALLTAG bzw. LABYRINTH sind vor allem bei den o.a. Einzeltexten!

                     ALLTAG  / Autor(Schmerzen)       ALLTAG / Grenzen(4)       ALLTAG / Meditatives Gehen    
                     ALLTAG / Meditatives Laufen      ALLTAG / Mensch werden (A-Fugru)       ALLTAG / Schmerzen   
                     ALLTAG / Ziel-Sätze 

                     LABYRINTH / Antreiber zur Freude (Ungute Gefühle) > dort:  
Ungute Gefühle (Angst, Zaudern, Schmerzen usw.), wieso eigentlich "ungut"? Es sind Gefühle - und das Etikett "gut" oder "böse" kommt von mir selbst, indem ich es so interpretiere. Das ist nicht nur eine Einschränkung, sondern auch gefährlich, weil so die Versuchung entstehen kann, diesen "unguten" Gefühlen zu entkommen, sie wegzudrücken oder auch wegzuargumentieren, statt sie wichtig zu nehmen und den Ursachen nachzugehen. Ungute Gefühle wollen Wegweiser sein dürfen, die anzeigen, dass es da in wichtiges Neuland, zu neuen Erfahrungen und zu Erweiterungsmöglichkeiten für das eigene Leben geht. Ungute Gefühle sind also eine Aufforderung, für mehr (neue) Freude zu sorgen.

 

Stand: siehe Home                [ Inhalt ]             Zurück ] Home ] Weiter ]        

   
  
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