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Standort 

   Zwischenbilanz

 

 

Bild

 

                                                    Angelika Wohlfarth

 

 

Standort-Bestimmung 

Fragen als Helfer 

 

Wir waren zu Fuß in einem wunderschönen Gebiet unterwegs, allerdings mussten wir selbst die Richtung finden, weil es kaum erkennbare Wege oder zuverlässige Markierungen gab. Unser Ausgangspunkt war ein kleines Dorf im Süden Italiens und wir wollten zu einem etwa 20 km nord-westlich davon gelegenen Einöd-Kloster.

Kein Problem, sagten wir uns, wir richten uns nach der Sonne und im Zweifelsfalle können wir ja auch fragen. Ein paar Hirten oder Bauern werden wir bestimmt treffen. Und so gingen wir los. Recht zuversichtlich. - Und wir gingen - und gingen - und trafen keine Menschenseele.

Es wurde Mittag - und wir hätten längst angekommen sein müssen. Es wurde Nachmittag - und wir waren noch nicht da. - Sorgen machten sich bemerkbar. - Wir müssen uns verlaufen haben. - Und wir haben keine Möglichkeit, uns zu orientieren.

"Doch - schon!" - sagte Hildegard, meine Begleiterin. "Ich habe Karte und Kompass dabei. Ich kann zwar mit diesem Zeug umgehen, mag es aber nicht, weil es mir zu umständlich und zu aufwändig ist!" - Ein Lichtblick.

Wir machten Pause und Hildegard breitete die Karte aus und legte den Kompass zurecht. Dabei maulte sie vor sich hin, von wegen Umstandskrämerei, Gelände und Karte aufeinander abzustimmen. Allerdings, fuhr sie in versöhnlichem Ton fort, jetzt lohnt es sich schon, um nicht weiter in die Irre zu laufen.
Sie machte sich also daran, markante Punkte im Gelände und dann auf der Karte zu suchen.
Ich bereitete uns währenddessen eine köstliche Brotzeit.
Dann schaute ich ihr wieder bewundernd zu.

Mehrere Gelände-Besonderheiten fand sie im Umkreis von etwa einem Kilometer. Dann deutete sie auf einen Punkt auf der Karte und sagte völlig überzeugt: "Da sind wir im Moment. - Und da ist das Kloster. - Wir haben uns total verfranst." - Wir fanden heraus, dass wir kräftig ausschreiten und die Richtung gut einhalten mussten, um zumindest bis zum Abend das Kloster noch zu erreichen. Das haben wir dann auch geschafft.
 
Das Kloster lag auf einer Anhöhe.
 
Am späteren Abend suchten wir uns dann ein gemütliches Plätzchen am Rande eines Olivenhains. Den Rücken an eine kleine Steinmauer gelehnt und einen großen Krug mit Rotwein vor uns, ließen wir den Tag nochmals Revue passieren.
Tja, unseren Standort bestimmen zu können, das war unsere Rettung, sonst hätten wir unser Ziel wohl so schnell nicht erreicht. - Vielleicht - überhaupt nicht.

Und dann kamen wir darauf, dass es ja im täglichen Leben genauso ist.

Wir saßen bis Mitternacht und ein voller, runder Mond leuchtete uns. Es war richtig romantisch. - Dabei haben wir uns dann überlegt, welche Bedeutung "Standort-Bestimmung" für den Lebens- Alltag haben kann und ob es dafür dann auch Karten und Kompass gibt.

Im Prinzip schon, haben wir herausgefunden, nur eben ein bisschen anders.
Die Hilfsmittel sind dann "Fragen".

Seit dieser Wanderschaft begleiten sie mich. - Und sie helfen mir. - Ständig.
Deshalb will ich sie auch noch aufzählen:

 

Wo bin  ich  eigentlich gerade in  meinem  Leben?
 
Was alles mache  ich  in meinem Alltag (Inhalte)?
 
Was sind die Gegensätze (Polaritäten) zu diesen einzelnen Inhalten?
 
Gestalte  ich mein  Leben und  meinen  Alltag im Gleichgewicht?
Sind also  beide  Seiten (Polaritäten) dabei - oder ist es eher ein-seitig?
 
Wie geht es  mir  damit? - Wie viel Freude spüre ich täglich?
  

  

Wenn ich das Verhältnis betrachte von Lichtseiten meines Alltags  (Freude, Wohl-fühlen, Höhepunkte, gute Stimmung, Spaß)   zu den Schattenseiten (nichts spüren, immer gleich, ein-tönig, Hektik, eher unangenehm, belastend, schmerzlich), zu welchen Ergebnissen komme  ich ?
 
Auf welcher Seite bin  ich  mehr - oder überwiegend?  Was mache  ich  dabei - mehr oder überwiegend?
 
Welche lohnenden und realistischen Groß-Ziele habe ich  für mich vor Augen? Stimmen sie noch - und reicht  mir  das so?
 
Was ist  mein  Geschenk (Beitrag) an die Welt (denn auch ich bekomme ja von der Welt ungemein viel geschenkt)? - Oder will ich das im Auge behalten, um es für mich in nächster Zeit herauszufinden?
 

 

Will ich bei mir und zu meinen Gunsten etwas verändern / verbessern?
  
Will ich das wirklich und bin ich bereit dafür auch selbst das Notwendige (täglich) zu tun?
  
Wie im Einzelnen will  ich  meinem  Alltag verändern / ergänzen?
  
Was will  ich  tun / lernen / verbessern, um das Miteinander mit Partner, Kollegen und Freunden  selbst  attraktiver zu gestalten und auch mehr für Abwechslung und Freude, kleinere und größere Höhepunkte zu sorgen?
 
Mindestens - pro Woche? ........................................
Und jeden Tag?  ......................................................
Ab wann?  .......................
 

  

Das alles ins Auge zu fassen ist gut und dient der besseren Orientierung und dem sinnvolleren Einsatz eigener Zeit und Energie.
Doch es ist von entscheidender Bedeutung, "zumindest" ein kleines und persönlich nahe gehendes Nah-Ziel als "Mindest-Vorsatz" herauszugreifen und ab sofort im  eigenen  Alltag aufzunehmen.
Sonst verlieren sich Erkenntnisse und Vorsätze allzu leicht wieder in der gewohnten täglichen Routine.
 
Ergebnis (eigener Mindest-Vorsatz ab sofort) - hier aufschreiben:
................................................................................
................................................................................
(mindestens / täglich / neu / zusätzlich / anders / "bereichernd") 

 

 

Nächste Standort-Bestimmung?
Um besser zu merken,
was  ich selbst  mit  mir  so mache,
     ob meine Ziele noch stimmen,
     wie erfolgreich  ich für mich  bin,
     ob es  mir  so, wie  ich  das bis jetzt mache auch reicht und
     ob der Weg (Richtung) nach wie vor der bestmögliche ist,
            also so bleiben kann oder korrigiert werden muss, 
ist es hilfreich, die Standort-Bestimmung in Abständen immer wieder zu machen, z.B. alle 3 Monate.
 
Nächster Termin (hier aufschreiben):
  ..........................................
 
Eintrag im Termin-Kalender?  ........
 

 

Wie ist das  eigene  Gefühl jetzt?
 
Zuversichtlich und zufriedener als vorher?
Wenn    <ja>  -  gut so! 
Wenn <nein>, dann stimmt irgendetwas nicht und die Standort-Bestimmung
     sollte sehr achtsam wiederholt und ergänzt werden.
     So lange und so oft, bis am Schluss ein gutes Gefühl bestätigt:
     < Ja, jetzt stimmt es! - So ist es rund! >

 

 

Zt1         
Regelmäßige         
Nachschau:
        

Regelmäßige Nachschau:
   Gehe in die Tiefe.
   Halte einen Moment inne und frage dich selbst, 
       was du gerade tust,
       was du fühlst,
       was deine Absicht ist, hinter dem was du tust.
   Und tue dies REGELMÄSSIG!
                              
Isabell Dierkes ( Peters)

von Standort,Zt1  auch an  >  Bedürfnisse  > Gefühle  > Spüren  (08.12)   Einfügung:  Regelmäßige Nachschau!

 

 

Standort 2

Immer wieder Zwischen-Bilanz!

 

Ich beobachte, wie wichtig es ist, bei mir selbst immer wieder hinzuschauen und hinzuspüren, mit welcher inneren Einstellung / Haltung ich gerade mir selbst und auch anderen gegenüber unterwegs bin und mit welcher Einstellung / Haltung ich immer mehr unterwegs sein möchte.
 
Die Transaktionsanalyse bietet die Beschreibung von vier, wie ich meine, sehr treffenden Grundhaltungen:
 
1. Ich bin o.k.  -  du bist nicht o.k.

Das ist eine sehr häufige Einstellung, die ganz locker mit dem Finger auf den anderen deutet und behauptet: "Du bist nicht in Ordnung, du denkst verkehrt, du handelst verkehrt, du tust mir weh, ICH weiß, dass du dich ändern müsstest und ich weiß auch wie du dich ändern müsstest, damit du es dann richtig machst."
Diese Haltung spricht dem anderen die Eigen-Kompetenz und Eigen-Verantwortung ab und versucht ihn zu entmündigen und insofern zu bevormunden und fremd zu bestimmen. Hier finden sich häufig der Besser-wissen-woller, der Recht-behalten-woller und (interessant) der Helfen-woller, der es scheinbar dem anderen ja sooo gut meint.
Diese Einstellung sagt auch: "Mein Vorteil zu DEINEN Lasten bzw. auf DEINE Kosten.", auch häufig: "Mach DU mal, dann brauche ich mich selbst nicht anzustrengen."
Sie überschreitet / verletzt ungefragt und unaufgefordert die Grenzen des anderen und dingt mit Gewalt in dessen persönliches Hoheitsgebiet ein.

 

2. Ich bin nicht o.k.  -  du bist o.k.

Hier macht sich der Betroffene selbst klein und behauptet sich als unwichtig, während er den anderen als Großen / Könner / denjenigen also, der es eben weiß, behauptet.
Hier hat auch das Opfer der anderen (z.B. Mobbing) oder der Verhältnisse einen Platz. 

 

3. Ich bin nicht o.k.  -  du bist nicht o.k.

Der Mensch, der sich, die anderen und die Welt negativ einordnet und denkt und dann auch erlebt: "Es misslingt sowieso alles. Alle meinen es mir böse und alle sind auch böse." Ein Schwarzseher. 

 

4. Ich bin o.k.  und du bist auch o.k.

Hier finden sich Menschen, die einander mit Respekt begegnen.
Die sich auch bewusst sind: "Ich bin genauso wichtig und wertvoll wie du!
Ich entscheide für mich - niemand sonst - und für niemanden sonst!
Und du entscheidest für dich - niemand sonst - und für niemanden sonst!"
Die sowohl andere Sichtweisen, andere Sprachen und Worte, auch andere Hautfarben als natürliche Bestandteile eines anderen Menschen nehmen,
der von ihnen (immer) verschieden ist.
Respekt und Wertschätzung kennzeichnen solche Beziehungen.
Und Neugierde auf das Kennenlernen: "Wer bist du? Wie denkst du? Wie machst du es? Wie zufrieden lebst du? Wie viel lachst du und fühlst du dich beschwingt und fröhlich? Was alles kann ich von dir abschauen und für mich dazulernen und ausprobieren?"
Wenn es um Gemeinsames geht: "Wollen wir uns auf Inhalte einigen, mit denen es dann jedem von uns beiden gut geht und die auch BEIDEN gut tun?"
Dies ist eine respektvolle, menschenfreundliche und dem Leben zugewendete Haltung.


Um die SELBST gewünschte Einstellung / Haltung immer durchgängiger leben zu können, braucht es nicht nur den Vorsatz, also das Denken und Reden darüber, sondern immer wieder auch entsprechendes praktisches Tun und das Einüben (z.B. mit
ZIELSÄTZEN).
 
Indem ich dies zusammengeschrieben habe, habe ich mir die Wichtigkeit von Zwischen-Bilanzen wieder bewusst gemacht und mir damit auch eine zusätzliche Orientierung geschaffen, die ich nach mindestens einem halben Jahr wieder für eine erneute Zwischen-Bilanz nützen werde.

 

 

Zt2        
Standort?        
Bei Unwohl-Gefühlen        
"Zeitachse"        

 Um die Zeitachse besser zu erkennen, hilft das Aufschreiben, z.B. in Form eines Tagebucheintrages
Einteilung z.B. pro Tag / Woche / Monat -
von Aufstehzeit bis Schlafengehzeit / stündlich / das zu dieser Zeit Übliche (+ Gefühle) eintragen.
Das ergibt dann einen Überblick.
Jetzt kann geprüft werden, ob Einzelnes ohne Druck zu anderer Zeit gemacht werden könnte -
oder weniger – oder ganz streichen – ersatzlos – oder dafür Wichtigeres hereinnehmen.

Entscheidend sind die Gefühle der Freude, des Wohlfühlens und der Leichtigkeit, die dann solchen Veränderungen / Verbesserungen folgen müssten.
Und das Wissen darum, "nun SELBST besser" für das eigene Gleichgewicht zu sorgen.

von Standort,Zt2  auch an  > Entwickeln  > (Ungute) Gefühle  > Geichgewicht  >  Spüren  > Verändern/Verbessern  (08.16)  Einfügung: Immer wieder Standort prüfen!

 

 

 

 

X X X X X

 Einfügung: Kummer - SELBST tun UND Erfolgskontrolle!

         

Kummer:          
Was
.will ICH          
VON MIR AUS          
SELBST          
und gerne          
.anbieten?         

- mir selbst - dem .Partner - den .Mit-Menschen - der .Situation - den .Verhältnissen -
- damit es sich immer MEHR in die
.Richtung .entwickelt, wie ICH es MIR .wünsche?

.ERFOLGS-KONTROLLE: Indem ich das nun tue, wozu ich mich .entschlossen habe, kann ich die .WIRKUNGEN .beobachten (spüren!). 
Entwickelt es sich so, wie ich mir das
.vorgestellt habe? Bin ich mit dem sich einstellenden .Erfolg .zufrieden? Wenn "noch nicht so ganz" (oder auch überhaupt nicht), dann kann ich ständig und immer wieder den Faden erneut aufnehmen und MIR FÜR MICH .NEUES überlegen und mich neu .entscheiden.
Es geht darum, der .Verwirklichung der EIGENEN ANLIEGEN durch eigenes (neues) .Tun .näher zu kommen, auf sie .zuzugehen!

 Ausschnitt von Kummer(1)  auch an: > Bedürfnisse(Wünsche) > Bewusst > Eigen-Kompetenz/-Verantwortung > Entwickeln > Erkenntnis(Erfolgskontrolle)> Machen(anbieten) > Inhalte > Richtung > Selbst > Tun > Vorsätze > Wirkungen > Zwischenbilanz(Standort)  (04.17)  
  

X X X X X

 

F-ok
Zt=Zwischentext
ZL = in der Zentralen Linkliste vorgemerkt 
Zitate / Kurztexte-Sammlung Zt2 (08.16)
A&L erl.

______________________________________________________________________________________________________________________

Febr.13(1-StBest.), April 13(2), Juni 13(Bild), Okt.13(Zt1), Apr.15(1/Wdh), Aug.16(2-Wdh), Dez.16(Zt2)
 

 

siehe auch:

Bedürfnisse4     Beziehungs-Check     Beziehung6(Herausforderung)      Heilen3     Kommunikation3     Konflikte1      Krisen1     O.k.     Partnerschaft2       Respekt      Roter Faden6(1-9)     RoterFaden9(1-9)      Spannungen3(Hallo du ...)     Streit(5/Respekt+Klären)     Wer / wie bin ich?      Wirkungen  

 

 

 

Die Verweise auf einschlägige Texte in ALLTAG bzw. LABYRINTH sind vor allem bei den o.a. Einzeltexten! 

 

 

>ZL

ALLTAG:
Zwischenbilanz(1)
Meditatives Gehen/Laufen (sich genauer spüren + wichtig nehmen + verbessern + genießen lernen)

 

 

Stand:   siehe Home                [ Inhalt ]             Zurück ] Home ] Weiter ]        

   
 
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