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Zuversicht 

  •  Zuversicht (1)  -  Freudige Zuversicht - 
                                            Rühren und Spüren 

 

 

Zuversicht  1 

Freudige Zuversicht 

Rühren  &  Spüren 

 

Es war Nachmittag.
Ich saß auf der Terrasse und hatte mir gerade vorgenommen, mir Kaffee zu kochen, da klingelte es und Max stand vor der Türe. Nach einem herzlichen Hallo machten wir es uns beide auf der Terrasse gemütlich, tranken Kaffee und verzehrten die süßen Teilchen, die er mitgebracht hatte.
Nach den üblichen Erkundigungen, wie es denn so gehe und was es an aktuellen Neuigkeiten gebe, zog Max eine Blatt Papier aus der Tasche, strich es sorgfältig glatt und reichte es mir. 'Rühren und Spüren'. 

           
 

 

Ich schaute mir das Blatt flüchtig an und fragte aufblickend: "und was soll ich damit?"

Max: "Lass es auf dich wirken - und lass dir alle Zeit, die du gerade brauchst!"

Nun muss man wissen, dass, wenn wir zusammensitzen, unsere Gespräche meist auch in die Tiefe gehen. Den Hinweis, mich zu vertiefen, empfand ich deshalb völlig in Ordnung.

Ich wandte mich also wieder diesem Bild 'Rühren und Spüren' zu, betrachtete es, merkte, wie es mich nach und nach immer mehr in seinen Bann zog, wie ich mehr und mehr mit diesem Bild eins wurde. Viele Gedanken kamen, Gefühle waren zu spüren, Erinnerungen und gute Vorsätze, die ich irgendwann gefasst und dann wieder aus den Augen verloren hatte. ... 

Als ich aufblickte, sah mich Max lächelnd und verständnisvoll mit dem Kopf nickend an.
"Und…?"

Mein Hals war ganz ausgetrocknet und ich musste mich erst kräftig räuspern.
"Was interessiert dich? - Meine Gedanken, meine Gefühle, Einfälle, Vorsätze?"

"Alles, was du von dir und über dich in diesem Zusammenhang gerne erzählen magst!"

Ich begann die Vielzahl meiner Gedanken und Eindrücke zu sortieren - und dann zu erzählen.

"Also 'Rühren & Spüren':

Der Titel alleine ist für mich schon eine mächtige Aufforderung. Rühren, also bewegen, weil Bewegung ist Leben, Tun, Probieren, Experimentieren. Der Gegensatz wäre nur denken, theoretisieren, reden und es dabei bewenden lassen. Nicht rühren ist Bewegungslosigkeit und damit starr werden, letztlich der Tod (auch wenn der Mensch noch lebt). Zum Rühren gehört für mich begleitend immer auch das Spüren, denn nur so kann ich wahrnehmen, ob mir das, was ich da mit mir oder auch mit anderen tue, mir auch gut tut, mein Wohlfühlen fördert. Tut es mir nicht gut, dann schadet es mir - ich schädige mich dann selbst.
Rühren & Spüren sagt mir also: Lebe - nimm teil - aufmerksam - achtsam - jetzt!

Die Figuren führen mich in mein Inneres. Sie spiegeln innere Anteile.

Beide zusammen verkörpern für mich Lebensfreude und vor allem Lebensenergie.

Nur wenn ich weich bin und ohne Widerstand (nicht dagegen ankämpfen, nicht verspannt sein) kann ich meine verfügbare Energie "für" das einsetzen, was mir gerade wichtig ist. Andernfalls ist viel Energie für das Dagegensein gebunden (verschwendet) und die steht mir dann nicht mehr zur freien Verfügung. Mit Widerstand schwäche ich mich also selbst.

Die größere Figur ist für mich das Symbol für meine Beweglichkeit, meine Kreativität, meine Vielfalt, meinen Einfallsreichtum, mein Buntsein. Nur wenn ich im Fließen bin, also weich und ohne Widerstand, kann ich für mich und andere gut sein und dabei Freude und Leichtigkeit spüren - mich glücklich fühlen - über mich hinauswachsen.

Die größere und die kleinere Figur bilden für mich eine Einheit, sie gehören untrennbar zusammen.
Ich sehe in der kleineren Figur das Kind in mir. Es ist neugierig, offen und verspielt. Ich brauche mein Kind in mir, es hilft mir, mein Leben jeden Tag neu zu erfinden, die unmöglichsten Situationen bestmöglich zu bewältigen, es bringt Freude und Leichtigkeit, Fantasie und Spiel in mein Leben. Dazu gehört auch die Fähigkeit, mit verschiedenen Möglichkeiten zu spielen, wenn auch zunächst nur innerlich und im Geist, um so die beste dann nach außen anzuwenden.
Ohne den lebendigen Kontakt zu meinem inneren Kind wäre ich, auch wenn ich noch so weich und ohne Widerstand sein könnte, wie ein prächtiger Ast an einem Baum, ohne eine Vielzahl von Zweigen, Blättern und Früchten.

Beide, große und kleine Figur, repräsentieren für mich Quellen meiner Lebensenergie und damit die Aufforderung zu leben - jetzt. Sie rufen mir zu: "Ich lebe jetzt, in diesem Augenblick - und nicht gestern - auch nicht erst morgen, am Wochenende oder wenn ich irgendwann in Urlaub fahre oder in den Ruhestand gehe oder Zeit habe! - Jetzt! - Weich und ohne Widerstand - neugierig, offen und verspielt! - Erfüllt!"

Je mehr es mir gelingt, diesen Ruf zu hören, diesem Ruf zu folgen, desto mehr Leichtigkeit und Freude spüre ich in meinem Leben, desto mehr Momente des Glücks überwältigen mich immer wieder.

Interessant finde ich, dass mein inneres Kind eine geringfügig andere Richtung vorgibt. Ich darf mich auch von meinem inneren Kind führen lassen! - Fröhlich und nach vorne.

Insgesamt wirkt 'Rühren und Spüren' auf mich wie ein Sonnenaufgang. Es wird nicht nur immer heller und Buntheit beginnt mich einzuhüllen - es wird auch wärmer und wohltuender. Das Gefühl ist ein beglückendes Herz-engwerden (vielleicht so ähnlich wie am Anfang eines Verliebtseins / vielleicht in Worten: Keine Ahnung, was im Einzelnen wird, aber es ist bestimmt schön und beglückend / eine zitternde, freudige Zuversicht).

Ja - es gäbe noch viel zu erzählen, tausend Verknüpfungen zu spinnen, aber ich möchte es mal fürs erste bei dem Gesagten bewenden lassen."

Max: "Ich danke dir, dass du so offen mit mir geteilt hast. Ich brauche noch ein paar Minuten, um es in mir nachklingen zu lassen, denn es hat mich sehr berührt."
Und dann erzählte auch Max seine Eindrücke, die ihm gekommen waren, als er sich gestern mit 'Rühren und Spüren' beschäftigte. 

Es war ein reicher Nachmittag.

Ich habe für mich so viel Symbolik und Hinweise in diesem Bild entdeckt, auch in den abweichenden Interpretationen von Max, dass es mir wohl noch lange ein anregender Begleiter und Spiegel bleiben wird. - Weil, ich finde es einfach wertvoll, mich selbst auch im üblichen Alltagsgetümmel immer wieder daran zu erinnern, dass es nicht nur um Arbeit, Aufgaben- und Pflichterfüllung usw. geht, sondern auch darum, auch gut für den Kontakt zu mir selbst, zu meinen Zielen und Lebensanliegen zu sorgen.

Dieses Bild wird deshalb einen Platz auf meiner Pin-Wand bekommen. Ich möchte, dass es immer wieder meine Aufmerksamkeit weckt und mir hilft, immer mehr ins bewusste "Jetzt tun!" zu kommen und mich nicht im üblichen Alltagsgetümmel zu verlieren.

 

 

 

 

Aug. 08 

siehe auch:   Ziele 

                    ALLTAG / Meditatives Gehen / Laufen      ALLTAG / Zuversicht 

 

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